Studie zur Industrie 4.0 Deutsche Unternehmen wollen 40 Milliarden Euro investieren

Effizienter, günstiger, überlebenswichtig: Deutsche Industrieunternehmen wollen pro Jahr 40 Milliarden Euro in die Fabrik der Zukunft investieren. Schwer wird das vor allem für den Mittelstand.

Industrie 4.0: Hinter diesem Begriff versteckt sich die Vernetzung aller an einer Wertschöpfung beteiligten Bereiche Quelle: dpa

Die Geschichte der Industriellen Revolution beginnt mit der Erfindung der Dampfmaschine. Es war das erste Mal, dass Technik im großen Stil die Arbeit von Menschen übernahm. Es folgte Anfang des 20. Jahrhunderts die nächste Welle in Form des Fließbands.

Der Autobauer Ford konnte sein T-Modell auf einmal für weniger als die Hälfte anbieten und machte das Auto zum Produktschlager für die breite Masse. Die dritte Revolution bestritten Computer: Roboter und Automatisierung veränderten die Prozesse in Fabriken und Werkstätten.

Heute befinden wir uns mit der Industrie 4.0 mitten in der nächsten Umwälzung. Hinter diesem Begriff verstecken sich die Vernetzung aller an einer Wertschöpfung beteiligten Bereiche sowie die Fähigkeit, aus den vorhandenen Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsfluss abzuleiten.

Das bedeutet: Die Fabrik der Zukunft ist so flexibel, dass jeder einzelne Auftrag sich vom vorherigen unterscheiden kann, aber trotzdem nicht mehr kostet als in der Massenproduktion. Alle Instanzen sind miteinander vernetzt und stehen permanent in Kontakt.  

Über..

Diese Chancen wollen sich auch deutsche Unternehmen nicht entgehen lassen. Eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC ergab, dass sich die befragten Unternehmen eine durchschnittliche Effizienzsteigerung von 3,3 Prozent durch die Fabrik der Zukunft erhoffen. Und zwar pro Jahr.

Weniger Rohstoffe, weniger Energie, größere Massen: In fünf Jahren wäre das dann schon eine Steigerung um 18 Prozent. Dadurch sinken auch die Kosten. Die befragten Unternehmen rechnen mit jährlichen Einsparungen von 2,6 Prozent.

Um diesem Ziel näher zu kommen, sind die Unternehmen bereit, einiges zu investieren. Laut PwC-Studie wollen die Befragten in den nächsten fünf Jahren im Schnitt 3,3 Prozent ihres Jahresumsatzes in die Industrie 4.0 stecken. Das sind pro Jahr rund 40 Milliarden Euro.

Eine Branche zeigt sich dabei besonders investitionswillig: Die Informations- und Kommunikationsindustrie will künftig sogar knapp vier Prozent ihres Jahresumsatzes aufwenden. Aber es geht auch anders: Immerhin ein Viertel der Befragten sieht bislang keine Notwendigkeit, hohe Beträge in die Fabrik der Zukunft zu investieren.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Eine Erklärung dafür könnte die Unternehmensgröße sein. Sicherlich ist es für Konzerne wie Siemens, die Telekom oder SAP einfacher, die nötigen Investitionen zu stemmen und einen Umbau der Produktion voranzutreiben als für den Hidden Champion von der schwäbischen Alb. „Für kleine und mittlere Unternehmen wird entscheidend sein, geeignete Partner mit der notwendigen Expertise an ihrer Seite zu haben“, sagt Daniel Hug von Bosch Software Innovation.

Doch egal ob Mittelständler oder Dax-Konzern, in einem sind sich die Unternehmen einig: Sie erhoffen sich durch die Digitalisierung mehr Wachstum und neue Geschäftsfelder. So erwartet die Hälfte der befragten Unternehmen für die nächsten fünf Jahre ein zweistelliges Wachstum infolge einer stärkeren Digitalisierung. Jedes fünfte Unternehmen geht sogar von einer Umsatzsteigerung von über 20 Prozent aus.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%