Wirtschaftsförderung in Borken Wie man Unternehmen in der Provinz groß macht

Die besten Unternehmen bundesweit drängen sich in ländlichen Regionen wie Ostwestfalen-Lippe. Das ist auch das Ergebnis geschickter Werbung. Heiner Kleinschneider, Wirtschaftsförderer für den Kreis Borken, über die erfolgreiche regionale Unternehmensvermarktung - und den Wettstreit zwischen den Regionen.

Die 30 Besten des deutschen Mittelstands
Produktion bei Ensinger Quelle: Presse
Sennheiser Produktion Quelle: Presse
Screenshot der Adva-Internetseite Quelle: Screenshot
Schiffsschraube Quelle: PR
Das Pfeiffer Vacuum Firmengebäude Quelle: Pfeiffer Vacuum Pressebild
Frank Blase, der Geschäftsführer von igus. Quelle: Presse
Armaturen in der Fertigung von Hansgrohe Quelle: REUTERS
Platz 23: Emka BeschlagteileDie Emka Beschlagteile GmbH stellt Komponenten für industrielle Schränke und Gehäuse her. Heute fertigt das 1932 in Velbert bei Düsseldorf gegründete Unternehmen weltweit an acht Standorten. Branche: Verschlusstechnik Mitarbeiter 2012: 1400 Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 42,99/230,00 durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 18,26 Prozent Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1000,5 Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer Quelle: Presse
In der Produktion von Bitzer Quelle: Presse
Das Firmengelände von Pöschl Tabak. Quelle: Pöschl Tabak GmbH & Co. KG Geisenhausen
Messestand von Mapal. Quelle: Presse
Prüfung eines Stufenschalters im Test Center Regensburg. Quelle: Presse
Viega führt das wirtschaftliche und sichere System „Geopress K“ in den Markt ein. Quelle: Presse
Vakuumbeschichtung. Das Bild zeigt die Carrier in geöffnetem, beladenem Zustand. Quelle: Presse
Granulate werden der Fluidproduktion direkt zugeführt. Quelle: Presse
Der MechaTron® LQ S von Schenck Process Quelle: Presse
Wintergerste Quelle: Presse
Koffer Quelle: Presse
Standort der SICK AG in Waldkirch Quelle: Presse
Screenshot der Internetseite von Rosenberger Quelle: Screenshot

Herr Kleinschneider, die regionalen Wirtschaftsförderungsstellen in Baden-Württemberg oder Ostwestfalen-Lippe (OWL) vermarkten ihre Unternehmen so gut, dass halb Deutschland glaubt, nur dort gebe es Top-Mittelständler. Was machen Wirtschaftsförderer wie Sie, die fern von Großstädten und Betrieben mit Milliardenumsätzen unterwegs sind,  um die Unternehmen auf dem platten Land zu unterstützen?

Kleinschneider: Wir machen mehr Arbeit in der Ebene, zum Beispiel indem wir für die Unternehmen höchst nützliche Projekte aufsetzen. Im Münsterland sind das beispielsweise die Versorgung mit Breitbandkabel, Glasfasernetzen im ländlichen Raum, und wir kooperieren mit zwei Fachhochschulen zum Zukunftsthema Robotik. Davor haben wir uns mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Überzeugend sind Projekte, wenn die Unternehmen daraus absehbar konkreten Nutzen ziehen können.

Zur Person

Der Landkreis Borken im Münsterland gehört keinem der mit zig Millionen Euro vom Staat gefördertem Spitzencluster an – so wie Baden-Württemberg oder OWL. Können Sie dagegen überhaupt ankommen?

Gegenfrage: Was würde jammern nützen? Wir setzen auf den so genannten wirtschaftlichen Tausendfüßler. Soll heißen: Wir haben keine alles dominierende Branche oder Unternehmen, sondern versuchen die Vielfalt in der Breite stark anwendungsorientiert zu unterstützen. Wir versuchen auf anderen Wegen bundesweit finanzielle Unterstützung und Aufmerksamkeit für die Region zu bekommen. So helfen wir unseren innovativsten Unternehmen, die sich bei dem nationalen Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstands“ der Oskar Patzelt Stiftung in Berlin beteiligen.

Was können Sie da machen?

Die Juryentscheidung können wir natürlich nicht beeinflussen. Aber den nominierten Unternehmen aus der Region helfen wir bei den Fragen der Jury, die dann auf sie zukommen. Scheint zu klappen, Unternehmer der Region haben den Preis schon mehrfach gewonnen.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken (WFG), Heiner Kleinschneider, im Interview mit WirtschaftsWoche. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Da lacht der Wirtschaftsförderer?

Laut und herzlich. Aber auf die Kollegen in OWL darf man schon mal neidisch sein, die machen das gut. Den internationalen Austausch, den solche Cluster auch über die Grenzen pflegen, können wir nicht bieten. Die reisen dieses Jahr ins Silicon Valley – und wir nach Breslau.

Wie groß ist die Konkurrenz der Regionen in Nordrhein-Westfalen untereinander? Ist das ein Hauen und Stechen um Fördergelder?

Die Konkurrenz hat deutlich zugenommen, weil die Bedeutung der Regionen beim Wirtschaftsminister in Düsseldorf stark gestiegen ist. Das Land bezieht seine Fördermaßnahmen stärker als bisher darauf. Wir machen eben nicht nur Regionalmarketing, soll heißen, Werbung wie schön hier alles ist, sondern Strukturentwicklung. Wir fördern also Unternehmen und Arbeitsplätze.

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