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Nokia-Vorstand Halbherr "Tiefpunkt erreicht"

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Aktien-Info Nokia

Beschreiben Sie doch mal die Situation. Sie kommen als Neuling in den Nokia-Vorstand. Befindet sich der angesichts der vielen Hiobsbotschaften in den vergan‧genen Monaten im Ausnahmezustand?

Halbherr: Als ich im Juli berufen wurde, waren wir schon durch ein tiefes Tal geschritten. Die vielleicht schlimmsten Momente und die schwierigsten Entscheidungen lagen hinter uns. Ich habe ein Team mit vielen neuen Vorstandsmitgliedern vorgefunden, das aber schon sehr gefestigt ist. Die Diskussionen verlaufen sehr ruhig, ganz ohne Hektik und sind qualitativ sehr hochwertig. Es macht viel Spaß, mit dieser Mannschaft zusammenzuarbeiten.

Bei Apple und Google reiht sich eine Erfolgsmeldung an die andere, von Nokia kommen nur schlechte Nachrichten. Wie geht der Vorstand damit um?

Halbherr: In solch einer Situation wird alles infrage gestellt. Man muss eine Strategie haben und diese dann sehr konsequent durchziehen. Daher rührte auch letztlich die Entscheidung, unser eigenes Betriebssystem Symbian in den kommenden Jahren auslaufen zu lassen und uns ganz auf das Betriebssystem Windows Phone von Microsoft zu konzentrieren.

Ist der Tiefpunkt jetzt erreicht?

Halbherr: Ich denke schon. In den kommenden Wochen und Monaten wird es vor allem positive Nachrichten von Nokia geben. Wir werden auf einer extrem robusten Plattform zusammen mit Microsoft das dritte Betriebssystem für Smartphones etablieren. Gleichzeitig werden wir all die neuen Services, die mein Geschäftsbereich entwickelt, in diesem System verankern. Die tief greifenden und richtungsweisendsten Entscheidungen wurden getroffen und zu einem großen Teil auch umgesetzt. Wir haben den Grundstein gelegt, damit es wieder aufwärtsgeht. Wir hätten die Einladungen zu unserer Hausmesse Nokia World in London nicht verschickt, wenn wir nichts zu erzählen hätten.

Alles wartet gespannt auf das erste Windows Phone, das Nokia dort vorstellen will. Was kann das neue Smartphone?

Halbherr: Das darf ich in Kürze erzählen. Ich freue mich schon darauf. Die Spannung möchte ich jetzt aber nicht nehmen.

Sie müssten schon etwas Sensationelles auf den Markt bringen, um den Turn‧around zu schaffen und Apple wieder vom Thron zu stoßen. Bei vielen Kunden genießt das iPhone Kultstatus.

Halbherr: Wir haben die Möglichkeit, fundamental neue Ideen zu entwickeln. Diese Möglichkeiten werden durch unsere Partnerschaft mit Microsoft noch zusätzlich verstärkt. Unser Ziel ist nicht, Apple und Google zu kopieren. Wir versuchen herauszufinden, was die Kunden wollen, was sie an unseren Diensten gut finden und weiterempfehlen. Die Quote der Kunden, die uns weiterempfehlen, wollen wir drastisch erhöhen. Für alle Teams gibt es deshalb konkrete Vorgaben. Sie müssen leidenschaftlich daran arbeiten, die Kunden zu begeistern. Wenn der Kunde sagt: „Super, das ist cool. Das muss ich meinen Freunden zeigen“, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Aber Begeisterung kann man nicht verordnen. Wie wollen Sie die so schnell bei den Kunden wecken?

Halbherr: Wir schauen sehr genau, was unsere Kunden an unseren Diensten mögen und was wir noch verbessern können. Wenn die Basis erst mal stimmt – und das tut sie –, muss man für entsprechende Wow-Effekte sorgen. Unsere 3-D-Karten sind dafür ein sehr gutes Beispiel.

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