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Zahlungsverkehr IBAN: Bis Februar 2014 für viele nicht zu schaffen

Exklusiv

Eine große Zahl vor allem kleinerer und mittlerer Unternehmen, Organisationen sowie Vereinen wird die rechtzeitige Umstellung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs auf das europaweit einheitliche Bankkontoformat IBAN und BIC zum 1. Februar 2014 nach Meinung von Experten nicht schaffen.

Was Sie über Sepa wissen müssen
Welches Ziel hat Sepa?Die nationalen Zahlungsverfahren werden nach und nach abgeschafft. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen zwischen den Ländern sollen schneller und günstiger werden. Quelle: dpa
Seit wann gibt es Sepa?Das Verfahren wurde bereits Anfang 2008 für Überweisungen eingeführt. Seit 2009 können Bankkunden auch das grenzüberschreitende Lastschriftverfahren nutzen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission keinen Umstellungstermin vorgegeben, sondern auf eine Lösung im Markt gehofft. Dies misslang jedoch, die Beteiligung an dem System war zu gering – besonders in Deutschland. Denn die Deutschen hängen an ihrem eigenen System, schließlich funktioniert es gut. Quelle: dpa
In welchen Ländern gilt Sepa?EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Zypern;  außerdem: EWR-Staaten: Island, Liechtenstein, Norwegen; sowie: Schweiz, Monaco, Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon. Quelle: dpa
In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?Zahlungen per Sepa sind nur in Euro möglich. Für Transaktionen in anderen Währungen müssen Bankkunden eine Auslandsüberweisung tätigen. Quelle: dapd
Was verbirgt sich hinter der IBAN?An die Stelle der herkömmlichen Kontonummer und Bankleitzahl tritt die IBAN - International Bank Account Number. Sie hat insgesamt 22 Stellen und beginnt mit einem Länderkürzel - DE für Deutschland. Daran schließt sich eine zweistellige Prüfziffer an, die bisherige Bankleitzahl und die Kontonummer. Dank der Prüfziffer bekommt der Bankkunde sofort eine Fehlermeldung, wenn er sich bei der Zahlenabfolge vertippt hat. Das ist ein großer Vorteil, insbesondere seitdem Banken den Namen des Kontoinhabers und die Kontonummer nicht mehr abgleichen. Quelle: dpa
Wozu dient der BIC?Der BIC - Bank Identifier Code - hat elf Stellen und soll die Bankleitzahl ersetzen – und damit die Zielbank identifizieren. Kritiker monieren jedoch, dass die Kennung der Bank in Form der alten Bankleitzahl bereits in der IBAN enthalten ist. Ein weiterer Code mache die Überweisung nur unnötig kompliziert. Ab Februar 2014 soll der BIC bei Überweisungen im eigenen Land deshalb wegfallen. Für Geldtransfers innerhalb Europas von 2016 an. Quelle: dpa
Wann muss ich auf Sepa umsteigen?Eine Verpflichtung zur Umstellung auf die Sepa-Überweisung und -Lastschrift besteht ab dem 1. Februar 2014. Bis dahin gelten Sepa und die nationalen Zahlsysteme parallel. Quelle: dpa

„Viele Hersteller von Warenwirtschaftssystemen, Vereinssoftware und Spendensoftware bieten noch gar keine SEPA-fähigen Softwarelösungen an“, kritisierte Hans-Rainer van den Berg, Experte beim IT-Verband Bitkom, in der WirtschaftsWoche. In der Ausgabe sagte Georg Fischer, Projektleiter beim Softwarekonzern SAP, es sei mittlerweile „fast akzeptiertes Wissen“, dass „viele mittelständische Firmen und Vereine es nicht schaffen werden“.

Grund für die zögerliche Umsetzung sind die zahlreichen offenen Fragen, vor allem wie das deutsche Lastschriftverfahren im künftigen einheitlichen europäischen Zahlungsraum, kurz: Sepa, laufen soll. „Vor wenigen Wochen gab es die letzten Änderungen im deutschen Abkommen über die SEPA-Inlandslastschrift“, sagte SAP-Manager Fischer.

Ein großes Problem besteht für viele Unternehmen, Vereine und Organisationen darin, dass sie ihrer Bank künftig eine händische Unterschrift des Verbrauchers unter die Einzugsermächtigung vorlegen müssen. In der Praxis arbeiten viele Firmen etwa der Telekommunikations- und der Verlagsbranche lediglich mit mündlichen Zusagen am Telefon und einer Einwilligung auf Online-Formularen. Doch hier gab die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin jetzt Entwarnung. „Einen Bußgeldtatbestand, wonach Banken mit Bußgeldern zu rechnen hätten, wenn sie von ihren Firmenkunden nicht die händische Unterschrift für die SEPA-Lastschriftmandate einfordern würden, gibt es nicht“, erklärte die Behörde auf Anfrage der WirtschaftsWoche.

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