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Nachruf Theo Albrecht Aldi-Mitgründer war Deutschlands reichster Knauserer

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Angenehmer Sonderling

ARCHIV - Theo Albrecht winkt Quelle: dpa

Der Erfolg gab dem Brudergespann Recht. Heute beschäftigt das Doppelimperium 40 000 Mitarbeiter, betreibt weltweit 7800 Filialen und setzt schätzungsweise 40 Milliarden Euro um. Allerdings ist  gerade Theos Nordreich in den vergangenen Jahren im Vergleich zu Aldi Süd zurück gefallen. Theo hatte zuletzt das Vorsichtsprinzip, mit dem die Marke groß geworden ist, stark strapaziert. Aldi Süd baute in den vergangenen Jahren vielfach neue Filialen in Freiflächen – meist am Rande von Innenstädten und Wohnquartieren - auf und steht heute für helle, moderne Läden mit einem erweiterten Discount-Angebot. Dagegen wirken Aldi-Nord-Läden mit ihrem leicht schäbigen Ambiente und dem schmalen Angebot auf Besucher aus dem Süden geradezu billig. Theo Albrechts Generalbevollmächtigter Wiesemann, heißt es in Essen, hätte ein innovationsfeindliches Führungssystem installiert und damit eine Modernisierung à la Aldi Süd verhindert.

Theo Albrecht galt als Sonderling, wenn auch angenehm im persönlichen Umgang. Seit seiner Entführung im Jahr 1971, die erst nach Vermittlung des damaligen Essener Bischof Franz Hengsbach und gegen eine Lösegeldzahlung von sieben Millionen Mark beendet wurde, mied Theo Albrecht die Öffentlichkeit. Das aktuellste Foto von den Brüdern stammt aus dem Jahre 1987. Selbst das Geburtsdatum und der genaue Geburtsort des großen Einzelhändlers sind umstritten. Wahrscheinlich ist er im März 1922 in Essen zur Welt gekommen.  Zu den Hobbys des verschwiegenen Patriarchen gehörte das Sammeln von Schreibmaschinen und Modelleisenbahnen. Auch Golf spielte Theo Albrecht gern.

Kein echter Nachfolger in Sicht

Schlimm für die Gruppe: Ein geeigneter Nachfolger wurde bislang nicht aufgebaut. Wiesemann ist im Rentenalter und gilt als Hauptverursacher der Innovationskrise des Unternehmens. Die Söhne Theo junior, 59, und Berthold, 55, haben sich aus dem Tagesgeschäft herausgehalten, obgleich sie im Verwaltungsrat wie auch in der Markusstiftung, die den Großteil des Familienvermögens hält, vertreten sind. Unsicher ist, ob dereinst ein Vertreter der dritten Generation das Lebensmittelreich führt. Theo junior hat ein Kind, Berthold hat fünf Kinder.

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