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Online-Handel Amazon wird zur Supermacht im Netz

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Gefährlich ist auch das Kräftemessen mit der Politik in den USA. Dank eines Urteils des Verfassungsgerichts müssen Unternehmen, die keine physische Präsenz in einem US-Bundesstaat haben, im Gegensatz zu stationären Händlern keine Verkaufssteuer einsammeln und an die Staatskasse abführen. Stattdessen schulden die Konsumenten diese dem Staat direkt, doch kaum jemand zahlt freiwillig. Allein dadurch erzielt Amazon einen Preisvorteil von bis zu zehn Prozent gegenüber dem Online-Anbieter Walmart.com, der wegen der vielen Filialen seines Mutterkonzerns die Steuer einsammeln muss.

"Jeff will alles"

Dem amerikanischen Staat entgehen so rund 300 Millionen Dollar Steuern pro Jahr. Die Bundesstaaten New York, Texas und Kalifornien wollen Amazon künftig zum Steuereintreiben verpflichten. Bezos wehrt sich dagegen, will sogar einen Bürgerentscheid in Kalifornien erzwingen. Doch der könnte nach hinten losgehen. Amazons Image könnte ähnlich beschädigt werden wie das von Wal-Mart, dem die systematische Zerstörung des Einzelhandels vorgeworfen wird.

Doch Bezos gibt nicht auf. Dem Mann kann man viel vorwerfen, zum Beispiel seine hohe Risikobereitschaft, aber nicht Mangel an Kampfgeist und Ideen. Der Kindle etwa hätte sich auch als millionenschwerer Ladenhüter erweisen können, schließlich waren alle Vorgänger der Konkurrenz bis dahin gefloppt. "Jeff will alles", sagt der US-Technologieexperte Mark Anderson. "Und bislang bekommt er es auch."

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