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Opel-Rettung Merkel will sich als Opel-Retterin feiern lassen

Bundeskanzlerin Angela Merkel drückt aufs Tempo: Bis zur Automesse IAA am 17. September will sie eine endgültige Entscheidung über den künftigen Opel-Investor. Bei ihrem Besuch der Messe will sie sich dann für die Rettung des Autobauers feiern lassen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: AP

Das Kanzleramt hat nach Informationen der WirtschaftsWoche bereits Kontakt mit Opel aufgenommen, um die Einzelheiten des Auftritts zu planen, heißt es aus dem Unternehmen. Merkel soll eine Rede am Messestand von Opel halten. Berlin und Rüsselsheim planen bereits die Gestaltung der Bühne, auf der Merkel sprechen soll.

Die IAA startet am 17. September und endet am 27. September, dem Tag der Bundestagswahl. Merkel werde bei ihrem „üblichen Messerundgang sicher auch an den Opel-Stand kommen“, sagte ein Opel-Sprecher, wollte aber keine weiteren Angaben dazu machen. Intern heißt es, Opel werde „alles tun, um eine Entscheidung bis zur IAA zu haben“.

Die Bundesregierung bestätigte, dass sie nach der noch am Freitag erwarteten Empfehlung von General Motors im Bieterstreit um Opel schnell eine abschließende Entscheidung anstrebt. „Es ist so, dass wir eine zeitnahe Entscheidung wollen“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Vom GM-Verwaltungsrat erwarte man Freitagnacht zumindest eine „Grundeinschätzung“ zu den Offerten des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna und des Finanzinvestors RHJ. Regierungssprecher Klaus Vater machte nochmals deutlich, dass Kanzlerin Angela Merkel eine Präferenz für das Magna-Angebot und Vorbehalte gegenüber den Opel-Plänen von RHJ signalisiert hatte.

Um die Rettung von Opel zu beschleunigen, bieten Bund und Länder jetzt an, die benötigten Staatsbürgschaften von 4,5 Milliarden Euro zunächst alleine aufzubringen – ohne die Staaten, in denen ebenfalls Opel-Werke stehen. Damit würden die deutschen Steuerzahler jedoch einseitig belastet. Denn nach dem Rettungsplan von Magna, den der Autozulieferer am 17. Juli der Bundesregierung vorstellte und der der WirtschaftsWoche vorliegt, sollen künftig 34,7 Prozent der Opel-Arbeitsplätze im europäischen Ausland liegen.

Das Wirtschaftsministerium erklärte, die Bundesregierung habe mit ihrem Angebot an die anderen EU-Länder mit Opel-Standorten, die staatlichen Finanzhilfen bei der Übernahme des Autobauers zunächst alleine zu übernehmen, das Verfahren beschleunigen wollen. Dieses Vorleistungsangebot habe mit unterschiedlichen Regulierungen für staatliche Hilfen in den Ländern zu tun, sagte die Sprecherin. Auf diese Weise sollten Verzögerungen vermieden werden.Das Angebot sei nicht dazu gedacht, die anderen EU-Länder mit Opel-Standorten zu einer Festlegung zugunsten von Magna zu drängen.

Unterdessen sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters, im Verwaltungsrat von GM zeichne sich inzwischen eine Präferenz für den Bieter Magna ab. Bislang hatte die GM-Seite eher RHJ bevorzugt.

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