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Ranking zum Gemeinwohlbeitrag Das sind die wertvollsten Arbeitgeber Deutschlands

Der wertvollste Arbeitgeber für das Gemeinwohl: Dräger aus Lübeck. Quelle: imago images

Wie wertvoll ein Arbeitgeber ist, wissen die Bewohner aus der Region am besten. Eine Umfrage für die WirtschaftsWoche hat Unternehmen in Deutschland mit Blick auf ihren Beitrag zum Gemeinwohl unter die Lupe genommen.

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Was macht ein Unternehmen eigentlich wertvoll? Seit Langem steigern nicht mehr allein Marktanteil, Umsatz und Gewinn die Bedeutsamkeit einer Firma. Das Gemeinwohl nimmt eine immer größere Rolle ein. Denn je erfolgreicher ein Unternehmen ist, desto stärker partizipiert die Gesellschaft. Das Kerngeschäft wirkt sich auf die Entwicklung des Gemeinwesens aus. Beiträge wie Arbeitsplatzbeschaffung, Steuerabgaben oder auch Nachhaltigkeitsprogramme sind für die Gesellschaft von Bedeutung.

In Kooperation mit der WirtschaftsWoche hat ServiceValue bundesweit online untersucht, wie wertvoll die Arbeitgeber für das Gemeinwohl sind. In der Studie wurden die nach der Mitarbeiterzahl größten deutschen Unternehmen von mindestens 1000 Befragten pro Firma mit den Noten Eins bis Fünf bewertet, also mit ausgezeichnet, sehr gut, gut, mittelmäßig und schlecht. Insgesamt liegen Urteile für 2138 Unternehmen vor. Die Online-Befragung erfolgt ohne Einbindung der untersuchten Unternehmen. Jeder Befragte hat eine Auswahl von Firmen zur Bewertung erhalten, die teilweise nach Regionalitätsprinzip gebündelt worden sind. Jedes Unternehmen wurde mindestens 1000 Personen zur Bewertung vorgelegt. Dabei nehmen die Befragten normalerweise nicht die Perspektive eines Mitarbeiters ein – außer wenn sie zufällig Mitarbeiter sind, was bei sehr großen Unternehmen in bevölkerungsarmen Gebieten wahrscheinlicher ist als in einer Metropole wie Hamburg.
442 erreichen den Auszeichnungsgrad „sehr hoher Gemeinwohlbetrag“ und 558 „hoher Gemeinwohlbetrag“.

Der wertvollste Arbeitgeber für das Gemeinwohl ist demnach die Firma Dräger aus Schleswig-Holstein, die während der Coronapandemie besonders gefragte Geräte in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik entwickelt und produziert. Besonders auffällig: Damit hat kein weltbekanntes Großunternehmen die beste Bewertung erreicht. Erst auf den Plätzen zwei und drei folgen in kurzem Abstand die Otto Group aus Hamburg sowie die Deutsche Telekom aus Nordrhein-Westfalen. Die schlechteste Bewertung erhält das Erdbauunternehmen Tereg aus Hamburg, gefolgt von der SchneiderGroup aus NRW.

Für jeden einzelnen Kreis ist eine geschlossene Befragung zu den Firmen vor Ort durchgeführt worden. Zu beachten ist auch: Wo weniger Unternehmen vor Ort sind, gibt es auch weniger Bewertungen. Die meisten Unternehmen mit einem sehr hohen Gemeinwohlbetrag kommen aus Nordrhein-Westfalen. Insgesamt sind es 103. Zum Vergleich: Bayern hat mit einer ähnlichen Unternehmensanzahl 72 bestbewertete Unternehmen. In Baden-Württemberg sind etwa halb so viele Unternehmen wie in Bayern beurteilt worden. Einen sehr hohen Gemeinwohlbetrag erreichen jedoch nur 15 Firmen, also nicht einmal ein Viertel.

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    In Schleswig-Holstein untersucht die Studie fast nur ein Sechstel der Anzahl der NRW-Unternehmen. So mager fielen auch insgesamt die Bewertungen aus: Zwar hat Dräger die beste Bewertung in Deutschland erhalten, aber die zweitbeste Bewertung in dem Bundesland ist im Deutschlandvergleich nur auf Rang 57. Zehn Unternehmen bieten einen sehr hohen Gemeinwohlbetrag. Das Bundesland Hamburg besitzt ähnlich viele Unternehmen wie Schleswig-Holstein – dennoch haben fast doppelt so viele Firmen die beste Auszeichnung erhalten.

    Die Studie liefert eine weitere wichtige Erkenntnis: Obwohl Einrichtungen wie die Lebenshilfe, Feuerwehr, Behindertenwerkstätten und Pflegeheime von der Bevölkerung hoch angesehen werden, spiegelt sich das nicht unbedingt in den Arbeitsbedingungen der Angestellten wider. Denn die sind vor allem in der Pflegebranche eher schlecht. Trotz oft schlechter Bezahlung und schwierigen Arbeitszeiten ist gerade dieser Bereich in der Öffentlichkeit stark anerkannt.



    Ein Blick in die Branchen

    Die Coronakrise hat einen tiefen Einschnitt in die Automobilbranche hinterlassen. Dennoch mussten die Arbeitsbedingungen darunter nicht leiden. Daimler erhielt die beste Bewertung, dicht gefolgt von Volkswagen. Aber auch Audi, BMW, Porsche und Ford zeichnen sich laut der Studie mit einem sehr hohen Gemeinwohlbetrag aus. Auffällig ist auch, dass viele Banken die beste Auszeichnung erhalten. Die Deutsche Kreditbank ist der Vorreiter, gefolgt von der Oldenburgischen Landesbank, DZ Bank, Commerzbank, Landesbank, DekaBank, National-Bank, HypoVereinsbank sowie von einigen Volksbanken und Sparkassen. Auch Lebensmittelriesen wie Rewe, Edeka, Netto und Lidl zählen zu den Unternehmen mit der besten Bewertung.

    Weniger schön sieht es in der Modebranche aus: Zu den 20 letztplatzierten Unternehmen gehören die beiden Ketten Primark aus NRW und Zara aus Hamburg. Und weiter: Bijou Brigitte, New Yorker, Mister Lady, Jeans Fritz, Decathlon, Pimkie, Anson´s, Triumph, Tom Tailor und H&M rangieren in der unteren Hälfte der Rangliste. Am besten abgeschnitten hat in der Branche Deichmann. Der größte Schuhhändler in Europa zählt zu den besten 50 Unternehmen der Studie. Und auch Gerry Weber sowie S.Oliver sind die wenigen Ausnahmen, denen ein sehr hoher Gemeinwohlbeitrag zuerkannt wurde.


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    Die Studie liefert aber auch ein weiteres überraschendes Ergebnis. Obwohl Tui durch die Coronakrise in ein tiefes Loch gefallen ist und der Staat den weltweit größten Reiseveranstalter mit einer Finanzspritze in Höhe von drei Milliarden Euro unterstützen musste, bekommt der Konzern aus Niedersachsen die beste Auszeichnung. Andere Veranstalter aus der Reisebranche wie DER Touristik, FTI Touristik und Alltours hingegen erhalten nur eine durchschnittliche Bewertung. Tui ist der beste Beleg: Ein für das Gemeinwohl wertvoller Arbeitgeber ist nicht davon abhängig, wie gut das Unternehmen aufgestellt ist.

    Mehr zum Thema: Was hat sich geändert? Hier die Ergebnisse der Umfrage zu den wertvollsten Unternehmen vom vergangenen Jahr.

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