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SEPA-Umstellung Mittelstand beherrscht endlich neue Kontonummern

Ab dem 1. August gilt im Euro-Zahlungsverkehr nur noch die international gültige Kontonummer IBAN. Eine neue Studie zeigt: Inzwischen sind die Unternehmen gut vorbereitet.

Was Sie über Sepa wissen müssen
Welches Ziel hat Sepa?Die nationalen Zahlungsverfahren werden nach und nach abgeschafft. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zwischen den Ländern sollen schneller und günstiger werden. Quelle: dpa
Seit wann gibt es Sepa?Das Verfahren wurde bereits Anfang 2008 für Überweisungen eingeführt. Seit 2009 können Bankkunden auch das grenzüberschreitende Lastschriftverfahren nutzen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission keinen Umstellungstermin vorgegeben, sondern auf eine Lösung im Markt gehofft. Dies misslang jedoch, die Beteiligung an dem System war zu gering – besonders in Deutschland. Denn die Deutschen hängen an ihrem eigenen System, schließlich funktioniert es gut. Quelle: dpa
In welchen Ländern gilt Sepa?EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Zypern;  außerdem: EWR-Staaten: Island, Liechtenstein, Norwegen; sowie: Schweiz, Monaco, Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon. Quelle: dpa
In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?Zahlungen per Sepa sind nur in Euro möglich. Für Transaktionen in anderen Währungen müssen Bankkunden eine Auslandsüberweisung tätigen. Quelle: dapd
Was verbirgt sich hinter der IBAN?An die Stelle der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl tritt die IBAN - International Bank Account Number. Sie hat insgesamt 22 Stellen und beginnt mit einem Länderkürzel - DE für Deutschland. Daran schließt sich eine zweistellige Prüfziffer an, die bisherige Bankleitzahl und die Kontonummer. Dank der Prüfziffer bekommt der Bankkunde sofort eine Fehlermeldung, wenn er sich bei der Zahlenabfolge vertippt hat. Das ist ein großer Vorteil, insbesondere seitdem Banken den Namen des Kontoinhabers und die Kontonummer nicht mehr abgleichen. Quelle: dpa
Wozu dient der BIC?Der BIC - Bank Identifier Code - hat elf Stellen und soll die Bankleitzahl ersetzen – und damit die Zielbank identifizieren. Kritiker monieren jedoch, dass die Kennung der Bank in Form der alten Bankleitzahl bereits in der IBAN enthalten ist. Ein weiterer Code mache die Überweisung nur unnötig kompliziert. Ab Februar 2014 soll der BIC bei Überweisungen im eigenen Land deshalb wegfallen. Für Geldtransfers innerhalb Europas von 2016 an. Quelle: dpa
Wann muss ich auf Sepa umsteigen?Eine Verpflichtung zur Umstellung auf die Sepa-Überweisung und -Lastschrift besteht ab dem 1. Februar 2014. Bis dahin gelten Sepa und die nationalen Zahlsysteme parallel. Quelle: dpa

Ab 1. August gilt in der Euro-Zone ausschließlich das einheitliche Zahlungssystem SEPA mit international gültigen Bankleitzahlen und bandwurmartigen Kontonummern. Ursprünglich sollten die Unternehmen ihren Zahlungsverkehr auf die internationalen Bankkontonummern (IBAN) bereits zum Februar 2014 einführen. Aber weil viele Firmen mit der Anpassung ihrer Buchhaltung hinterherhinkten, gewährte die Europäische Union eine Übergangsfrist von sechs Monaten, in denen sie auch noch die alten Kontonummern und Bankleitzahlen für Überweisungen akzeptieren durften.

In der Verlängerung gelingt offenbar eine Punktlandung, hat eine Umfrage der Postbank ergeben. Die Studie hält fest: 89 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland hatten bis Anfang Juli bereits auf SEPA umgestellt. Zum Stichtag erwarten insgesamt 98 Prozent der Firmen, damit fertig zu sein. „Der Mittelstand, der unsere Wirtschaft zum weitaus größten Teil prägt, ist damit für SEPA gerüstet“, resümiert Reiner Ramacher, der als Vorstand der Postbank für die Kundenbeziehungen verantwortlich ist.

Sepa soll den Zahlungsverkehr in der Euro-Zone schneller und günstiger machen. Kernpunkt ist die 22-stellige IBAN. Eine Kombination aus Länderkennung, Bankleitzahl, Kontonummer und Prüfziffer. Sie soll künftig für eine Überweisung sowohl im Inland als auch über die Ländergrenzen hinweg genügen.

Vorteile sehen nur wenige

Der Postbank-Umfrage zufolge hält sich die Begeisterung der Unternehmen für vermeintliche Vereinfachung jedoch in engen Grenzen. Nur jedes sechste der mehr als 400 befragten Unternehmen sieht darin einen Vorteil. Rund doppelt so viele Firmen hadern hingegen mit der Mehrarbeit in ihrer Finanzbuchhaltung durch die SEPA-Umstellung.

Mehr als ein Viertel der Handelsunternehmen hatte offenbar den Zeitaufwand unterschätzt. Jedes dritte Unternehmen empfand die verlängerte Umstellungsfrist als hilfreich. Die geringsten Probleme mit der Einhaltung des Termins hatten das verarbeitende Gewerbe und die Baubranche.

Verbraucher müssen sich indessen noch nicht an die neuen Kontonummern gewöhnen. Sie dürfen noch bis 1. Februar 2016 die alte Kontonummer nebst Bankleitzahl verwenden. Die Banken müssen die Zahlenkolonnen solange kostenlos und sicher umwandeln.

In Arbeit
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Für die Unternehmen lohnt sich die Umstellung vor allem dann, wenn sie viele Auslandszahlungen tätigen. Dass dies vor allem bei größeren Unternehmen der Fall, beklagen diese überdurchschnittlich oft höher als geplante Ausgaben für die SEPA-Einführung.

Zwei Prozent der Unternehmen gaben in der Umfrage an, den Termin nicht einhalten zu können. An später oder mangelhafter Information zum Thema kann das allerdings nicht gelegen haben. Immerhin 78 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen fühlten sich gut über SEPA informiert.

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