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Übernahme Spanier und Koreaner wollen Q-Cells

Das insolvente Photovoltaikunternehmen Q-Cells kann aufatmen. Gleich zwei Unternehmen bieten um den angeschlagenen Mittelständler. Ende August entscheidet die Gläubigerversammlung.

Q-Cells wird ein Teil des südkoreanischen Mischkonzerns Hanwha. Die Vorverträge sind bereits unterzeichnet. Quelle: dapd

Die Geheimniskrämerei hat ein Ende. Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha soll den angeschlagenen Dünnschichtmodulproduzenten Q-Cells übernehmen. Hanwha und Insolvenzverwalter Henning Schorisch hätten bereits einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Dieser stehe unter der aufschiebenden Bedingung, dass die Gläubigerversammlung am 29. August der Veräußerung zustimme. Neben der Übernahme von betriebsbezogenen Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe sehe der Kaufvertrag außerdem einen Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe vor.

Die Top-Ten-Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen

Derweil hat das spanische Photovoltaikunternehmen Isofoton ebenfalls Interesse angemeldet. Ein Unternehmenssprecher sagte am Montag, der Präsident des in Madrid ansässigen Solarzellen- und Modulherstellers, Angel Luis Serrano, habe sein Angebot bei einem Treffen mit Q-Cells in Frankfurt abgegeben. Zur Höhe des offerierten Kaufpreises machte er keine Angaben. Zudem berichtete die Nachrichtenagentur AFP, dass eine Sprecherin des spanischen Unternehmens einen US-Fonds als Partner für das Vorhaben gewonnen hätte.

Die Hanwha-Gruppe gehört mit ihren 53 Tochterunternehmen zu den zehn größten Industriekonglomeraten Südkoreas. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte die Gruppe 25 Milliarden Euro um. Q-Cells schrieb dagegen 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro. Im April hatte der ostdeutsche Betrieb Insolvenz angemeldet. Zuletzt arbeiteten weltweit 2200 Mitarbeiter für Q-Cells, darunter 1300 am Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen und 500 in Malaysia.

Der Investor will 1200 Mitarbeiter übernehmen und auch den Produktionsstandort in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) erhalten, berichteten verschieden Medien. Personelle Einschnitte seien allerdings insbesondere in der deutschen Verwaltung geplant.

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