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Nutzfahrzeuge VW-Vorstand Schaller: "Genug Arbeit für alle"

VW-Nutzfahrzeug-Chef Stephan Schaller über Elefantenrennen auf der Autobahn, alternative Antriebe für Laster, neue Nischenprodukte und den Zwang zum Geldverdienen.

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VW-Nutzfahrzeug-Chef Stephan Schaller Quelle: Stefan Kröger für WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Schaller, ärgern Sie sich eigentlich auf dem täglichen Weg zur Arbeit manchmal auch über die vielen Lastwagen auf der Autobahn?

Schaller: Niemand steht gern im Stau. Aber der Einsatz von Lastwagen ist nun einmal notwendig für die Versorgung der Menschen mit Waren.

Müsste nicht mehr Güterverkehr aufs Gleis?

Es gibt Strecken, da ist die Bahn besser, und es gibt Strecken, da gibt es keine Alternative zum Lkw. Gerade die leichten Nutzfahrzeuge – und das ist ja unsere Stärke – bieten die Gelegenheit, die Güter in die Städte hineinzubringen. Ich glaube, das eine schließt das andere nicht aus.

Trotzdem ist nicht wegzudiskutieren, dass eine wachsende Zahl von Verkehrsunfällen auf der Autobahn durch Lkw verursacht werden. Was kann die Industrie hier tun?

Es gibt einige Technologien, die wir auch schon aus dem Pkw kennen, wie etwa die automatische Abstandskontrolle, die das Fahrzeug bis zum Stillstand bremsen kann. Die können wir auch im Nutzfahrzeug einsetzen, um Unfälle zu vermeiden.

Was halten Sie von einem generellen Überholverbot für Lkws auf Autobahnen?

Manchmal ärgere ich mich schon über die Elefantenrennen auf der Autobahn. Ich habe selbst den Lkw-Führerschein, und eigentlich gibt es da eine klare Regel: Man darf nur überholen, wenn man deutlich schneller ist. Aber daran halten sich viele nicht. Insofern finde ich es auch richtig, wenn auf zweispurigen Autobahnen das Überholen grundsätzlich verboten wird.

Möglicherweise kommt Entlastung von anderer Seite: Die Konjunktur kühlt sich derzeit stark ab. Spüren Sie bereits Auswirkungen?

Sie haben recht: Es gibt einige dunkle Wolken am Horizont. Aber sie bedecken nur einen Teil des Himmels. Es gibt Märkte, wo nach wie vor die Sonne scheint.

Nämlich wo?

In Osteuropa, vor allem in Russland läuft es weiterhin sehr gut, während einige westeuropäische Märkte – Spanien, jetzt auch England und vielleicht sogar Holland – schwieriger geworden sind. Aber da wir breit aufgestellt sind, können wir Schwächen in einzelnen Märkten ausgleichen.

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