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Nervöse Märkte Japan durchkreuzt die Pläne von Börsenkandidaten

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Evonik konnte deshalb auf seiner jährlichen Bilanzpressekonferenz, die wenige Tage nach dem Ausbruch der japanischen Katastrophe stattfand, den anstehenden Börsengang ohne Druck und in aller Ruhe ins Auge fassen – und ganz nebenbei mit hervorragenden Zahlen glänzen. Irgendwann innerhalb der kommenden 15 Monate sei das Großprojekt vorstellbar, vielleicht sogar schon Ende dieses Jahres. Fest steht zumindest, dass Evonik dank großzügiger Zeitplanung seine Börsenpläne unbeeinflusst von der Japan-Krise schmieden kann.

Das ist kein Trost für Konkurrenten, die ihre Pläne plötzlich ändern müssen. Wie viele Unternehmen betroffen sind, lässt sich nur erahnen. Die Dunkelziffer anstehender Börsengänge, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt waren und jetzt hinter den Kulissen abgeblasen werden, dürfte hoch sein. „Transaktionen, die erst kurz vor der Ankündigung standen, landen wahrscheinlich erstmal auf der Warteliste“, sagt ein führender Private-Equity-Mann. Seiner Einschätzung nach halten sich potenzielle Investoren nun erstmal zurück und prüfen gründlich, ob einem Unternehmen Risiken durch die Entwicklung in Japan drohen.

Prüfen der Alternativen

Auch ein Investmentbanker am Finanzplatz Frankfurt sagt: „Wir beraten unter anderem zwei ausländische Unternehmen, deren Börsengang in Deutschland für die nächsten Monate angedacht ist“. Wegen der derzeitigen Unsicherheit aufgrund der japanischen Krise sei bei den bevorstehenden IPO's jetzt eine genaue Beobachtung der weiteren Ereignisse angesagt.

In dieser Situation zahlt es sich aus, wenn Alteigentümer neben dem Börsengang noch alternative Ausstiegsszenarien in der Hinterhand haben. EQT, der schwedische Finanzinvestor und Besitzer des Kabelnetzbetreibers Kabel BW, will laut Nachrichtenagentur Bloomberg in den kommenden Tagen entscheiden, ob die Beteiligung verkauft oder an die Börse gebracht wird. Denn nicht nur künftige Aktionäre sind an dem Unternehmen interessiert, sondern auch der Kabel BW-Konkurrent Liberty Global und die Private-Equity-Firmen CVC Capital Partners sowie Hellmann & Friedmann.

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    In dieser günstigen Verhandlungsposition soll sich EQT sogar erlaubt haben, trotz Japan-Krise ein Ultimatum zu stellen. Von den Kabel-BW-Bietern sei verlangt worden, innerhalb weniger Tage ein Angebot auf den Tisch zu legen.

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