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Opel-Rettung Opel stehen noch harte Verhandlungen mit Magna bevor

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Kritische Töne aus Opposition

Während Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Verkauf als „erfreuliches Signal“ begrüßte, kamen aus Reihen der Opposition kritische Töne. Nach Guttenbergs Ansicht bietet der Verkauf die Chance, dass sich Opel restrukturiert und auf den Märkten wieder als Wettbewerber auftreten kann. „Aber das erfordert viel Arbeit, und das ist jetzt nicht Grund zur Euphorie“, sagte Guttenberg am Donnerstagabend im ZDF-“heute journal“.

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle äußerte dagegen Zweifel am Verkauf und forderte die Bundesregierung zur Offenlegung sämtlicher Vorverhandlungsunterlage n auf. Die Arbeitsplätze seien überhaupt nicht gerettet. „Das ist in Wahrheit nichts anderes als eine Maßnahme zur Stärkung der eigenen Regierungsparteien bei der Bundestagswahl“, kritisierte er im ZDF.

Magna verspricht Trennung zwischen Opel und Zulieferbereich

Ausgerechnet zwei Vertreter Deutschlands trugen im Beirat der Opel-Treuhandgesellschaft einen Verkauf an Magna nicht mit. Der bei Conti als Sanierer bekanntgewordene Manager Manfred Wennemer stimmte dagegen, der Insolvenzexperte Dirk Pfeil als Vertreter der Länder mit Opel-Standorten enthielt sich. In seiner Begründung ließ es Wennemer an Deutlichkeit und scharfer Kritik nicht fehlen. Er bezweifelte, dass sich Opel am Markt durchsetzen und wettbewerbsfähig sein werde. Mit 1,5 Millionen Autos produziere das neue Unternehmen im Jahr 2012/13 „viel zu wenig, um effizient zu sein“.

Magna will nach dem angekündigten Kauf von Opel Interessenskonflikte mit seinen Kunden vermeiden. „Sobald die Übernahme erfolgreich abgeschlossen ist, wird Magna angemessene 'Firewalls' errichten, um eine vollständige Trennung zwischen dem laufenden Autozuliefergeschäft und Opel zu garantieren, so dass vertrauliche Kundeninformationen umfassend geschützt bleiben“, teilte Magna-Chef Frank Stronach mit. Der Magna-Kunde Volkswagen hatte vor kurzem angekündigt, bei der Vergabe von neuen Aufträgen genau zu prüfen, ob mit dem Zusammenschluss des Rüsselsheimer Autobauers und Magna Wettbewerbsnachteile für VW entstünden.

Magna will den deutschen Autobauer nach eigenen Angaben in eine erfolgreiche Zukunft führen. „Das Konsortium freut sich, dass sein Plan für Opel General Motors zufriedengestellt hat“, sagte Magna- Vizechef Siegfried Wolf. Der Zulieferer und die Sberbank bedankten sich bei sich bei der deutschen Regierung für ihre Unterstützung und bei GM für die „konstruktive Atmosphäre“ bei den Verhandlungen. Nach Angaben aus Regierungskreisen entschied sich GM letztlich aus finanziellen Gründen für die Trennung von Opel. Eine Sanierung des deutschen Herstellers habe GM nicht stemmen können. Die US-Regierung habe nicht erlaubt, dass Geld aus den 50 Milliarden Dollar Staatshilfen in Europa verwendet würde

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