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Mobiles Internet Wie Apple und Google um die Herrschaft im Web kämpfen

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Konkurrenz will gegen Apple mit Offenheit punkten

Google-Führungsriege Brin, Schmidt, Page (von links): Angriff auf Apple mit kostenloser Navigation Quelle: Laif

Apple hat bis heute 42,5 Millionen iPhones weltweit verkauft, davon 3,2 Millionen in Deutschland, wo die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile das Gerät exklusiv verkauft. Laut Gene Munster, Analyst bei der US-Investmentbank Piper Jaffray, sollen 2010 nochmals zwei Millionen hierzulande hinzukommen.

Doch wo viel Licht ist, gibt es immer auch Schatten. Und so könnte sich die aktuelle Stärke von Apple auch als Achillesferse erweisen. Denn Jobs’ Erfolge beruhen auf absoluter Kontrolle. Viele Entwickler von Mobilfunkprogrammen klagen über den eigensinnigen Gipfelstürmer. Welche Funktionen das iPhone-Betriebssystem unterstützt, welche nicht und welche Applikationen überhaupt in den App Store kommen, entscheidet autokratisch Apple. Denn der App Store ist exklusiv für Apple-Geräte reserviert. Mitunter vergehen Monate, bis Apps für den Verkauf zugelassen werden. Genau hier wollen die Konkurrenten Google, Microsoft und Nokia punkten – und Apple mit Offenheit Marktanteile abjagen.

Google bläst zum Angriff

Ausgerechnet Google-Chef Eric Schmidt, der gegen den Ruf der rücksichtslosen „Datenkrake“ kämpft, sieht im Allmachtsstreben von Apple eine Steilvorlage, um selber mit Wucht ins mobile Internet einzusteigen. „Mobil wird größer als das Internet“, ist auch er überzeugt. Und weil der US-Konzern vor allem mit Internet-Werbung und seiner hochgezüchteten und hochprofitablen Suchmaschine Geld verdient, steigt Schmidt mit einem 100-prozentigen Kontrastprogramm gegen Apple in den Ring.

Seit Oktober 2008 drückt Google seine Software Android in den Markt – ein Betriebssystem, das aus Smartphones iPhone-ähnliche Handys macht. Dabei setzt Google seine erfolgreichste Waffe ein, die marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung. Im Gegensatz zum Konkurrenten Apple, der sein Betriebssystem für das mobile Internet wie einen Schatz hütet, ist Android eine echte Open-Source-Software. Das bedeutet: Der Android zugrunde liegende Programmcode ist frei verfügbar und kann vom Nutzer beliebig geändert werden. Überdies kostet Android keine Lizenzgebühren – wichtig in einem umkämpften Markt mit sinkenden Margen.

Google-Strategie trägt erste Früchte

Google-Chef Schmidt hofft, mit dieser Methode ins Massengeschäft mit internetfähigen Handys und sonstigen Endgeräten vorzustoßen. Die Strategie trägt erste Früchte – elf Mobiltelefonhersteller arbeiten mittlerweile an Android-Handys, darunter Samsung, LG und Motorola. In diesem Jahr wird eine Schwemme neuer Geräte erwartet, die mit Android arbeiten. Der taiwanische Handyhersteller HTC etwa, der noch 2009 rund 80 Prozent aller Smartphones mit Microsofts Windows Mobile ausstattete, will in diesem Jahr 50 Prozent seiner Produktion mit Android bestreiten.

Um sich aber nicht zu sehr auf das Wohlwollen der Handyhersteller verlassen zu müssen, forciert Schmidt gleichzeitig den Einstieg ins mobile Internet, indem er in Kooperation mit HTC ein eigenes Smartphone namens Nexus One entwickelte, das mit Android ar-beitet. Seit Anfang Januar gibt es das -Gerät in den USA direkt bei Google; im Frühjahr ist es in Deutschland bei Vodafone erhältlich.

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