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Software Saubere Kennzahlen

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Die richtige Software ist wichtig

Selbst wenn die Technik mitspielt: Unternehmen müssen im Anschluss an die Einführung einer neuen Software noch bei vielen Details Hand anlegen, damit aus der Steuerung über Ländergrenzen und Kontinente hinweg am Ende kein Blindflug wird, wie Eric Scherer weiß: „Mittelständler müssen von der Zentrale bis in die Niederlassungen auf identische Kennzahlen zugreifen, sonst geht vieles schief“, sagt der Chef des Züricher Beratungshauses I2S und gibt ein Beispiel: „Wie bewerte ich etwa meine Lagerbestände; die in Deutschland in Euro und die chinesischen in Renminbi? Wenn ich hier keine Klarheit habe, ergeben sich mitunter heftige Wertschwankungen im Lager.“

Auch seien finanzielle Verluste über Ländergrenzen hinweg möglich, wenn sich kulturelle lokale Unterschiede nicht entsprechend in der Software abbilden ließen. Scherer: „In China ist es zwingend, jeden potenziellen Kunden zum Essen einzuladen. Diese Kosten für die Auftragsgewinnung kann längst nicht jedes System so abbilden. Aber das ist unentbehrlich, um saubere Kennzahlen zu bekommen.“

Helfen sollen Mittelständlern bei derartigen Detailproblemen eigentlich spezialisierte Partner der Softwarehersteller, die üblicherweise von der Auswahl über die Implementierung bis hin zu Anpassungen das Feintuning der Technik übernehmen. Aber: Genauso wie nicht jedes Softwareprodukt für die Expansion geeignet ist, ist es auch nicht jeder Partner, erläutert Berater Gümbel: „Selbst die Branchengrößen Microsoft und SAP haben nur eine überschaubare Zahl hinlänglich international qualifizierter Partner.“ Auch ein klangvoller Name wie Accenture oder IBM bürge keinesfalls für globale Qualität, es gebe länderspezifische Unterschiede. Sein Resümee: „Ein schlechter Partner kann ein gutes Softwareprodukt kaputt machen.“

Oftmals ist es das hohe Tempo der Expansion, das Unternehmen sowie seine Partner gleichermaßen unter Druck setzt. „Internationalisierung heißt fast immer, seine gewachsenen Strukturen für ein globales System zu bereinigen“, empfiehlt Berater Scherer.

Ein Rat, den die Juwi AG aus Wörrstadt südlich von Mainz beherzigt hat. 1996 noch als kleines Windkraftprojekt gegründet, gehört der Mittelständler heute mit 1500 Mitarbeitern und Niederlassungen in 15 Ländern zu den weltweit renommiertesten Projektdienstleistern für erneuerbare Energien. Durch das rasante Wachstum rückten jedoch organisatorische Dinge lange Zeit in den Hintergrund. Konsequenz: eine bunte IT-Landschaft. Doppeleingaben waren keine Seltenheit, und auch viele Berichte erforderten eine aufwendige Nachbearbeitung. „Entsprechend hoch war die Belastung der Mitarbeiter“, sagt Angelika Büker, Leiterin der Abteilung Veränderungsmanagement bei dem rheinland-pfälzischen Unternehmen.

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