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Opel-Rettung Guttenberg von Opel-Konzepten nicht überzeugt

Nach dem Treffen mit dem Fiat-Chef fordert Wirtschaftsminister zu Guttenberg weitere Nachbesserungen. Ausdrücklich hielt er auch die Option einer Insolvenz offen. Zuvor hatte das Szenario einer Opel-Zerschlagung für Wirbel gesorgt.

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Fiat-Chef Sergio Marchionne Quelle: REUTERS

Sergio Marchionne konnte die Bundesregierung noch nicht von seinem Konzept zur Opel-Rettung überzeugen. Im typischen Pullover war der Fiat-Chef ins Kanzleramt gekommen, im Gegensatz zu seinem ersten Besuch fuhr der Fiat-Chef diesmal allerdings mit einem schwarzen Fiat-Fünftürer der Mittelklasse an Stelle eines Maserati vor.

Dort traf sich Marchionne zum Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Zudem stand am Nachmittag ein Treffen mit SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier auf dem Programm.

Doch die politischen Entscheidungsträger reagierten zurückhaltend. So sagte zu Guttenberg vor einer Unionsfraktionssitzung, die Italiener hätten „kein schlechtes Konzept“ vorgelegt. Das Angebot sei seriös. „Aber es sind weitere Nachbesserungen notwendig.“ Dies gelte allerdings auch für das Angebot des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna.

Guttenberg bekräftigt Möglichkeit der Opel Insolvenz

Guttenberg bekräftigte, eine „geordnete Insolvenz“ von Opel bleibe weiterhin „als Option auf dem Tisch“. Das Wirtschaftsministerium wies jedoch die Darstellung der „Bild“- Zeitung (Dienstag) zurück, er habe eine Zerschlagung von Opel ins Gespräch gebracht. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf einen internen Vermerk des Ministers, er halte die drei Investorenangebote für „wirtschaftlich nicht belastbar“.

In dem Vermerk heißt es laut „Bild“-Zeitung: „Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt die Liquidation zu einem Abbau der Überkapazitäten und zu einer entsprechenden Marktbereinigung.“ Allerdings sei „die Liquidation ... nicht vermittelbar. Alternativ könnte eine geordnete Insolvenz angestrebt werden.“ Sprecher Steffen Moritz sagte, ein solches Papier des Wirtschaftsministeriums gebe es nicht. „Ein Papier ähnlicher Art stammt von einer externen Beratungsfirma.“ Daher könne das in der „Bild“-Zeitung angeführte Zitat nicht dem Minister zugeordnet werden.

SPD unterstützt Magna

Die SPD favorisiert dagegen weiterhin offen einen Einstieg von Magna. So sprach sich SPD-Fraktionschef Peter Struck erneut für Magna aus. Der kanadisch-österreichische Zulieferer habe das „realistischere und beste Konzept“, sagte Struck vor einer SPD-Fraktionssitzung in Berlin. Er verwies darauf, dass Magna bei den Plänen für das Bochumer Werk nachgebessert habe. Details nannte er nicht.

Fiat-Chef Marchionne wird sich Regierungskreisen zufolge auch am Mittwoch noch zu weiteren Opel-Gesprächen in Berlin aufhalten. Die Verhandlungen mit dem italienischen Autobauer und den anderen Investoren würden fortgesetzt, hieß es in den Kreisen am Dienstag.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie am Mittwoch der Opel-Gipfel abläuft.

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