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Olaf Schneider im Interview "Compliance hat Vorrang vor wirtschaftlichen Zielen"

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Der über die Korruptionsaffäre gestolperte MAN-Chef Hakan Samuelsson schwor auch schon auf sein Compliance-System, das aber die Affäre nicht verhinderte, über die er stolperte.

Schneider: Compliance hat bei MAN jetzt einen absolut neuen Stellenwert.

Auch bei der deutschen Industrie insgesamt?

Schneider: Nach meiner Wahrnehmung besteht bei der Mehrzahl der Unternehmen in Europa und auch in Deutschland Nachholbedarf. Nicht nur in der Wirtschaft: In öffentlichen Behörden und Unternehmen sind Maßnahmenpakete zur Korruptionsbekämpfung nicht so verbreitet, wie ich es mir wünschen würde. Bei MAN haben wir die Chance, Standards in Sachen Compliance zu setzen und uns dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen – bei Kunden, Behörden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Aktionären. Ich sehe uns ganz klar in einer Vorreiterrolle.

Zeigen die aktuellen Kartellermittlungen der EU-Kommission gegen die europäischen LKW-Hersteller nicht, dass der Weg zu einer Selbstreinigung des Unternehmens und zu ehrlichem Wettbewerb noch weit ist – auch für MAN? MAN soll mit Daimler, Scania, Volvo und Iveco illegale Absprachen zu Preisen und Lieferzeiten in sechs Ländern getroffen haben.

Schneider: Zu dem Kartellverfahren kann ich mich nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Stimmt es, dass MAN das Kartell hat auffliegen lassen, um als Kronzeuge mit einer milderen Strafe davon zu kommen.

Schneider: An solchen Spekulationen beteiligen wir uns nicht.

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