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Pausder auf den Punkt

Warum Deutschland Berlin braucht

Verena Pausder
Verena Pausder Gründerin des App- und Onlinespiele-Entwicklers Fox & Sheep

Berlin ist nicht nur Hauptstadt, sondern auch Weltstadt. Hip. Cool. Spielplatz der Gründer - und digitaler Durchlauferhitzer der Republik. Deutschland braucht Berlin.

Die besten Standorte für Startups
Platz 17: Berlin Quelle: dpa
Platz 10: Moskau Quelle: dpa
Platz 9: Bangalore Quelle: Reuters
Platz 8: Sao Paulo Quelle: Reuters
Platz 7: Singapur
Platz 6: Los Angeles Quelle: AP
Platz 5: Tel Aviv Quelle: Reuters

Während sich Car2go aus Düsseldorf und Ulm zurückzieht, boomt Carsharing in Berlin - und wir prügeln uns um das nächstgeparkte Auto.

Wir lieben Uber und wundercar, stellen unsere Wohnungen auf airbnb und Wimdu ein und leihen uns Abendkleider bei Laremia.

Wir trinken den besten Kaffee der Welt und bringen unsere Hunde mit ins Büro. Ach ja, apropos Büros: Wir wollen nicht mehr in Teppich-Büros mit niedrigen Decken und Oberlichtern arbeiten, sondern der Arbeitsplatz soll etwas Besonderes sein.

Nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch optisch. Soundcloud, Researchgate, wooga und Onefootball machen es vor. 

Die zehn wertvollsten Digital-Startups

Wir co-worken im betahaus, St. Oberholz oder Soho House und finden Einzelbüros höchst suspekt. Wir bestellen Produkte, die noch keiner kennt, auf Kickstarter und crowd-investieren bei Companisto, Seedmatch, indiegogo und Bergfürst. Nicht, weil wir wirklich mit einer Rendite rechnen, sondern weil wir einfach dabei sein wollen. Wir trainieren mit Freeletics, Runtastic und gymondo und haben schon lange kein Fitness-Studio mehr von innen gesehen.

Wir bestellen unser Essen bei Home Eat Home, Eatfirst oder Marley Spoon und finden es zeitraubend im Supermarkt einzukaufen. Und wir werden sicherlich die Ersten sein, die mit Google Glass und iWatch durch die Straßen rennen und Nutzerreports ins Netz stellen.  

Berlin ist das Startup-Labor der Republik

All dies mag Menschen außerhalb von Berlin hochgradig suspekt vorkommen. Viele mag diese vermeintliche Parallelwelt an einen Hype oder gar eine Blase erinnern.

Und dass die Gesamtheit aller Berliner Startups mehr Verlust als Umsatz macht, ist für Viele ein weiterer Indikator dafür, dass es sich bei diesem digitalen Versuchslabor eher um ein vorübergehendes Phänomen als um eine ernstzunehmende Zukunftsschmiede handeln kann. Aber dieser Schluss ist falsch.  

Woher Startups ihr Kapital erhalten

Berlin braucht den Rest von Deutschland – das ist richtig. Denn natürlich sind der Mittelstand und die Schwergewichte unserer Wirtschaft immer noch das Rückgrat unseres Landes. Aber der Rest von Deutschland braucht auch immer mehr Berlin.

Denn was in Berlin gerade passiert, sollten sich Unternehmensvertreter des Mittelstands und der Old Economy ganz genau ansehen. Kein Unternehmen kann es sich leisten, die Produkte, Dienstleistungen und die Lebensweise, die hier Trend sind, zu ignorieren oder klein zu reden.

Zu Besuch bei Berliner Unternehmern
Los geht’s: Henning Krumrey, stellvertretender Chefredakteur der WirtschaftsWoche, eröffnet die zweite Start-Up-Tour der WirtschaftsWoche in Berlin-Mitte. Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Kaffee und Croissants: Marius Sewing, CEO in Residence beim Microsoft Ventures Accelerator, begrüßt die Teilnehmer der Start-Up-Tour in der „Digital Eatery“ in Berlin-Mitte Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Erfinder sind beim Thema Crowdfunding eher zurückhaltend, Kreative dagegen nicht: Anna Theil, COO von Startnext, erklärt die Arbeitsweise der Crowdfunding-Plattform Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Ideen im Turbogang: Christian Beinke, einer von 30 Gründern von der Innovationsschmiede Dark Horse, erklärt, wie Design-Thinking-Prozess funktionieren Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Auf der Suche nach dem nächsten großen Ding: Unter Anleitung der Dark-Horse-Gründer entwickeln die Teilnehmer der Start-Up-Tour neue Geschäftsideen Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Bastelstunde: Um die Ideen zu veranschaulichen ist fast jedes Hilfsmittel erlaubt Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche
Nils Reichold (rechts vorne), der als Student an der Wiwo Tour teilnimmt, hat für Wiwo-Gründerreporter Jens Tönnesmann (links vorne) eine zündende Geschäftsidee entwickelt: Eine Art Mietküche für Familien, genannt „Kochmensa“. Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Während es in Rest-Deutschland immer noch keine Kultur des Scheiterns oder des Fehler-Eingestehens gibt, ist es in Berlin teurer geworden stehen zu bleiben als Fehler zu machen oder zu scheitern. Und das lässt die Schere zwischen der digitalen Wirtschaft und den traditionellen Unternehmen immer weiter aufgehen. Berlin ist in puncto Startups das Labor der Republik.

Bekannte Kopien erfolgreicher Firmen

Nirgendwo sonst in Deutschland wird so viel ausprobiert, experimentiert, hinterfragt und iteriert. Nirgendwo sonst werden die bisherige Arbeitswelt und die existierenden Unternehmen so sehr in Frage gestellt wie hier. Es gibt keine alten Zöpfe, die nicht abgeschnitten werden dürfen und es gibt keine Barrieren in den Köpfen, was geht und was nicht geht. 

Alles ist möglich. Aber das heißt nicht, dass alles erfolgreich ist. Zum Glück nicht.

Die besten Hochschulen für Gründer
Platz 3Beratung und Budget, Netzwerke und Nestwärme: Diese Kriterien legte der Gründungsradar des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft an. In der Kategorie "Kleine Hochschulen" (bis 5.000 Studierende) kam die Universität Witten/Herdecke auf den dritten Rang. Quelle: Presse
Platz 2Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) PFH Private Hochschule Göttingen Quelle: Presse
Platz 1Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) HHL Leipzig Graduate School of Management Quelle: Presse
Platz 3Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Quelle: dpa-dpaweb
Platz 2Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Brandenburgische Technische Universität Cottbus Quelle: dpa-dpaweb
Platz 1Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Leuphana Universität Lüneburg Quelle: dpa
Platz 3Kategorie: Große Hochschulen (über 15.000 Studierende) Universität Potsdam Quelle: dpa

Denn Innovationen sind das Ergebnis von trial and error. Sie sind das Ergebnis von Prototypen, Fehlern, neuen Prototypen und schließlich der Essenz, die das Potential hat, am Markt erfolgreich zu sein.

Nicht jede Idee ist gut, nicht jedes Startup schafft die nächste Finanzierungsrunde, nur sehr wenige werden international erfolgreich. Aber entscheidend ist, dass es immer mehr werden.

Und zwar mehr Menschen für die Unternehmertum und die neuen Technologien die beste Option darstellen, die Zukunft zu gestalten.

In Arbeit
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Die Digitalisierung ist keine Option mehr. Es geht nicht darum, ob ich als Unternehmen an ihr teilnehmen möchte oder nicht. Die Digitalisierung ist da und sie betrifft jeden Wirtschaftszweig, jedes Unternehmen und jeden Menschen.

Wir leben in einer Zeit des noch nie vorher dagewesenen Wandels. Kein Stein bleibt auf dem Anderen, alles wird in Frage gestellt, alles verändert sich. Und in Zeiten solch exponentiellen Wandels braucht die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt eine digitale Speerspitze. Und das ist Berlin.

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