Modekonzern Burberry macht Riccardo Tisci zum Designchef

Burberry kürt überraschend Riccardo Tisci zum Designchef. Der Italiener ist vor allem für seine Arbeit mit Rappern und Popstars bekannt.

In der Vergangenheit hatte der 43-Jährige unter anderem für die Rapper Jay Z und Kanye West gearbeitet. Quelle: AP

LondonKünftig geben bei dem britischen Modekonzern Burberry zwei Italiener die Richtung vor. Nach mehrmonatiger Suche hat das Unternehmen in dem gebürtigen Italiener Riccardo Tisci einen neuen Designer gefunden. Er und sein zukünftiger Boss, CEO Marco Gobbetti, kennen sich bereits: Gobbetti war von 2004 bis 2008 CEO von Givenchy, wo bis vor einem Jahr auch sein Landsmann Tisci gearbeitet hatte.

Dennoch hatte man in der Branche nicht mit Tisci gerechnet. Vielmehr war gemunkelt worden, dass die frühere Design-Chefin von Céline, Phoebe Philo, zu Burberry kommen würde.

Der frühere Chief Creative Officer von Burberry, der Brite Christopher Bailey, hatte sich nach 17 Jahren im Unternehmen vor wenigen Wochen verabschiedet. Bailey hatte in dieser Zeit – in der er zwischenzeitlich sogar den Posten des CEO innehatte – die für ihr Karo-Muster und ihren Trenchcoat bekannte Marke modernisiert und stärker auf die Vermarktung über soziale Medien ausgerichtet.

Auch führte er das nun in der Modebranche immer mehr verbreitete „See now, buy now“-Konzept ein: Direkt nach der Präsentation auf Fashion-Shows können die Stücke bereits gekauft werden. Bei seiner letzten Fashion-Show hatte Bailey seine Models als Hommage an die lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und queere Community (LGBTQ) in knallbunte Designs in Regenbogen-Farben gesteckt und ein neues Karo-Muster namens Rainbow Check entworfen. Nach der Show war Bailey mit Standing Ovations verabschiedet worden.

Dass der Italiener Tisci nun aber altbackene Designs bei dem 1856 gegründeten Unternehmen einführt, ist nicht zu erwarten. Er ist für romantische Kreationen mit einem Touch Gothic bekannt.

In der Vergangenheit hatte der 43-Jährige unter anderem für die Rapper Jay Z und Kanye West gearbeitet und Bühnen-Outfits für Stars wie Madonna, Beyoncé und Rihanna entworfen. Tisci wird von Paris nach London ziehen, in eine Stadt, die er gut kennt. Tisci hatte an der renommierten Universität Central Saint Martin‘s in London Modedesign studiert.

Die Analysten der Royal Bank of Canada sehen die Nachricht von seiner Ernennung zum Chief Creative Officer bei Burberry als gute Nachricht – er passe gut zu Burberry, sagen sie. Das finden auch die Investoren. An der Börse in London verteuerte sich die Aktie um über sechs Prozent.

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