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Sustainable Impact Award Zehn Unternehmen, die es besser machen wollen

Quelle: Getty Images

Sie verkaufen IT-Geräte aus zweiter Hand, entwickeln Klebstoff aus Abwasser oder bringen afrikanische Handwerkskunst nach Deutschland: Diese Unternehmen sind nominiert für den ersten Sustainable Impact Award.

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Gemeinsam mit der Versicherung Generali und dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft verleiht die WirtschaftsWoche am 2. September zum ersten Mal den Sustainable Impact Award. In den drei Kategorien Impact of Product, Impact of Humans und Impact on Earth sind folgende Unternehmen nominiert:

Impact of Product: Mahafaly, CPH Deutschland und Weimako
Aus Abwasser wird Klebstoff: Das macht ein Verfahren der cph Deutschland Chemie GmbH aus Essen möglich. Das Unternehmen gewinnt die Stärke, die bei der Produktion von Pommes oder Chips anfällt, aus dem Abwasser und verwandelt diese in Klebemittel, die zum Beispiel für Flaschenetiketten verwendet werden können. Im Bereich der Etikettenkleber ist das Unternehmen Weltmarktführer – und auch ein ökologisches Vorbild. Für die Produktion verwendet das Essener Unternehmen das Regenwasser von seinen Dächern. Bereits seit 1984 bietet das Unternehmen Klebstoffe an, die biologisch abbaubar sein sollen. Deshalb zählt cph zu den Nominierten für den ersten Sustainable Impact Award der WirtschaftsWoche in der Kategorie „Impact of Product“.

Auch der Verpackungshersteller Weimako will beweisen, dass seine Produkte nachhaltig sind. Das Unternehmen aus Tutzing produziert Tiegel, Hülsen und Kappen für Kosmetik oder auch Schreibwaren. Vor allem mit biobasierten Kunststoffen kennt sich Weimako aus. So fertigt das Unternehmen Verpackungen zum Beispiel aus Sägespänen. Wenn Kunden oder Verbraucher die Verpackungen zurückschicken, fließen diese als Granulate wieder in den Produktionsprozess ein, verspricht Weimako.

Das Unternehmen Mahafaly hingegen ist stolz darauf, dass seine Produkte kaum Verpackungen brauchen. Seit seiner Zeit als Entwicklungshelfer arbeitet Gründer Uwe Marschall mit Handwerkerfamilien in Madagaskar zusammen. Die Frauen und Männer fertigen zum Beispiel Kämme aus Tierhörnern oder bauen Flugzeugmodelle aus alten Getränkedosen und anderen Abfällen. Mahafaly kauft die Produkte ohne Zwischenhändler direkt bei den Familien und bietet sie in Deutschland zum Beispiel in Allerweltsläden an. Alle Fertigungsschritte finden in Madagaskar statt, dort werden die Produkte für den Transport in Zellulosefolie und recycelten Kartons verpackt. Bunt bedruckte Werbeverpackungen seien völlig unnötig, findet Uwe Marschall. Die Handwerkskunst spreche für sich.

Impact on Earth: Elobau, Africa GreenTec, bk Group und bb-net media
Innerhalb von Deutschland schnell zum Kunden jetten? Davon hält die Geschäftsführung von Elobau wenig. Bei dem Maschinenbauer, der Sensorik und Bediensysteme für Nutzmaschinen fertigt, sind Flugzeuge für innerdeutsche Dienstreisen nicht das Transportmittel der Wahl. Stattdessen fahren die Angestellten Zug oder mit dem Auto. Das Unternehmen entwickelt sogar seine eigene Plattform, auf der sich die Angestellten für Fahrgemeinschaften zum Büro zusammentun können.

Das zeigt: Elobau fühlt sich der Umwelt verpflichtet. Seine Emissionen und seinen Wasserverbrauch hat das Unternehmen aus Leutkirch im Allgäu in den vergangenen Jahren stark gesenkt. Die restlichen Treibhausgase der Produktion kompensiert Elobau und ist damit bereits seit elf Jahren klimaneutral. Elobau ist deshalb für den Sustainable Impact Award in der Kategorie „Impact on Earth“ nominiert.

Doch Elobau hat harte Konkurrenz: Gleich drei weitere Unternehmen hat die Jury nominiert. Dazu zählt auch bb-net media aus Schweinfurt. Das Unternehmen handelt mit IT-Hardware wie Druckern, Computern und Smartphones aus zweiter Hand. Etwa 99 Prozent der Produkte kann bb-net media wieder aufbereiten und an Geschäftskunden weiterverkaufen, erklärt das Unternehmen. Das letzte Prozent werde recycelt. Damit sparen die Kunden von bb-net media nicht nur Geld bei ihrer IT-Ausstattung ein, sondern auch wertvolle Rohstoffe.

Das hat sich auch die bk Group vorgenommen. Das Unternehmen entwickelt und setzt Bauprojekte um, vom Hotel übers Fitnessstudio bis zur Shopping-Erlebniswelt. Dabei hat sich das Unternehmen durch seine CO2-neutralen Einzelhandelsfilialen einen Namen gemacht. Für Rituals hat die bk Group beispielsweise Läden mit möglichst klimaschonenden oder sogar CO2-bindenden Materialien konzipiert. Das Unternehmen hat einen internen Ideenwettbewerb für klimafreundliche Innovationen ausgelobt.

Die Nominierten Nummer Vier haben ein besonders ehrgeiziges Ziel: Africa GreenTec will die Energiewende nach Afrika bringen – in Form von Schiffscontainern. Die vom Unternehmen entwickelten Solartainer sind Solaranlagen, Batteriespeicher, Satellitenantennen und Wasseraufbereitung in einem kompakten Bau. Auch einen solarbetriebenen Kühlcontainer für Obst und Gemüse hat AfricaGreenTec entwickelt. Besonders in Mali und im Niger ist AfricaGreenTec aktiv. Das Unternehmen hofft, die dort häufig genutzten Dieselgeneratoren ersetzen zu können – und so auch die Emissionen von Treibhausgasen zu senken.

Impact on Humans: Neumarker Lammsbräu, RWS Vermögensplanung und Synfioo
Wenn die Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu feiert, dann nicht nur mit dem eigenen Bier, sondern auch mit der eigenen Tanzgruppe. Seit über dreißig Jahren bereits hat das Unternehmen eine eigene Schäfflertanzgruppe, die mit Trachten und Tanzbögen bei den Volksfesten des Unternehmens auftritt. Vor 250 Jahren waren es Küfer, die Fässer zum Beispiel für Bier herstellten, die den Tanz erfanden. Heute gilt die Schäfflergruppe, die ganz aus Brauereimitarbeitern und Mitarbeiterinnen besteht, als deutschlandweit einmalig.

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Nicht nur deshalb ist die Neumarkter Lammsbräugruppe für den ersten Sustainable Impact Award in der Kategorie „Impact on Humans“ nominiert. Das Unternehmen bietet seinen Angestellten auch eine Pensionskasse und ein umfassendes Gesundheitsprogramm an.

Die Gesundheitsvorsorge zeichnet auch die RWS Vermögensplanung aus. Das Unternehmen bietet seinen Angestellten ein Gesundheitskonto von 1500 Euro im Jahr, die zum Beispiel für Brillen, Massagen oder Zahnbehandlungen genutzt werden können. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können außerdem durch einen Aktienbeteiligungsplan ganz direkt vom Erfolg des Unternehmens profitieren. Schließlich sind erfolgreiche Investitionen die Kernkompetenz von RWS – bereits seit 1978 berät das Unternehmen Kunden zu Finanzstrategien. In einer firmeneigenen Akademie bilden sich die RWS Angestellten zu diesen Themen fort.

Bei Synfioo haben die Angestellten die Möglichkeit, fünf Prozent ihrer Arbeitszeit für ihre individuelle Weiterbildung zu nutzen. Das Start-up aus Potsdam liefert Software für Lieferungsmanagement und kann Ankunftszeiten von Transporten voraussagen. Dabei ist es Synfioo wichtig, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch Raum zur eigenen Entfaltung haben. Das Unternehmen ermöglicht deshalb auch Teilzeitarbeitsmodelle und ist damit ebenfalls für den Sustainable Impact Award nominiert.


Und wer gewinnt? Sie möchten wissen, welche Unternehmen die Jury überzeugt haben? Dann schalten Sie zu unserer digitalen Preisverleihung am 2. September ein! Hier geht es zur Anmeldung.

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