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Morgan-Stanley-Deutschland-Chef Dirk Notheis "Fahrt im Grenzbereich"

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Sondern?

Das hängt davon ab, wie viele in der Lage sein werden, ein neues, tragfähiges Geschäftsmodell zu finden, etwa indem sie sich auf die regionale Mittelstandsfinanzierung konzentrieren.

Ist das nicht ein frommer Wunsch? Die Milliardenverluste der Landesbanken resultierten doch gerade daraus, dass sie zwischen den Interessen ihrer Anteilseigner, der Sparkassen und der Bundesländer, zerrieben wurden und deswegen eben kein solides Geschäft betreiben konnten?

Die politische und die unternehmerische Sphäre im Rahmen der Landesbanken in Einklang zu bringen ist sicherlich ein äußerst komplexes Unterfangen. Ich glaube aber, dass es genügend Druck und Erkenntnisse aus jüngster Zeit gibt, die berechtigten Anlass zur Hoffnung geben.

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    Morgan Stanley fiel in Deutschland zuletzt durch erfolgreiche Kapitalmaßnahmen etwa beim Rhön-Klinikum oder bei HeidelbergCement auf. Dem steht der gescheiterte Börsengang der Deutschen Bahn gegenüber. Außer Ex-Vorstandschef Hartmut Mehdorn als künftigem Berater ist Ihnen hier kaum etwas geblieben.

    Wenn man zwei Bundesregierungen und das Unternehmen über eine lange Wegstrecke bei dem Versuch begleitet, diesen Börsengang aufzusetzen, und Ihnen dann, nach sechs dürren Jahren der Vorarbeiten auf der letzten Meile die Lehman-Pleite und die Finanzkrise einen Strich durch die Rechnung machen, dann ist man natürlich schon ein bisschen enttäuscht. Das war ein wahrlich historisches Vorhaben. Am Ende muss man das aber professionell sehen, und nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das Thema wird sich – in welcher Form auch immer – in der nächsten Zukunft wieder stellen.

    Die interne Mittelfristplanung der Bahn sagt etwas anderes. Ihr zufolge ist ein neuerlicher Anlauf zu einem Börsengang vor 2013 ausgeschlossen, weil das Unternehmen bis dahin nicht kapitalmarktfähig ist.

    Dem würde ich widersprechen. Die Kapitalmarktfähigkeit ist nach wie vor gegeben. Das Unternehmen ist, was die Prozesse anbetrifft, in hervorragender Verfassung. Das Einzige, was nicht vergleichbar ist, sind die wirtschaftlichen Ergebnisse. Und das ist einfach umfeldbedingt. Am Ende hängt alles davon ab, ob der Bundesfinanzminister bereit ist, die Bahn mit einer anderen Bewertung an die Börse zu bringen...

    ...also das Unternehmen für weniger Geld zu verkaufen?

    Wenn Sie weniger Gewinne erwirtschaften und unterstellen, dass der Multiplikator, mit dem die Anleger dieses Ergebnis vervielfachen, um den Unternehmenswert zu bestimmen, konstant bleibt, dann kann da unter dem Strich nicht mehr rauskommen. Ich glaube trotzdem, es wäre falsch, die Flinte jetzt bis 2013 in den Schrank zu stellen. Der geplante Börsengang hat eine unglaubliche Aufbruchstimmung und Dynamik in dieses Unternehmen gebracht. Beides sollte nicht ungenutzt bleiben. Die Bahn ist und bleibt börsenfähig.

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