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Möbelkette Ex-Ikea-Tochter Habitat droht das Ende

Die Möbelkette Habitat steht vor dem Aus: In Großbritannien wurde ein Großteil der Filialen dichtgemacht. Die deutschen Häuser stehen zum Verkauf. Vom Habitat-Aus könnte ausgerechnet ihr ehemaliger Besitzer profitieren: der schwedische Möbelriese Ikea.

Die Möbelkette Habitat steht Quelle: dapd

Der Sommer-Ausverkauf hat begonnen. Die Möbelkette Habitat läutete heute auf ihrem deutschen Web-Auftritt die Rabattphase ein. Bis zu 50 Prozent Preisnachlass gewährt der deutsche Ableger der ehemaligen Ikea-Tochter auf seine hochwertigen Stühle, Sonnenschirme, Tische und Accessoires.

Doch damit nicht genug: Auch die Möbelkette selbst steht zum Verkauf. Ihr Eigner, der britische Investor Hilco, möchte sich von seinen 34 Filialen in Frankreich, Spanien und Deutschland trennen. Bis August sollen die Filialen abgestoßen werden. Der Großteil der Häuser in Großbritannien ist bereits seit der vergangenen Woche dicht. Auf der Insel soll die Marke als Onlineversand ihr Glück versuchen.

Hilco zieht damit die Notbremse, nachdem Habitat in seiner Heimat immer weiter in die Miesen rutschte. „Dass das Geschäft in Großbritannien noch einmal profitabel wird, ist unwahrscheinlich. Für Möbelhäuser sind die meisten Filialen zu schlecht gelegen und zu teuer im Unterhalt“, so der auf die Sanierung maroder Handelshäuser spezialisierte Investor in einer Erklärung, die wiwo.de vorliegt. Habitat habe, so der Investor, über die letzten drei Jahre hinweg insgesamt einen Verlust von 100 Millionen Pfund eingefahren.

Deutsche Filialen mit Gewinn

Anders in Deutschland: Die Geschäfte in Hamburg, Düsseldorf, Köln und Stuttgart laufen gut. Für eine Stellungnahme war das Unternehmen zunächst nicht zu erreichen, doch Branchenkenner sind sich einig, dass die deutschen Filialen Gewinn erwirtschaften. Ihr Vorteil: Sie liegen – anders als ihre britischen Schwesterhäuser – in bester Lage, direkt in den Innenstädten. Anders als die großen Möbeltempel auf grünen Wiesen, sind die Habitat-Geschäfte zu Fuß zu erreichen.

Doch Habitat droht seinen Wettbewerbsvorteil zu verlieren. Mit Nachdruck drängt etwa auch der schwedische Möbelriese Ikea in die deutschen Innenstädte. Jenes Unternehmen, das Habitat 1992 übernahm. Ikea-Gründer und Milliardär Ingvar Kamprad wollte seinem Haus eine exklusive Schwestermarke zur Seite zu stellen. Doch der flächendeckende Erfolg blieb aus. 2009 verkaufte Kamprad die Filialkette an Hilco weiter. Für drei Euro – aber inklusive Schulden in Höhe von 100 Millionen Pfund.

Ikea könnte vom Habitat-Aus Quelle: dpa

Da aber die Möbelbranche stagniert, der Konkurrenzdruck hoch ist und Ikea in Deutschland bereits flächendeckend auf Grünen Wiesen vertreten ist, folgt nun der nächste Anlauf des schwedischen Marktführers, in den Städten Fuß zu fassen. Nun mit dem Kernhaus. In Hamburg-Altona entsteht derzeit das kleinste Ikea-Haus der Welt. Auf 20.000 Quadratmetern bieten die Schweden ab dem Frühjahr 2013 ihre Waren an, vom Billy-Regal bis zum Pöang-Sessel. Es soll nur der Anfang sein.

Wie Habitat auf die Konkurrenz im Möbelbereich reagiert, muss der neue Eigentümer entscheiden. Hilco sei in fortgeschrittenen Gesprächen „mit einer europäischen Aktiengesellschaft“, so eine Sprecherin gegenüber wiwo.de.

Kurswechsel bei Habitat?

Die drei noch existierenden Habitat-Kaufhäuser in London haben bereits einen Käufer gefunden. Der britische Handelskonzern Home Retail Group kaufte die Geschäfte samt Markenrechte für knapp 25 Millionen Pfund. Bemerkenswert: Zur neuen Eignerholding gehört auch der auf der Insel führende Versandhändler Argos. Er hat vor allem zahlungsschwache Kunden im Blick und wirbt mit Billigartikeln um die Gunst der Käufer. Den britischen Habitat-Märkten könnte damit ein rabiater Kurswechsel ins Haus stehen. Schließlich war die bisherige Stammkundschaft eher bereit, für gutes Design gutes Geld auszugeben.

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