WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Niek Jan van Damme "Wir müssen um jeden Kunden kämpfen"

Seite 3/3

Müssten Sie nicht, um die schnelleren TV-Kabelnetze in Schach zu halten, deutlich schneller Glasfaser bundesweit ausrollen?

Van Damme: Wir wollen in Deutschland dieses Supernetz bauen – aber dafür brauchen wir investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Entscheidend wird weiterhin sein, dass der Regulierer seinen Beitrag leistet und den Vorleistungspreis im Markt stabilisiert. Die Zeiten sind vorbei, in denen wir flächendeckend solch ein Netz bis in jeden Haushalt ausrollen. Wir suchen gezielt nach Städten, wo sich ein Glasfaserausbau für uns lohnt. Wir können in Glasfasernetze nur investieren, wenn es eine gewisse Zahl von Vorbestellungen gibt. Als erste Stadt hat kürzlich Stade die notwendige Quote von zehn Prozent erreicht.

Ihr Strategiechef kündigt an, dass die ‧Telekom auch beim Glasfaserausbau den Rotstift ansetze und die bisher geplanten zehn Milliarden Euro kürzen wolle.

Van Damme: Wir haben nie ein Investitionsvolumen für den Glasfaserausbau genannt, weil wir aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Wir werden dort ausbauen, wo wir die Unterstützung der Kommune und das Interesse der Kunden finden. Natürlich halten wir überall nach Einsparmöglichkeiten Ausschau, alles andere wäre unverantwortlich und mit mir nicht machbar. Auch beim Bau von Glasfaseranschlüssen sind die Sparpotenziale längst nicht ausgeschöpft. 70 bis 80 Prozent aller Kosten entstehen beim Tiefbau, also beim Vergraben von Rohren für Glasfaserleitungen am Straßenrand. Außerdem wollen wir stärker mit den Energieversorgern kooperieren und solche ‧Netze gemeinsam bauen. Wenn wir nur einmal die Straße aufreißen, sparen wir Milliarden ein und ersparen den Anwohnern viel Ärger.

Teil des Sparprogramms ist auch ein effizienterer Netzbetrieb. Mehrere Arbeitsgruppen basteln an Plänen, die alten Analog- und ISDN-Netze früher abzuschalten und den gesamten Telefon- und Datenverkehr einem internetbasierten All-IP-Netz anzuvertrauen. Wann kommt Tag X?

Van Damme: Es gibt noch keinen festen Zeitpunkt. Es ist wegen diverser Unwägbarkeiten auch nicht sinnvoll, ihn jetzt schon festzulegen. Aber klar ist: Ein Parallelbetrieb von zwei unterschiedlichen Netzen verursacht doppelte Kosten. Der Energieverbrauch der alten Analog- und ISDN-Technik ist sogar deutlich höher. Das Abschalten würde eine riesige Einsparung bringen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%