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Opel-Rettung Bund stärkt Magna vor GM-Treffen kräftig den Rücken

Bewegung nach wochenlangem Tauziehen: Einen Tag vor einer Direktoriumssitzung treffen sich Top-Manager von Magna und General Motors nun in Detroit. Der Bund unterstützt Magna mit einer teuren Zusage: Er will die Staatskredite für Opel vorerst alleine stemmen.

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Opel-Logo bei einem Händler: Quelle: REUTERS

Nur noch wenige Wochen bleiben bis zur Bundestagswahl. Bis dahin dürfte die Opel-Rettung unter Dach und Fach sein. Diesen Eindruck erwecken die jüngsten Meldungen zur Zukunft des maroden Autobauers.

Deutsche Politiker tun derzeit alles, um dem Konsortium rund um den Autozulieferer Magna den Weg zum Opel-Einstieg zu ebnen. Nun wollen Bund und Länder den staatlich garantierten Kredit für Magna von 4,5 Milliarden Euro vorerst alleine stemmen – also ohne Beteiligung anderer europäischer Länder. Dies sagte Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Wir haben General Motors angeboten die ganze Summe bereitzustellen,“ so Homann, der Leiter der Opel-Arbeitsgruppe von Bund und Ländern. Die Last solle ebenso wie der bereits ausgezahlte Kredit von 1,5 Milliarden Euro für Opel zu gleichen Teilen auf Bund und Länder entfallen. Die nächsten 3 Milliarden Euro würden abermals zur Hälfte von der Förderbank KfW und den jeweiligen Landesbanken in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen geliefert.

Regierung schwächt eigene Verhandlungsposition

Dieser Schritt soll langwierige Verhandlungen in Europa verhindern. Doch die deutsche Regierung lässt sich damit auf ein gewagtes Spiel ein. Gut die Hälfte der 50.000 Opelaner arbeitet in Werken außerhalb Deutschlands. Erst später solle die Last der Staatskredite mit den anderen europäischen Opel-Ländern – darunter Großbritannien, Spanien, Polen und Belgien – geteilt werden. Schlüssel dafür sei die Zahl der erhaltenen Arbeitsplätze, meinte Homann.

Immerhin hat die Bundesregierung vor kurzem von Magna und RHIJ eine höhere Eigenkapitalquote beim Opel-Einstieg verlangt. Doch mit ihrem Vorpreschen schwächen die Deutschen ihre eigene Verhandlungsposition gegenüber den europäischen Opel-Standorten. Die deutsche Zahlungsgarantie senkt für die übrigen Länder den Anreiz, sich im größeren Stil an der Rettung ihrer Opel-Werke zu beteiligen.

Spitzengespräch vor GM-Verwaltungsratstreffen

Auf einen baldigen Richtungsentscheid deutet auch ein weiteres Spitzengespräch zwischen Magna und General Motors (GM) heute in Detroit hin. Magna-Co-Chef Siegfried Wolf trifft sich mit GM-Chef Fritz Henderson zu einem „informellen Gespräch“, wie Nachrichtenagenturen berichten. Mit dabei ist auch der Chef des russischen Magna-Partners Sberbank, German Gref. Laut Eigenangaben hat sich Magna mit GM bereits über alle strittigen Punkte für eine Übernahme geeinigt. Beim heutigen Gteffen dürfte es darum gehen, Henderson nochmals von dem Magna-Angebot zu überzeugen. Bislang hat etwa GM-Verhandlungsführer John Smith das RHJI-Angebot als das einfachere bezeichnet.

Richtungsentscheid vielleicht schon morgen

Die Zeit drängt: Morgen trifft sich das GM-Direktorium zu einer Tagung. Dabei könnte auch eine Richtungsentscheidung in der Causa Opel fallen. Doch fix ist das nicht: Bereits beim letzten Treffen des GM-Verwaltungsrats vor mehr als zwei Wochen hatten Experten auf eine Entscheidung der Amerikaner gehofft. Doch die Führungskräfte des US-Autobauers vertagten die Entscheidung.

Die Opelaner - und die Politiker -  hoffen inbrünstig, dass die Amerikaner die Opel-Zukunft nicht nochmals auf die lange Bank schieben.

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