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Mobiles Internet Wie Apple und Google um die Herrschaft im Web kämpfen

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Microsoft setzt auf mobilen Spielezugriff

Die XBox-360 ist das einzige Quelle: REUTERS

Auch halten sich seit Wochen Gerüchte, dass Microsoft mit Windows Mobile 7 – dem Nachfolger der fehlergeplagten Version 6 – eine komplette Neuentwicklung gelungen sei, die deutlich besser funktioniere als ihr Vorgänger.

Eine zentrale Bedeutung für Ballmers Handygegenschlag könnte aber auch der Spielkonsole Xbox 360 zukommen – dem einzigen erfolgreichen Endkundengerät von Microsoft: So arbeiten die Programmierer in Redmond offenbar mit Hochdruck daran, die Internet-Spielplattform Xbox Live in Windows Mobile 7 zu integrieren. Mit dem mobilen Zugriff auf Xbox-Spiele erhielten Microsoft-Smartphones dann endlich eine lang ersehnte Anwendung, die mit einem Schlag eine Sogwirkung auf eine große Zahl potenzieller Käufer ausübt. Angeblich will der Konzern sein neues Handybetriebssystem Windows Mobile 7 auf der weltgrößten Mobilfunkmesse Mobile World Congress Mitte Februar in Barcelona präsentieren. Nutzen könnten es Handyhersteller dann aber erst Ende 2010.

Nokia unter Druck wie noch nie

Bleibt schließlich noch die Möglichkeit, dass Microsoft sich im großen Stil bei anderen Playern einkauft. So spekulieren Börsenanalysten, Ballmer könne sich demnächst die börsennotierte kanadische Research in Motion einverleiben, die das Business-Smartphone Blackberry herstellt. Dann wäre Microsoft mit einem Schlag wieder ein ernst zu nehmender Mitspieler im mobilen Internet – und vor allem stark bei Geschäftskunden.

Am meisten im mobilen Internet muss sich Olli-Pekka Kallasvuo sputen. Der Chef des weltgrößten Handyherstellers Nokia steht unter Druck wie nie. In den nächsten zwei Jahren entscheidet sich, ob die Finnen eine Weltmacht im Mobilfunk bleiben – oder zum Kistenbauer degenerieren, der sich auf das Zusammenschrauben solider Telefone beschränkt.

Finnen sind weiterhin Handy-Spitzenreiter

Zwar ist Nokia immer Spitze bei Handys. Und mit 46 Prozent Marktanteil rangieren die Finnen weltweit auf Platz eins bei Betriebssystemen für Smartphones. Doch in einem entscheidenden Punkt hat das alles bisher fast nichts geholfen: Nokia-Geräte verfügen über ein eigenes Betriebssystem namens Symbian – trotzdem gehen die Käufer damit überraschend selten ins Internet.

Wie dramatisch das für Nokia ist, liefert eine aktuelle Statistik von 15.000 mobilen Web-Seiten und Handyprogrammen: Im vierten Quartal 2009 kamen demnach in Nordamerika 54 Prozent aller Zugriffe aufs mobile Internet via Smartphone aus iPhones von Apple. Es folgte Android von Google mit 27 Prozent. Windows Mobile von Microsoft schaffte nur drei Prozent, Symbian von Nokia fiel mit weniger als einem Prozent sogar ganz aus der Statistik heraus.

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