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Warsteiner-Brauerei Das Pils der Berater

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Wechsel als Dauerzustand

Camas Nachfolge tritt Christian Gieselmann an, der im März für Finanzchef Christian Rockholtz zu Warsteiner kam. Rockholtz hatte den Job ebenfalls nur ein Jahr lang gemacht. Er wechselte in den Beirat. Gieselmann übernimmt die neu geschaffene Position des Sprechers der Geschäftsleitung. Nun muss ein neuer Finanzchef gesucht werden – obwohl doch die Veränderungen in der Geschäftsführung angeblich lange feststanden.

Der gebürtige Herforder Gieselmann war lange Zeit als Berater und Partner bei Roland Berger sowie als Vorstand bei der Lieken AG tätig. Seine Karriere startete er 1997 als geschäftsführender Gesellschafter des familieneigenen Süßwarenunternehmens. Er bringt Erfahrung in der Umsetzung von Marketing- und Vertriebsthemen in Getränkeunternehmen mit. Die Rolle von Warsteiner-Erbin Catharina Cramer ist dagegen ausdrücklich nicht mehr im operativen Geschäft angesiedelt.

Damit ist Warsteiner nun zu einer Art Auffangbecken für ehemalige Berater geworden. Im Beirat sitzt bereits Ex-Berger-Mann Heiner Olbrich. Ihm leistet nun Ex-Finanzchef und Ex-Kienbaum-Berater Rockholtz Gesellschaft. In der Geschäftsführung übernimmt Ex-Berger-Berater Gieselmann das Kommando.

Für das Berater-Trio dürfte es sicher kein Problem darstellen, schnell einen Mann für den vakanten Finanzposten zu finden. Da wird sich im Umfeld der Ex-Arbeitgeber sicher zeitnah jemand finden lassen. Wie gut die Rolle der gegenseitigen Pöstchen-Verteilung funktioniert zeigt auch das Beispiel Björn Borg. Bei dem schwedischen Sportartikelhersteller hatte Olbrich im Mai 2017 den Vorsitz des Aufsichtsrats übernommen. Seit Mai ist Alessandra Cama ebenfalls in diesem Gremium.

Die vielen Führungswechsel zeigen, dass die Brauerei alles andere als in ruhigem Fahrwasser segelt. Das Traditionsunternehmen geht durch schwierige Zeiten, als Reaktion auf seit Jahren anhaltende Absatzrückgänge hatte sich Warsteiner erst im Januar ein Restrukturierungsprogramm auferlegt. Unter anderem werden dabei 240 der rund 1500 Stellen gestrichen. Außerdem hat die Brau-Gruppe Randaktivitäten abgeworfen, die auf der Profitabilität lasten. So verkaufte Warsteiner drei Handelstöchter, die sie bis zuletzt in der Warsteiner Distribution vereinigte. Zu den Käufern gehören vor allem regionale Unternehmen wie die Fako-M aus Neuss sowie Töchter der Frankfurter Radeberger Gruppe.

Noch nicht gelungen ist der angestrebte Verkauf der Herforder Brauerei. Früheren Aussagen der Warsteiner-Chefin Cama nach zu urteilen, lastet Herforder schwer auf der Unternehmens-Performance. Die Herforder Brauerei sei nicht mehr im Alleingang wirtschaftlich zu stemmen, zitierte die Neue Westfälische Zeitung die scheidende Warsteiner-Chefin.

Warsteiner war in den Neunzigerjahren Deutschlands größte Biermarke. Zu ihren Glanzzeiten brauten die Sauerländer mehr als sechs Millionen Hektoliter. Heute sind es nur noch etwas mehr als zwei Millionen Hektoliter und Krombacher ist seit Jahren der Branchenprimus. Die jüngsten veröffentlichten Umsatzzahlen stammen aus dem Jahr 2016. Seinerzeit betrug der Erlös rund 490 Millionen Euro.
Zur Gruppe zählen auch Regionalmarken wie Paderborner und Isenbeck, weitere bekannte Marken sind König Ludwig und Frankenheim-Alt.

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