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Wachstumskurs Stihl-Kettensägen boomen in Schwellenländern

Der größte Motorsägenhersteller weltweit bleibt auf Wachstumskurs. Sorgen machen die südeuropäischen Märkte und einige Länder in Südamerika.

Der Motorsägen-Weltmarktführer Stihl bleit nach einem Umsatzrekord 2012 weiterhin auf Wachstumskurs. Quelle: obs

Stihl-Chef Bertram Kandziora hatte es im vergangenen Herbst versprochen: Auch im 2012 werde das Familienunternehmen weiterhin mit mindestens fünf Prozent wachsen. Kandziora hat geliefert. In vergangen Jahr wuchs der Umsatz um sechs Prozent auf 2,773 Millionen Euro. "Stihl ist stärker als die Branche gewachsen", stellte Kandziora zufrieden fest. Schön für den Stihl-Vormann: Vor allem die Nachfrage nach den Billigprodukten asiatischer Konkurrenten gab nach.

Die spektakulärsten Spezialisten
1,97 Milliarden Euro Umsatz, 12 320 Mitarbeiter, in 160 Länder aktiv: Der Motorsägen-Weltmarktführer Stihl trotzt den Rückschlägen in Südeuropa und setzt seinen Wachstumskurs weiter fort. In den ersten acht Monaten dieses Jahres steigerte Stihl seine Erlöse gleich um 7,9 Prozent. Ein Drittel aller Motorsägen weltweit vertreibt Stihl nach eigenen Angaben und diese weltweite Präsenz hat dabei geholfen, die regionalen Einbußen in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland abzufedern. Im vergangenem Jahr ging es dem Weltmarktführer aus Waiblingen auch sehr gut: Er machte ein sattes Rekordumsatzplus von 10,8 Prozent. Für 2012 rechnet Stihl mit einem etwas schwächeren Wachstum von "nur" 5 bis 10 Prozent. Quelle: dpa
Pisten plätten und Halfpipes formen, eine Pistenraupe muss für alles gerüstet sein. In der Umgangssprache heißen die Maschinen "Pistenbully". So, wie das Produkt der Kässbohrer Geländefahrzeug AG. Mit den unverkennbar roten Pistenraupen ist das Unternehmen zum Weltmarktführer aufgestiegen. Vorher stellte es Reisbusse und LKW-Anhänger her. Quelle: Presse
Nicht nur bei Kindern beliebt, auch auf Musikfestivals ein Renner: die "Pustefix"-Seifenblasen der Firma Hein aus Tübingen. In mehr als 50 Ländern gibt es das Produkt zu kaufen. Besonders Amerikaner und Japaner stehen auf die bunten Blasen aus Deutschland. Quelle: REUTERS
Roll-Leinen für Hunde kommen von Flexi. 1972 entwarf die Firma den Prototyp aus Holz. Heute gibt es auch Luxusmodelle mit Swarovski-Kristallen. Produziert wird nach Unternehmensangaben ausschließlich in Deutschland, verkauft in 90 Ländern weltweit. Quelle: dpa
Blick in die Tiefe: In einer Übung seilen sich Feuerwehrmänner am Hochhaus "Taipei 101" ab. Die Fassade für das 508 Meter hohe Gebäude in Taiwans Hauptstadt Taipeh hat der deutsche Spezialist Gartner gefertigt. Nur eines von vielen Großprojekten; auch in Dubai, London, New York und München stehen Glasfassaden von Gartner. Quelle: AP
Edles Ambiente im Bundeskanzleramt. Gespeist wird hier mit feinstem Silber. Das Besteck liefert die Silbermanufaktur Robbe und Berking aus Flensburg. 1874 gegründet, hat die Firma international einen Marktanteil von 40 Prozent erreicht. Ein Viererset (Gabel, Messer, Ess- und Kaffeelöffel) ihres Besteck Modells "Dante" aus dem Bundeskanzleramt kostet 575 Euro in 925er Sterling Silber oder 283 Euro mit 150 Gramm Massiv-Versilberung. Quelle: dpa
Der Prothesenhersteller Otto Bock Healthcare ist offizieller Ausrüster der Paralympics in London. Für Rollstühle, Arm- und Fußprothese und viele weitere Hilfsmittel gibt es technische Unterstützung. Als Weltmarktführer fördert Otto Bock auch die Athleten des Deutschen Behindertensportverbands. 400-Meter-Sprinter Oscar Pistorius, der schon bei den Olympischen Spielen gestartet war, setzt dagegen auf Prothesen vom isländischen Konkurrenten Össur. Quelle: dapd

Besonders stark war das Wachstum in den asiatischen Schwellenländern, in denen die Sägen, Gesteinsschneider und Gartengeräte des schwäbischen Unternehmens einen geradezu legendären Ruf haben. Jede dritte Motorsäge auf der Welt stammt heute aus dem Hause Stihl. Allerdings  kommt nur noch die Hälfte des Umsatzes aus dem Geschäft mit dem Kernprodukt. Seit langem verdient der Konzern aus Waiblingen bei Stuttgart sein Geld auch mit Produkten wie Gesteinsschneider, Erdbohr- und Reinigungsgeräte oder Heckenscheren. Das Unternehmen aus Waiblingen bei Stuttgart macht 90,1 Prozent seines Umsatzes im Ausland. "Das zeigt, dass wir die Chancen zur Globalisierung zu nutzen wissen", sagt Kandziora, "offene Märkte und freier Welthandel sind für die Stärke unserer Gruppe von entscheidender Bedeutung." Sorgen machen allerdings Südeuropa infolge der Staatschuldenkrise sowie Argentinien und Venezuela, wo unsinnige Importbeschränkungen den Absatz drosseln.

Als Familienunternehmen gibt Stihl sich einsilbig, wenn es um Gewinne geht. Doch gilt das Unternehmen bei Branchenkennern als profitabel und finanzstark. Die Eigenkapitalquote beträgt satte 68,5 Prozent.

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Seit 2003 steht Kandziora an der Spitze des Unternehmens. Der große alte Mann des Konzerns und Sohn des Gründers, Hans-Peter Stihl und drei weitere Mitglieder der Familie hatten sich im Jahr zuvor aus dem Vorstand zurückgezogen und entschieden, das Tagesgeschäft künftig Fremdmanagern zu überlassen.  Hans-Peter Stihl hatte damals den Vorsitz des Aufsichtsrates übernommen, den er im vergangenen Jahr seinem Sohn Nikolas überließ.

Für das kommende Jahr erwartet Kandziora nur leichtes Umsatzwachstum. Die Folgen der Schulden- und Finanzkrise dämpfe die Bereitschaft zu Investitionen in der Forst- und Landschaftspflegebranche wie auch in Bauwirtschaft.

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