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Opel-Rettung General Motors erweist sich im Opel-Poker als gewiefter Spieler

Überraschende Wende in der Causa Opel: General Motors prüft offenbar, Opel zu behalten - aber nur vielleicht.Trotzdem will der US-Autobauer an seinen Verkaufsplänen für Opel festhalten - und bittet um Geduld. Der Vorstoß von GM könnte sich am Ende als taktisch kluger Bluff entpuppen.

ARCHIV - Eine Tafel mit dem Quelle: AP

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Monatelang schon schiebt der us-amerikanische Autobauer General Motors (GM) eine Entscheidung über die Zukunft seiner europäischen Tochter Opel auf die lange Bank.

Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Mehreren Berichten zufolge denkt GM über Alternativen zum Verkauf von Opel nach.

GM könnte also den lange geplanten Verkauf von Opel abblasen und den maroden Autobauer im Alleingang sanieren. Das dafür notwendige Geld, rund vier Milliarden Dollar, will der Konzern Medienberichten zufolge selbst aufstellen.

Für die Bundesregierung ist GMs Kehrtwende ein Desaster

Einfach wird das nicht. GM darf dafür kein Geld der US-Regierung nutzen. Die Mittel könnte GM also nur über den Verkauf oder die Verpfändung von Unternehmensteilen wie etwa dem China-Geschäft aufstellen.

Für die Bundesregierung ist GMs Kehrtwende ein Desaster. Seit Monaten drängen deutsche Politiker darauf, Opel endlich an einen Investor zu verkaufen. Und der Wunschkandidat dafür steht ebenfalls seit Monaten fest: Das Konsortium rund um den Autozulieferer Magna.

Eine Antwort aus Berlin ließ nicht lange auf sich warten: Die Bundesregierung verlegte ein für morgen geplantes Spitzentreffen zwischen einem GM-Topmanager und der Opel-Task-Force auf heute Nachmittag vor.

Für GM kam Vize-Konzernchef John Smith nach Berlin – eine Schlüsselfigur im Verhandlungspoker um Opel: Smith ist GMs Chefverhandler für den Opel-Verkauf und sitzt auch im fünfköpfigen Beirat der Opel-Treuhand. Nach dem Treffen war die Lage klarer: GM setzt unverändert auf einen Verkauf seiner Tochter Opel, berichteten deutsche Regierungskreise anschließend. Das Management des amerikanischen Konzerns sei weiter „an einer Investorenlösung interessiert“, hieß es. Doch gebe es im GM-Aufsichtsrat noch erheblichen Informationsbedarf.

IG-Metall droht mit zivilem Widerstand

Entsetzt reagierten die Opel-Betriebsräte auf GMs neue Pläne. Sie wollen auf jeden Fall Magna als neuen Konzernherren durchdrücken. Wenn die Interessen der Belegschaft ignoriert würden, blieben ihr nur "Mittel des zivilen Widerstands", drohte der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

GM-Europe-Chef Carl-Peter Foster versuchte daraufhin, den Unmut der Beschäftigten zu dämpfen. „Die Entscheidung über den Weg der Zukunft für Opel erfordert von allen Parteien vollen Einsatz, denn es handelt sich um eine komplexe Aktion mit vielfältigen Auswirkungen“, schrieb Forster heute in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. „Es ist deshalb äußerst wichtig, dass diese Entscheidung, die für General Motors genauso wie für Opel eine große Tragweite haben wird, nur nach sehr reiflicher Überlegung getroffen wird.“

Der öffentliche Aufschrei über die angebliche Kehrtwende von GM ist also groß.

Doch so richtig passen GMs Aussagen nicht zusammen. GM hängt zwar offenbar mehr am Europageschäft als bisher zugegeben. Denn profitabel ist dieser Unternehmensteil bei weitem nicht: 2008 fuhr GM Europe einen Verlust von fast drei Milliarden Dollar ein.

Das ist zwar weniger dramatisch als die hohen Verluste im Stammmarkt USA, doch von schwarzen Zahlen ist GM Europe trotz Abwrackprämien weit entfernt.

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