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Weltmarktführer Klein, clever, König

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Exotik bleibt ein Verkaufsschlager

Deutschlands beste CEOs im Mittelstand 2013
Platz 15.CEO: Ludwin Monz Unternehmen: Carl Zeiss Meditec Gesamtwertung (in %): 72 Operative performance (in %): 54 Aktien-Performance (in %): 90 Quelle: Obermatt. In diesem Ranking geht es um Chefs von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als zwei Milliarden Euro. Quelle: Presse
Platz 12.Den 12 . Platz teilen sich drei Unternehmer mit identischer Punktzahl in der Gesamtwertung. CEO: Markus Flik Unternehmen: Homag Gesamtwertung (in %): 75 Operative performance (in %): 62 Aktien-Performance (in %): 87 Quelle: Obermatt. Quelle: Presse
Platz 12.CEO: Dietmar Bichler Unternehmen: Bertrandt Gesamtwertung (in %): 75 Operative performance (in %): 55 Aktien-Performance (in %): 95 Quelle: Obermatt. Quelle: Presse
Platz 12.CEO: Klaus Weinmann Unternehmen: Cancom Gesamtwertung (in %): 75 Operative performance (in %): 61 Aktien-Performance (in %): 89 Quelle: Obermatt. Quelle: Presse
Platz 10.CEO: Adrian von Hammerstein Unternehmen: Kabel Deutschland Gesamtwertung (in %): 78 Operative performance (in %): 82 Aktien-Performance (in %): 74 Quelle: Obermatt. Quelle: dapd
Platz 10.CEO: Gerhard Weber Unternehmen: Gerry Weber Gesamtwertung (in %): 78 Operative performance (in %): 74 Aktien-Performance (in %): 82 Quelle: Obermatt. Quelle: dpa
Platz 9.CEO: Michael Zahn Unternehmen: Deutsche Wohnen Gesamtwertung (in %): 79 Operative performance (in %): 69 Aktien-Performance (in %): 90 Quelle: Obermatt. Quelle: Presse

1949 hatte Hark die Familiengärtnerei übernommen. Ein Vortrag über den sterilen Umgang mit Pflanzen brachte die Idee: Hark hielt seine Geräte für die Übertragung der Pflanzenteile auf ein Nährmedium fortan absolut keimfrei. Was als unmöglich gegolten hatte, glückte dadurch: Die idente Vermehrung – sprich: das Klonen – von Orchideen. Der Grundstein für den Erfolg war gelegt. 1,75 Hektar misst das Labor in Lippstadt, das weltweit größte für Orchideenzucht. Zwar versuchen auch Asiaten, Orchideen zu klonen. In diesem Maßstab ist es ihnen aber nicht gelungen. „Pflanzen sind eben keine Schrauben. Man braucht viel Know-how“, sagt Hark-Bormann.

Heute kann Hark aus nur einer Pflanze bis zu drei Millionen Klone reproduzieren. Orchideenzüchter aus der ganzen Welt zählen zum Kundenstamm für die fünf bis zehn Zentimeter großen Setzlinge. 750 Mitarbeiter zählt das Unternehmen heute, 2001 waren es erst 30. Der Jahresumsatz liegt im zweistelligen Millionenbereich.

200 Millionen Orchideen werden in Europa pro Jahr verkauft. Wachstumschancen gibt es aber eher in Nordamerika, wo Hark bereits 30 Prozent des Marktes erobert hat. Das vor Kurzem eröffnete Labor im US-Staat Michigan soll die Produktion weiter steigern. Exotik bleibt ein Verkaufsschlager, auch im 21. Jahrhundert.

Hepro Maschinen: Die Schälspezialisten

Die Chinesen machten es Siegfried Hennemeier und Christoph Protte besonders schwer. Gleich sechs Spargelschäler hatte ein Unternehmen, das Spargel im Glas verkauft, gegen ihre Schälmaschine in Stellung gebracht, um die Effizienz der Technik zu testen. Eine Stunde lang schälten die sechs Chinesen Spargelstangen, zugleich jagte das Hydrauliksystem Spargel durch die Rasiermesser in der Maschine. Am Ende spuckte die Schälmaschine der Deutschen 5000 Stück geschälten Spargels aus. Die Handschäler hatten trotz maximaler Anstrengung nicht mal die Hälfte geschafft.

20 Jahre hat es gedauert, bis sich die Westfalen Hennemeier und Protte mit ihrer Spargelschälmaschine am Weltmarkt durchsetzen konnten. Hepro – ein Kürzel aus den Anfangsbuchstaben ihrer Namen – heißt ihr Unternehmen mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück. Bis zu 10.000 Stück weißen Spargels schält ihre neueste Erfindung pro Stunde. Ohne die enorme Effizienz wäre die Maschine etwa gegen peruanische und chinesische Billiglöhner nicht konkurrenzfähig. Dass die Deutschen es überhaupt auf Märkte wie diese geschafft haben, verdanken sie maßgeblich der permanenten Optimierung ihres Produkts – und dem unbedingten Servicegedanken.

„Kein Peruaner kauft sich eine Spargelschälmaschine aus Prestige. Dort geht es ausschließlich um Zahlen. Wenn du nicht deutlich mehr schaffst als die Spargelschäler, ist das Produkt nicht von Interesse“, sagt Protte. 25 Mitarbeiter beschäftigen die Inhaber. Mehr als 100 Schälmaschinen verkauft Hepro im Jahr. Die leistungsstärkste schlägt mit 120 000 Euro zu Buche. Der Umsatz liegt bei rund acht Millionen Euro pro Jahr – bei einer zweistelligen Rendite.

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