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Öl-Multis Ölkatastrophe macht BP zum Übernahmekandidaten

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Hände voll Dollar

Allerdings hatte Dudley die Rechnung ohne die eigene Tochter TNK-BP und deren 50-prozentigen russischen Anteilseigner Alfa-Access-Renova (AAR) gemacht, der den Rosneft-Deal nun mit allen Mitteln blockiert. Die bei AAR versammelten Oligarchen Mikhail Fridman, German Khan und Victor Vekselberg werfen Dudley vor, er habe gegen die Aktionärsvereinbarung verstoßen, derzufolge BP neue Öl- und Gasprojekte in Russland nur im Rahmen von TNK-BP verfolgen dürfe. Ein russisches Gericht gab AAR am 25. März recht, ein schwerer Rückschlag für Dudley. Zeitungsberichten zufolge erwägt TNK-BP nun eine milliardenschwere Klage gegen BP und fordert bis zu zehn Milliarden Dollar Schadensersatz.

Aber auch aus den Reihen der BP-Aktionäre kommt Widerstand gegen Dudleys geplanten Rosneft-Deal. So kritisiert der Fondsbetreiber Standard Life Investments (SLI), ein Aktientausch ohne gemeinsame Exploration habe keinen Sinn und drohe nur den Wert der Anteile der Alt-Aktionäre zu verwässern: „Ohne einen klaren kommerziellen Grund für das Geschäft“, droht SLI-Aktienchef David Cumming, „werden wir es nicht unterstützen.“ Weitere zehn institutionelle Anleger sollen die Bedenken teilen. Einer von ihnen will die Überkreuzbeteiligung sogar verhindern, damit kein russischer Staatskonzern durch einen Sitz im Aufsichtsrat Einfluss auf BP ausüben kann.

Schnelles Übernahmeziel

Kopfschüttelnd fragen sich Aktionärsvertreter, weshalb Dudley die Probleme durch den Rosneft-Deal nicht vorhersah. Schließlich hatte er TNK-BP zwischen 2003 und 2008 selbst geleitet und hautnah erleben müssen, wie ihm die AAR-Oligarchen das Leben zur Hölle machten.

Würde der Plan endgültig scheitern, fürchten Skeptiker, könnte dies das Ende der Unabhängigkeit von BP bedeuten. „Das wäre eine große Sorge“, warnt ein Aktionär, der nicht zitiert werden will, „BP könnte ganz schnell zum Übernahmeziel werden.“ Immerhin seien BP-Aktien im Vergleich zu den Papieren anderer Ölmultis Schnäppchen, urteilen die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley.

Als Teilerfolg kann Dudley verbuchen, dass BP von den US-Behörden die Erlaubnis erhielt, von Juli an im Golf von Mexiko wieder nach Öl zu bohren, allerdings ohne neue Quellen anzuzapfen. Den grundsätzlichen Argwohn jedoch, ob BP geläutert aus dem Desaster vor einem Jahr hervorgeht, hat Dudley nicht beseitigt.

Versprechen genügen nicht

„Wir haben zwar keinen Zweifel daran, dass BP es ernst meint, die Sicherheitsstandards zu verbessern“, sagt Karina Litvack, die bei der Fondsgesellschaft F&C die Abteilung ethische Investments und Corporate Governance leitet. „Anderseits ist der Mangel an präzisen Informationen enttäuschend, es genügt einfach nicht, bei einem so wichtigen Projekt nur Versprechen zu machen.“

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