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Voelkel Das Erfolgsgeheimnis des Biosaft-Herstellers

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Fairness statt Gewinnmaximierung

Der dritte Bruder Jurek ist häufig der Vermittler zwischen den Fundi- und Realo-Flügeln der Familie. Er hat BWL studiert, aber gleichzeitig die Bücher von Steiner gelesen. Heute leitet er den Voelkel-Vertrieb und weiß, dass ein Unternehmen nur nach gewissen Kennzahlen funktioniert. Doch er weiß auch, wie viel ein Saft im Laden kosten muss, damit ein Obstlieferant ebenfalls davon leben kann. Genau dieser Spagat ist die Herausforderung: „Wir wollen etwas aus der großen Welt der Ideale in die Realität hinüberretten“, sagt Jurek.

Denn trotz aller Unterschiedlichkeit sind sich die Brüder in einem Punkt einig. Im Mittelpunkt steht nicht Gewinnmaximierung, sondern Fairness. Deshalb bekommen die Lieferanten deutlich mehr Geld als bei den meisten anderen. Voelkel will sie nicht auspressen, um möglichst viel Gewinn abzuschöpfen – selbst wenn das Unternehmen dadurch auf Geld und Kunden verzichtet. „Wer einen Saft für 99 Cent haben will, soll sich jemanden suchen, der seine Lieferanten mit Dumpingpreisen unter Druck setzt und den Saft aus Konzentraten und Wasser macht“, sagt Vertriebsleiter Jurek Voelkel, „dann ist er auch billig.“ Deshalb beliefert die Familie konsequent nur den Biohandel. Edeka, Rewe und andere große Ketten haben schon angefragt, doch die Voelkels lehnen weiter ab.

Die 15 innovativsten deutschen Mittelständler
Platz 15: BenderStandort: Grünberg Unternehmensfokus: Elektrotechnik Umsatz 2014: 100 Mio. Euro Innovationsscore: 163 Um Deutschlands innovativste Mittelständler zu ermitteln, wertete die Unternehmensberatung Munich Strategy Group (MSG) zunächst die Daten von 3300 deutschen Unternehmen aus, die zwischen zehn Millionen und einer Milliarde Euro umsetzen. Die Berater analysierten Jahresabschlüsse und Präsentationen, sprachen mit Kunden und Branchenexperten sowie Geschäftsführern, Inhabern und Beiräten der Unternehmen.Nach den Experteninterviews und Erfolgsanalysen nahm MSG 400 Unternehmen in die engere Wahl. Für jedes errechnete die Beratung einen eigenen Innovations-Score. Dabei achteten die Berater darauf, dass sich das Unternehmen durch ständige Neuheiten auszeichnet, von Wettbewerbern als innovativ angesehen wird und eine ideenfördernde Kultur etabliert hat. Zudem flossen zu einem Drittel auch wirtschaftliche Indikatoren wie Umsatz- und Gewinnwachstum in die Bewertung ein. „Ein innovatives Unternehmen zeichnet sich dadurch aus, dass es mehr als 25 Prozent seines Umsatzes mit Produkten macht, die erst in den vergangenen vier Jahren entstanden sind“, sagt MSG-Gründer und Studienleiter Sebastian Theopold. Das erste Ranking dieser Art hatte MSG im vergangenen Jahr für die WirtschaftsWoche erstellt (Heft 15/2014). Anders als im Vorjahr haben es diesmal auch viele Hersteller von Konsumprodukten unter die Top 50 geschafft, so etwa Ravensburger (Spiele), Rügenwalder (Wurst) oder Soldan (Bonbons).Der Großteil der Innovations-Champions entstammt allerdings nach wie vor der traditionellen Paradedisziplin des deutschen Mittelstands: dem Maschinenbau. Quelle: PR
Platz 14: BiotestStandort: Dreieich Unternehmensfokus: Bioheilmittel Umsatz 2014: 582 Mio. Euro Innovationsscore: 164 Quelle: PR
Rapunzel Quelle: PR
Platz 12: MetaboStandort: Nürtingen Unternehmensfokus: Elektrowerkzeuge Umsatz 2014: 374 Mio. Euro Innovationsscore: 167 Quelle: PR
Platz 11: BrücknerStandort: Siegsdorf Unternehmensfokus: Folienmaschinen Umsatz 2013: 754 Mio. Euro Innovationsscore: 171 Quelle: PR
Platz 10: SennheiserStandort: Wedemark Unternehmensfokus: Mikrofone Umsatz 2014: 635 Mio. Euro Innovationsscore: 172 Quelle: dpa
Platz 9: Rügenwalder MühleStandort: Bad Zwischenahn Unternehmensfokus: Wurst Umsatz 2014: 175 Mio. Euro Innovationsscore: 173 Quelle: PR

Voelkel-Säfte stehen in 95 Prozent aller Biogeschäfte

Aus Sicht von Experten ist das genau die richtige Entscheidung. „Wenn relativ hochpreisige Biomarken in den konventionellen Handel gehen, ist das immer ein Risiko“, sagt Achim Spiller, Professor für Lebensmittelmarketing an der Universität Göttingen.
Der Wettbewerb und damit der Preisdruck seien dort härter, gleichzeitig setzten die Fachhändler auf andere Marken, weil sie nicht mit den großen Ketten konkurrieren können. So jedoch bleiben sie der Marke treu, und das zahlt sich letztlich aus: Die Voelkel-Säfte stehen in 95 Prozent aller Biogeschäfte in Deutschland. Und dank des Biotrends haben genau diese Geschäfte mehr und mehr Kunden, die wiederum auf die Säfte des Marktführers stoßen.

An einem warmen Sommertag besucht Stefan Voelkel, Vater der vier Brüder und derzeit alleiniger Geschäftsführer, den Basic Supermarkt in München. Als er das Familienunternehmen übernahm, gab es weniger als 20 Mitarbeiter, heute sind es knapp 200. Nun ist er ein paar Tage auf Tour durch Bayern: Hände schütteln, Partnerschaft bekräftigen. Doch auch hier zeigt sich die Herausforderung des Familienbetriebs.

Die zehn wichtigsten digitalen Finanzdienste für Mittelständler

Voelkel lehnt am Stehtisch im Eingangsbereich, als zwei junge Frauen mit Kinderwagen den Biomarkt betreten. Sie gehen an die Theke der Bäckerei und lassen sich einen frischen Orangen-Möhrensaft mixen. Solche Smoothies gibt es inzwischen an jeder Ecke, selbst Kantinen, Supermärkte und Discounter bieten die mehr oder weniger frisch gepressten Säfte an. Trotzdem lächelt Stefan Voelkel. Er stelle sich dem Wettbewerb gerne, auch im Biosegment müsse man sich neue Sortimente erkämpfen und bestehende verteidigen.

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