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Oligarch Sergej Polonski Politiker, Protze und hungrige Kapitalisten

Seite 3/4

Polonski:

Andererseits haben Sie erhebliche Schulden bei westlichen Banken.

Es sind insgesamt 770 Millionen Dollar mit Fälligkeiten bis 2011. Bis Ende 2008 sind davon nur 50 Millionen Dollar fällig, die wir nach Plan bedienen werden. Unsere Verkäufe laufen schließlich weiter. Allein seit September haben wir über 300 Millionen Dollar eingenommen. Und wir erwarten noch 340 Millionen Dollar bis zum Jahresende. Das ist simple Mathematik.

Wie verhalten sich die westlichen Banken Ihnen gegenüber?

Wie Sie sehen, steht vor meinem Büro keine Schlange von Bankern. Keine einzige Bank hat uns die Zinsen auf die laufenden Kredite erhöht. Unsere Anleihen haben auf dem Markt nur 15 Prozent verloren, der Wert der börsennotierten Unternehmen dagegen ist zusammengebrochen.

Wenn Ihre Wachstumsprognosen Wirklichkeit werden – wollen Sie mit Mirax an die Börse?

Wir haben uns zwar als erster russischer Immobilien-Entwickler auf ein internationales Auditing nach dem Bilanzierungssystem US-GAAP vorbereitet, das stimmt. Damit wollten wir westlichen Investoren und Banken zeigen, wie transparent wir sind.

Polonski tritt an ein großes Panoramafenster und lässt den Blick über die emporwachsende Moscow City schweifen.

Aber eine Immobilienfirma wie Mirax sollte nicht an die Börse gehen. Als Unternehmen in Privatbesitz können wir zehnmal so schnell Entscheidungen treffen wie ein gelistetes Unternehmen. Die Entscheidung für das Mirax Plaza dort drüben haben wir binnen einer Woche gefällt.

Assistentin Olga flüstert Polonski ins Ohr.

Wir haben noch zehn Minuten. Noch drei Fragen.

Einige russische Unternehmer müssen den Gürtel im Privaten enger schnallen. Sie sind bekannt für Ihre spektakulären Partys. Müssen Sie Ihren Lebensstil ändern?

Was meinen Sie? Habe ich einen Privatjet? Habe ich eine große Hochsee-Yacht? Habe ich eine Villa an der Côte d’Azur, in Montenegro und Miami? Nein. Aber das passt nicht in Ihr Bild, ich bin gespannt, ob Sie das veröffentlichen.

Darauf können Sie sich verlassen…

…das glaube ich erst, wenn ich es lese. Die westlichen Medien pflegen doch das Image der kulturlosen russischen Geschäftsleute mit Privatjets, Yachten und Luxusvillen. Ich brauche solche Dinge nicht. Ich spende eine Million Dollar für wohltätige Zwecke – für kranke Kinder. Mirax Pharma entwickelt Mittel gegen Krebs. Und ich lese viel. Kommen Sie, ich zeige Ihnen etwas.

Er führt uns in seine Bibliothek neben dem Büro. Das Bücherregal reicht bis unter die Decke. Polonski spricht uns kurzzeitig mit Du an.

Hier, „Das Universum in der Nussschale“ von Stephen Hawking. Habt ihr das gelesen?

Nein.

Ich schenke es euch.

Danke schön, sehr freundlich. Sie hatten doch selbst einmal vor, ins Universum zu reisen. Was ist aus Ihrem Traum geworden, als erster russischer Privatmann mit einer Rakete in den Weltraum zu fliegen?

Wäre es technisch möglich gewesen, wäre ich geflogen. Das Problem waren meine langen Beine und die geringen Abmessungen der Raumkapsel: Meine Knie stoßen an die Armaturen und wären bei der Landung gebrochen. Aber die Raumfahrt entwickelt sich weiter. Früher oder später werde ich es tun.

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