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Mode Deutsche Modemarken: Begehrt bei Ästheten und Heuschrecken

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Finanzinvestoren bei Modehäusern oft erfolgreich

Dass deutsche Mode Geld einbringt, haben die Beteiligungsgesellschaften früh mitbekommen. Boss, Escada, Tom Tailor, der Hemdenschneider Eterna liegen teilweise oder ganz in Händen von „Heuschrecken“, wie die Finanzinvestoren vielfach verschrien sind. Der Celler Modekonzern CBR (Marken: Street One, Cecil, One Touch) und der Billigheimer Takko machten sogar schon zweimal die Bekanntschaft mit Finanzinvestoren.

Meist funktioniert die Zusammenarbeit der Nadelstreifenmanager aus London und Frankfurt mit Modeleuten besser, als die jüngsten Querelen bei Escada und Boss glauben machen. „Kreative Modemacher und zahlenorientierte Finanzmanager ergänzen sich – wenn die Chemie stimmt – ideal“, sagt Roland-Berger-Berater Beil. Der Einstieg der Finanzleute führe meist in kurzer Zeit zu klaren Strukturen und mehr Transparenz.

Tatsächlich haben sich Konzerne wie CBR oder Tom Tailor unter der Ägide von Private Equity nicht schlecht entwickelt. Bei Tom Tailor machte der Auslandsumsatz vor drei Jahren zum Zeitpunkt des Einstieges des Frankfurters Finanzinvestors Alpha, der auch bei Eterna engagiert ist, nur 20 Prozent aus. Heute liegt der Exportanteil doppelt so hoch. „Unser Ziel ist es, den Auslandsanteil auf über 50 Prozent zu steigern“, sagt Tom-Tailor-Chef Holzer.

Erfolgsbeispiele Tom Tailor und CBR

Vor allem den Ausbau der Tom-Tailor-Läden beschleunigte Holzer: Bei seinem Antritt vor zwei Jahren fand er 35 Läden vor, in zwei Jahren sollen es 250 sein. Die Ergebnisse des Umbaus lassen sich sehen: Vergangenes Jahr stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 261 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um mehr als ein Drittel auf 36 Millionen Euro. Für Alpha-Chef Thomas Schlytter-Henrichsen ist das Ende der Bergfahrt noch nicht erreicht: „Die Marke hat ein Umsatzpotenzial von über einer Milliarde Euro.“

Auch CBR scheint unter dem Heuschreckenbefall nicht zu leiden. CBR, Ende 2004 von den Beteiligungsfirmen Cinven und Apax erworben, ging Anfang vergangenen Jahres an die Investmentgesellschaft EQT der schwedischen Industriedynastie Wallenberg. Seit dem Einstieg der Investoren 2005 hat CBR jährlich zweistellig auf 700 Millionen Euro zugelegt.

Die Frage, ob der Einstieg in den Modemacher durch den Entzug von Unternehmenskapital finanziert worden sei, kontert EQT-Partner Sumeet Gulati: „Wir wollen das Unternehmen doch wachsen lassen, und das können wir nicht, indem wir Kapital entziehen.“

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