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Online-Handel Amazon wird zur Supermacht im Netz

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Leuchtreklame für Metro und Quelle: dpa/dpaweb

Um dem Deutschland-Ableger von Amazon besser Paroli bieten zu können, hat Metro-Chef Eckhard Cordes im März den Internet-Händler Redcoon gekauft. Mit dessen Erfahrungsschatz will er das Online-Geschäft von Media Markt und Saturn vorantreiben, um mittelfristig den Online-Anteil des Umsatzes auf 30 Prozent auszubauen. Auch Ebay griff tief in die Tasche und erwarb im März für 2,4 Milliarden Dollar den Logistikdienstleister GSI Commerce, der Händler beim Betreiben und Vermarkten ihrer Online-Angebote unterstützt.

Befeuert wird das Gefecht von einer neuen Welle im E-Commerce, "die die Grenzen zwischen lokalem, stationärem Handel und Online-Vertrieb immer stärker verschwimmen lässt", so Ebay-Chef John Donahoe. Während früher kaum jemand Alltagsartikel wie Schuhe, Toilettenpapier oder Seife online bestellte, ist es heute in den USA die Normalität.

Amazons Neuanschaffungen bleiben autonom

Auf diesem Feld hat Bezos dank des hohen Börsenwerts in den vergangenen zwei Jahren kräftig zugekauft, fast ausschließlich im Tausch gegen eigene Aktien. Ein Beispiel ist der Schuhhändler Zappos – in Deutschland durch Zalando kopiert – für 1,2 Milliarden Dollar oder der Windel- und Seifeverkäufer Quidsi (diapers.com, soap.com) für 545 Millionen Dollar. Die Neuanschaffungen lässt Bezos weitgehend autonom agieren, um ihre Firmenkultur zu bewahren und bei den Kunden den Eindruck von Markenvielfalt zu erwecken. "Bei uns gibt es noch nicht mal ein Amazon-Logo am Firmengelände", sagt Zappos-Chef Tony Hsieh, der die Geschäfte von Las Vegas aus führt.

Raumfähre in Arbeit

Bezos, der noch knapp 20 Prozent der Amazon-Aktien hält, ist nach eigenen Worten auf einer Mission. "Missionare machen bessere Produkte, weil sie sich stärker persönlich verantwortlich fühlen", sagte er dem US-Wirtschaftsmagazin "Fortune“ in einem seiner raren Interviews. Schon morgens beim Zähneputzen denke er darüber nach, "wie ich meine Kunden besser zufriedenstellen kann."

Seine Manager fordert der vierfache Vater, der seine Familie vor der Öffentlichkeit streng abschirmt, mit seinem phänomenalen Gedächtnis für Zahlen und Details heraus. Ähnlich wie Jobs bei Apple hat er einen Blick für Details und fordert Perfektion, vor allem aber Leidenschaft. Wer die nicht zeigt, riskiert schon mal einen Zornesausbruch des so sanftmütig erscheinenden Mannes. In der Öffentlichkeit gibt sich der Multimilliardär bescheiden. Als Luxus gönnt er sich sein privates Unternehmen Blue Origin, das für den Star-Trek-Fan und die US-Weltraumagentur Nasa an einer Raumfähre bastelt.

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