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Opel-Chef Nick Reilly "Gewinne wären die beste Werbung für die Marke Opel"

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Opel schrieb auch im dritten Quartal rote Zahlen. Ist dafür nur die Restrukturierung verantwortlich?

Bislang profitiert Opel noch nicht von den Vorteilen der Restrukturierung, sondern trägt zunächst deren Kosten. Bis zur endgültigen Schließung unseres Werkes in Antwerpen Ende des Jahres, haben wir den Betrieb bisher noch zur Hälfte aufrecht erhalten. Der Personalabbau in Deutschland verläuft ziemlich schleppend. Und wir hatten noch nicht unsere neuen, wichtigen Modelle wie den Meriva oder den Astra Sports Tourer auf dem Markt.

Im Gesamtjahr 2010 wird Opel insgesamt ein beträchtliches Minus einfahren. Schätzungen von Analysten lauten auf rund eine Millarde Euro Verlust – ist das korrekt?

Es wird noch ein bisschen mehr sein. Die Restrukturierungskosten schlagen wie gesagt erheblich zu Buche. Die Schließung von Antwerpen allein kostet uns in diesem Jahr rund 400 Millionen Euro. In der Summe rechnen wir mit einem Minus von rund zwei Milliarden Dollar, das sind 1,4 Milliarden Euro.

In Deutschland wollen Sie im Werk Bochum die meisten Stellen abbauen. Doch der Personalabbau verläuft dort eher schleppend, ist zu hören. 145 Personen wollen Ihr Abfindungsangebot nicht annehmen, hieß es aus dem Betriebsrat. Ist das ein Problem für Sie?

Einige haben die Abfindungsprämie angenommen und zudem verlassen uns einige Mitarbeiter im Rahmen der natürlichen Fluktuation in den Ruhestand. Weitere 300 Mitarbeitern haben die Möglichkeit, nach Rüsselsheim zu wechseln. Deshalb glaube ich nicht, dass wir dieses Jahr ein Problem bekommen, möglicherweise aber nächstes Jahr, wenn sich an der Akzeptanz unserer Angebote nichts ändert. Dass Personal aber aus Kostengründen abgebaut werden muss, ist unbestritten, und das ist ja auch mit dem Betriebsrat abgestimmt.

Wenn die Autonachfrage weiter anzieht, könnten Sie die Leute ja auch behalten.

Nicht alle. Wir haben ohnedies schon einige der Maßnahmen gestreckt. Aufgrund unserer Kapazitätsberechnungen wissen wir aber, wie viele Mitarbeiter wir in Bochum benötigen. Es reicht nicht, einfach nur darauf zu warten, dass sich der Markt wieder erholt. Wenn nötig, können wir die Kapazitäten in Bochum zusätzlich nutzen.

Opel hat mit dem Mittelklassemodell Insignia, dem Kompakt-Van Meriva und jetzt dem Astra-Kombi namens Sports Tourer gute Autos im Programm. Warum verlieren Sie auf Europas wichtigstem Markt Deutschland trotzdem weiter Anteile?

Das hat mit dem Ruf der Marke, aber rein gar nichts mit der Qualität unserer Autos zu tun. Es ist erst wenige Wochen her, dass der Meriva mit dem Goldenen Lenkrad ausgezeichnet worden ist. Dank des Ampera werden wir als führend in der Elektromobilität gesehen. Diese positive Wahrnehmung müssen wir auf das gesamte Unternehmen übertragen.

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