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Nürburgring Finaler Countdown am Ring

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Multimanager Richter erklärt dazu, die Vorwürfe seien seit längerer Zeit bekannt, er könne die meisten entkräften. Er habe zu diesem Zweck unabhängige Fachleute beauftragt, verschiedene Sachverhalte zu prüfen, und der Staatsanwaltschaft zudem entlastendes Material zur Verfügung gestellt. "Wenn wir etwas falsch gemacht haben sollten, haben wir natürlich ein großes eigenes Interesse daran, den Fehler zu finden", erklärte Richter auf Nachfrage von wiwo.de, er werde mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und sei "selber stark an einer Aufklärung interessiert."

Ex-Finanzminister Deubel und Nürburgring-Geschäftsführer Kafitz waren nicht zu erreichen. Die beiden gehören auch zu den Beschuldigten in einem weiteren Verfahren, in dem es seit einem Jahr um Verschwendung bei den Ring-Neubauten geht. Unter anderem soll der als Privatinvestor vorgestellte Richter auf versteckten Wegen 85 Millionen Euro Steuergelder bekommen haben. „Wir haben den Sachverhalt zu 90 bis 95 Prozent aufgeklärt“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund, mehrere Beschuldigte würden bald angeklagt.

Auch die EU-Kommission ermittelt

Derweil kommt nicht nur in die strafrechtliche Aufarbeitung Bewegung. Auch zivilrechtlich gibt es zahlreiche offene Fragen, die demnächst geklärt werden dürften. Strittig ist insbesondere, dass die landeseigene Nürburgring GmbH den Betrieb der Rennstrecke ab Mai 2010 an die Nürburgring Automotive GmbH vergab, die je zur Hälfte Kai Richters Mediinvest und der Hotelgruppe Lindner gehört.

Andere Interessenten wurden dabei von der Landesregierung ignoriert. Bei der EU-Kommission gingen daraufhin mehrere Beschwerden wegen Verstößen gegen Vergabe- und Beihilferecht ein. Die Landesregierung hat bis Mitte Juni drei Fragekataloge der EU-Kommission dazu beantworten müssen, die aktuell in Brüssel geprüft werden. Nun muss die Kommission entscheiden, ob sie gegen die Vergabe vorgeht.

Eine der Beschwerden stammt von der Lindner-Konkurrentin Dorint, die am Ring schon seit 20 Jahren ein privat finanziertes Hotel betreibt. Dorint reichte zusätzlich noch eine zivilrechtliche Klage gegen die Vergabe ein. Die Frist zur Klageerwiderung, welche das Landgerichts Mainz der Landesregierung setzte, Klage lief am vergangenen Donnerstag (30. Juni 2011) ab. Auch dieser Sachverhalt wird bald vor Gericht landen und voraussichtlich im Herbst von einer Zivilkammer des Mainzer Landgerichts verhandelt.

Peter Meyer ist höchst gespannt, wie die Gerichte entscheiden werden. Der Chef des ADAC Deutschland steht in einer Loge und beobachten das Geschehen beim 24-Stunden-Rennen. Ausrichter ist seit 1970 der ADAC-Regionalverband Nordrhein. Offen ist allerdings, wie lange die Fans das Traditionsspektakel noch in der Eifel erleben dürfen. Der Vertrag mit dem Nürburgring läuft zwar noch bis nächstes Jahr, doch der ADAC sucht schon jetzt nach Alternativstrecken. Über die Betreiber sagt Meyer: "Die nehmen für sich in Anspruch, alles besser zu können". Außerdem wollten sie "den Ring in eine Gelddruckmaschine verwandeln“. Deshalb fasst Meyer für die Rennen nach 2012 auch Strecken wie Zolder in den Niederlanden oder Spa-Francorchamps in Belgien ins Auge. Der ADAC-Chef ist allerdings mit Blick auf die Klagen gegen die Betreiber sicher: „Bis dahin wird am Ring noch viel passieren.“

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