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Opel-Rettung Magna-Einstieg mit hartem Sparkurs bei Opel verbunden

Trotz des neuen Investors Magna stehen Opel harte Einschnitte bevor. Für Magna wird der Einstieg billiger als ursprünglich geplant - und die Kritik am Vorgehen von Wirtschaftsminister zu Guttenberg wird schärfer.

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Der Opel-Blitz an einem Auto: Quelle: AP

Nach der Einigung mit dem Zulieferer Magna steht Opel nach Betriebsratsangaben vor einem „harten Sanierungsweg, der Arbeitsplätze kosten wird“. Zwar sei das österreichisch-kanadische Unternehmen immer der Wunschkandidat der Rüsselsheimer gewesen.

Dennoch werde Opel mit Magna „kein Land, in dem Milch und Honig fließt“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz heute im ZDF-Morgenmagazin. Bei einer Zusammenarbeit mit Fiat wäre Opel allerdings wegen weltweiter Überkapazitäten in eine dramatische Lage gekommen, betonte Franz: „Ein betriebswirtschaftlich absolutes Harakiri-Unternehmen wäre das gewesen.“

Schwierige Verhandlungen

Franz erwartet nach dem Zuschlag für Magna schwierige Verhandlungen. Man wolle aber versuchen, die Einsparungen „sozialverträglich“ hinzubekommen. Oberstes Gebot sei dabei ein europäisches Geschäftsmodell. Eine rein deutsche Lösung sei nicht angedacht.

In seinem Rettungsplan hatte der angeschlagene Autobauer Einsparungen von einer Million Euro angekündigt. In dem am Pfingstwochenende vorgelegten überarbeiteten Konzept von Magna gibt es keine verbindlichen Absprachen zum Jobabbau bei Opel. Aus Regierungskreisen hieß es aber, Magna spreche von einem Abbau von 11.000 der etwas mehr als 50.000 Arbeitsplätze bei General Motors (GM) Europe einschließlich Vauxhall, aber ohne der Marke Saab.

Magna musste doch nicht zu Überbrückungskredit beitragen

Magna muss anders als zunächst vereinbart nicht zum staatlich verbürgten Überbrückungskredit für den Autobauer Opel beitragen. Finanzminister Peer Steinbrück sagte heute: „Es hat eine Veränderung gegeben, dahingehend, dass Magna nicht mehr an einem Brückkredit beteiligt ist am kurzen Ende.“ Vielmehr sei der Staat in der Lage gewesen, „durch ein zügiges Arbeiten und auch unter Berücksichtigung beihilferechtlicher Fragen heute Opel die erste Tranche des staatlich garantierten Brückenkredits auszuzahlen“.

Magna müsse damit nicht kurzfristig 300 Millionen Euro für Opel für wenige Tage bereitstellen, sagte Steinbrück. Andererseits spare der Staat die damit verbundenen Zinsaufwendungen und setze den 1,5 Milliarden-Euro-Kredit, der staatlich verbürgt ist, schneller in Gang als zunächst geplant.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Magna einen Rückzug von der Opel-Rettung nach wie vor für möglich hält

Magna hält weiterhin Rückzug für möglich

Trotz der Einigung hält Magna offenbar immer noch einen Rückzug von der Mitwirkung an der Opel-Rettung für möglich. „Dass sich aus der gegenwärtigen Mitwirkung von Magna eine Transaktion ergeben wird, kann jedoch nicht gewährleistet werden“, erklärte der Konzern in der Nacht zu heute im kanadischen Aurora in einer Mitteilung.

Was es derzeit gebe, sei ein Rahmenkonzept, dass mit allen Beteiligten vereinbart wurde. Aufgrund dessen sollte es für Opel möglich sein, „einen eventuellen Insolvenzantrag zu vermeiden, und die für die unmittelbare und langfristige Rentabilität erforderliche Restrukturierung weiter zu verfolgen“, hieß es in der Erklärung des kanadisch-österreichischen Zulieferers. Magna-Gründer und Chef Frank Stronach sprach von einer „konstruktiven Lösung“, die gefunden worden sei und die die Interessen aller berücksichtige. „In der nächsten Phase werden wir unser Konzept in die Realität umsetzen und mit allen Parteien zusammenarbeiten, um eine definitive Vereinbarung herbeizuführen.“

Zu Guttenberg in der Kritik

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat die Äußerungen von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zum Thema Opel kritisiert. „Die Bundesregierung ist einschließlich Herrn Guttenberg in einer Gesamtbetrachtung zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Lösung, die wir jetzt haben, ehrgeizig und konstruktiv verfolgt werden sollte“, sagte Steinbrück dem Deutschlandfunk.

Wenn Guttenberg nun Kritik an dieser Bewertung äußere, so sei darauf hinzuweisen, dass er beteiligt gewesen sei an „dieser Gesamtbetrachtung, Gesamtabwägung“. Daher erwartet Steinbrück von Guttenberg, „dass er seine Zusagen gegenüber der Bundeskanzlerin und auch gegenüber dem Vizekanzler und auch gegenüber mir einhält und in seiner Verantwortung konstruktiv jetzt diese betreibt“. Genau das habe Guttenberg zugesagt. „Deshalb bin ich etwas irritiert, wenn es schleichende Seitwärtsbewegungen geben würde“, fügte Steinbrück an.

Guttenberg hatte nach der Einigung in Sachen Opel am Samstag erklärt, er sei in seiner Risikobewertung des nun verfolgten Magna -Konzeptes für Opel zu einem anderen Schluss gekommen als seine Kabinettskollegen. Ungeachtet dessen werde er aber an der Umsetzung dieses Vorschlages nun mitarbeiten.

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