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Mobilfunk Kein Plan B bei Nokia

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Steil bergab

Vor der Nokia World spielen Unternehmens-Insider die hohen Erwartungen an das erste Windows Phone noch herunter. „Das Gerät ist nicht das neue Jesus-Phone“, sagt ein hochrangiger Manager, der nicht genannt werden will. Es brauche sich aber nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Das Gerät, das offenbar das Kürzel N800 bekommen soll, biete genau das, was die Kunden von einem Smartphone auf einem hohen Niveau erwarteten. Es komme extrem nahe an Apples Kulthandy iPhone heran und sei definitiv besser als die Smartphones mit dem von Google entwickelten Betriebssystem Android.

Begeisterter äußern sich Nutzer, die zu den Auserwählten zählten und das hoch geheime Smartphone vorab testen durften: Sie urteilen übereinstimmend, dass Nokia mit jenem Gerät, das bisher unter dem Codenamen Sea Ray in verschiedenen Internet-Blogs und -Videos auftauchte, ein großer Wurf gelungen sei. Demnach verfügt Nokias erstes Windows-Handy über ein Ganzmetallgehäuse, das am Rand schmal zuläuft und von Testern durchweg als „wertig“ eingeschätzt wurde. Die leicht gewölbte Oberfläche aus extrem kratz- und bruchfestem Glas, sogenanntem Gorilla-Glas, nimmt die leichte Wölbung des Geräts auf – ein „echter Hingucker“, wie es ein Tester ausdrückt. Alles in allem sei das Gerät ein „wahrer Handschmeichler“.

Auch die Software bietet deutlich mehr als bisherige Nokia-Smartphones. Per Touchscreen führt das Menü zu Spielen, Navigations- und Kommunikationsdiensten sowie zahlreichen Entertain-Angeboten, die in 3-D gezeigt werden. Mit von der Partie ist auch die Microsoft-eigene Suchmaschine Bing. Ein App-Store mit erfolgreichen Applikationen darf natürlich auch nicht fehlen.

Großkunden, die das Smartphone in den vergangenen Wochen testen durften, sind überrascht, wie schnell Nokia seine Technikprobleme in den Griff bekommen hat. „Das Handy zeichnet sich durch ein cooles Design und tolle Verarbeitungsqualität aus“, lobt Niek Jan van Damme, der für das Deutschland-Geschäft zuständige Vorstand der Deutschen Telekom. „Ich bin sicher, dass Nokia damit an alte Erfolge anknüpfen kann.“ Van Damme ist überzeugt, dass „die Zusammenarbeit von Microsoft und Nokia erfolgreich sein wird“.

Lob fürs Design

Auch bei O2-Deutschland-Chef René Schuster hat das Gerät einen guten Eindruck hinterlassen. „Besonders beeindruckt bin ich vom Design und der einfachen Nutzerführung“, sagt Schuster. „Das Gerät wird den Markt beleben. Wir würden es gerne im Weihnachtsgeschäft anbieten.“

Freenet-Chef Christoph Vilanek, einer der größten Vertriebspartner von Nokia in Deutschland, schätzt das Windows Phone sogar als Verkaufsschlager ein: „Nokia fängt mit diesem Gerät wieder da an, wo es vor der Krise aufgehört hat – ganz oben bei Qualität, Design und Funktionalität“, schwärmt Vilanek. Mobilcom-Debitel werde das Gerät in seinen Shops „im Dezember als Top-Angebot aufnehmen und entsprechend im Fernsehen und in Print-Titeln bewerben“.

Die Lobeshymnen dürften Balsam auf die geschundenen Seelen der Finnen sein. Dann allzu lang mussten Elop und sein glückloser Vorgänger Olli-Pekka Kallasvuo dem dramatischen Abstieg des früher als unbesiegbar geltenden Konzerns zusehen. Von 2008 bis 2011 hat sich der Marktanteil bei Mobiltelefonen fast halbiert.

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