Wirtschaftslage Deutschland lässt Konjunkturdelle hinter sich

Die Stimmung deutscher Unternehmen ihre Erwartung an künftige Geschäfte hatten sich nach einer anfänglichen Flaute deutlich aufgehellt. Nichtsdestotrotz dürfte die Wirtschaft im Schlussquartal schrumpfen.

Gute Stimmung trotz Wachstumsrückgang: Nach einer Umfrage der Union Mittelständischer Unternehmen (UMU) beurteilen 53 Prozent der Betriebe die wirtschaftliche Lage derzeit als gut. Quelle: dpa

Nach einem harten Winter dürfte die deutsche Wirtschaft dem DIW-Institut zufolge im nächsten Jahr wieder zügig Fahrt aufnehmen. Die Abkühlung der Weltkonjunktur und die Krise im Euroraum seien derzeit zwar eine spürbare Belastung. "Die Flaute wird aber nicht lange anhalten", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner am Donnerstag.

Denn die globale Nachfrage werde allmählich wieder für mehr Schwung sorgen. "Die deutschen Unternehmen, die gerade auch in den schnell wachsenden Schwellenländern gut aufgestellt sind, werden hiervon merklich profitieren." Sie könnten die günstigen Finanzierungsbedingungen mehr und mehr nutzen, um ihre Investitionen deutlich ausweiten, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Die Stimmung der Unternehmen und dabei vor allem die Erwartung an künftige Geschäfte hatten sich zuletzt deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember zum zweiten Mal in Folge. Nichtsdestotrotz dürfte die Wirtschaft im Schlussquartal schrumpfen.

Das Ifo-Institut rechnet mit einem Minus von 0,3 Prozent, die Berliner DIW-Forscher erwarten einen Rückgang um 0,2 Prozent. "Die Nachfrage aus dem Euroraum war in den vergangenen Monaten schwach", betonte Fichtner.

"Dazu kommt, dass die Unternehmen im Inland die Nachfrage nach Investitionsgütern massiv eingeschränkt haben." Die Betriebe dürften die Flaute weitgehend durch sinkende Arbeitszeiten abfedern, ergänzte der DIW-Fachmann. "Bereits ab Frühjahr werden die Unternehmen aber wohl wieder vermehrt Beschäftigung aufbauen."

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Trotz der Aussicht auf Wachstumsrückgang - der deutsche Mittelstand ist mit der Wirtschaftslage zufrieden wie seit Jahren nicht mehr. Nach einer Umfrage der Union Mittelständischer Unternehmen (UMU) beurteilen 53 Prozent der Betriebe die wirtschaftliche Lage derzeit als gut, weitere 43 Prozent als mäßig, lediglich vier Prozent bezeichnen die derzeitige Lage als schlecht.

„Wir haben keine Konjunktursorgen und gehen mit Optimismus ins neue Jahr“, sagte UMU-Präsident Hermann Sturm am Donnerstag in München. Rechneten im Vorjahr noch 45 Prozent der Betriebe mit einer Verschlechterung der Gesamtlage, waren es dieses Jahr nur 36 Prozent. Die wachsende Zuversicht zeigt sich in der Investitionsneigung: 72 Prozent der Mittelständler wollen im kommenden Jahr Geld in ihre Betriebe stecken, vor allem in deren Ausbau.

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