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Opernhäuser Deutschlands Musiktheater im Wirtschaftlichkeits-Check

Die Lage der Kulturbetriebe spitzt sich zu. Schwindende Zuschauer und der Sparzwang der öffentlichen Hand gefährden die wirtschaftliche Basis und nagen an der Legitimation der riesigen staatlichen Zuschüsse. Vor allem kleineren Musiktheatern droht das Aus. Der einzige Ausweg sind neue Geschäftsmodelle, professionelles Management – und entstaubte Stücke auf der Bühne.

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Das Reiterstandbild König Quelle: ZB

In Shanghai ist alles außergewöhnlich, auch das Grand Theatre. Im Scheinwerferlicht wirkt das Gebäude mitten in der chinesischen Mega-City wie ein schwebender Kristallpalast, ein gigantisches Dach schwingt über einem gläsernen Foyer aus weißem Marmor.

Die Begeisterung der 1800 Operngäste an diesem Abend gilt der „Götterdämmerung“ von Richard Wagner. „Im ersten Akt hatten wir schon Applaus auf offener Szene“, erinnert sich Markus Stenz. „Mir lief ein Schauer über den Rücken.“

Ein Schauer muss auch den Steuerzahlern der Stadt Köln über den Rücken gelaufen sein, als sie davon in der Zeitung lasen. Denn als Leiter des Gürzenich-Orchesters gehörte Stenz zu einer 315-köpfigen Reisegesellschaft der Kölner Oper, die in diesem Herbst fast vier Wochen durch das Reich der Mitte tourte. Spielort war neben Shanghai auch die Hauptstadt Peking mit drei Aufführungen von Mozarts „Don Giovanni“. Zum Gepäck gehörten 30 Container Bühnentechnik, Kostüme und Instrumente. Fast zwei Millionen Euro verschlangen Tross und Tender. Obwohl Sponsoren, Bund und Land kräftig zubutterten, fehlten dem Opernhaus am Ende 800 000 Euro.

Die Lücke schloss Intendant Uwe Eric Laufenberg kurzerhand, indem er sich der Rücklagen seines Hauses für Betriebsmittel bediente, die eigentlich für das Amüsement des Publikums in Köln gedacht sind. „Das ist doch unser Geld“, rechtfertigte der 49-Jährige den indirekten Griff in den Stadtsäckel, „derartige Investitionen sind doch selbstverständlich.“

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    Vollkaskoversorgung durch den Steuerzahler

    Aufwendige Auftritte, Vollkaskoversorgung durch den Steuerzahler, dazu Selbstbedienungsmentalität und Selbstinszenierungen von Regisseuren und Intendanten ohne Rücksicht auf die Kosten – für viele im deutschen Opernbetrieb mag das selbstverständlich sein.

    Dank der Wirtschafts- und Finanzkrise dürfte damit jedoch bald Schluss sein. Der Sparzwang der krisengebeutelten öffentlichen Haushalte werde dazu führen, dass Deutschlands Länder und Kommunen auch die Zuschüsse für ihre Singtheater herunterfahren, prognostiziert die Unternehmensberatung A.T. Kearney in einer aktuellen Studie. Alimentierten die Steuerzahler die 144 öffentlichen Schauspielhäuser hierzulande, darunter 85 Opernbühnen, bis zuletzt mit zwei Milliarden Euro jährlich, dürften es bis 2020 zehn Prozent weniger sein.

    „Damit droht in jedem zehnten Haus der Vorhang für immer zu fallen“, prognostiziert A.T.-Kearney-Beraterin Claudia Witzemann. „Insbesondere kleine Häuser, die ausnahmslos am Tropf ihrer Gemeinde hängen, sind von Schließungen betroffen.“ Ende November etwa steht in Flensburg die Zukunft des dortigen Musiktheaters zur Entscheidung. Das Thema bestimmte auch die Wahl des Oberbürgermeisters an diesem Sonntag.

    Pro Besucher einen Hunderter

    Die Einschnitte sind überfällig. Zu lange gerieren sich die staatlichen Opern- und Schauspielhäuser als Parallelgesellschaften zum übrigen Wirtschaftsleben. Die Chefs der Kulturpaläste, die Intendanten, fühlen sich vielfach mehr als Schöngeister denn als Manager. Die meisten von ihnen besitzen allenfalls rudimentäre betriebswirtschaftliche Kenntnisse, geschweige denn eine einschlägige Ausbildung.

    Statt Einnahmen zu erzielen, um einen möglichst großen Teil der Ausgaben zu decken, pflegen die meisten von ihnen das Credo „Management ist der Tod der Kunst“, kritisiert Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung. Verpackt in den politischen Anspruch, die Pflege von Oper und Schauspiel zähle zu den hehrsten Aufgaben des Staates, handeln viele Intendanten nach dem Motto: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder – egal, was dies den Steuerzahler am Ende kostet.

    Probenszene zur

    Welches Ausmaß die Nonchalance in wirtschaftlichen Dingen konkret angenommen hat, zeigt eine Analyse des Geschäftsbetriebs der zehn größten Opernhäuser Deutschlands sowie ausgewählter Musiktheater in der Provinz durch die WirtschaftsWoche. Die Ergebnisse sind erschreckend, den Zahlen zufolge dürften die Tempel der Bässe und Tenöre das am höchsten bezuschusste Bezahlangebot bilden, das der Staat in Deutschland im Programm hat:

    -  Mehr als 370 Millionen Euro mussten die Steuerzahler in der zurückliegenden Saison 2009/10 allein in den Metropolen Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Dresden und Frankfurt zuschießen – damit Don Giovannis Diener Leporello die 1003 eroberten Frauen seines Herrn in Spanien besang oder Alfredo seiner siechenden Edelprostituierten Violetta in „La Traviata“ hinterherweinte.

    - Ausgegossen wurde das staatliche Füllhorn über gerade mal rund 2,8 Millionen Freunde des mal heiteren, mal ernsten Singspiels. Jedem von ihnen steckte der Steuerzahler pro Besuch – mit Ausnahme der Bayerischen Staatsoper in München – unbemerkt mindestens einen Hunderter zu. Öffnete sich in Düsseldorf der Vorhang zu den „Dialogues des Carmélites“ oder „Hänsel und Gretel“, regnete es pro Zuschauer jedes Mal unsichtbar 133,87 Euro an Steuergeldern herab. Gab die Komische Oper in Berlin die „Schneekönigin“ oder die „Meistersinger von Nürnberg“, sponserte der Senat jeden Besucher mit 224,18 Euro. Den größten Obolus erhielt, wer sich ins Große Haus des Volkstheaters Rostock begab, um der „Lustigen Witwe“ oder der „Hochzeit des Figaros“ beizuwohnen – jedes Mal sage und schreibe 402,54 Euro vom Steuerzahler.

    -  Entsprechend wenig tragen die selbst erwirtschafteten Einnahmen dazu bei, die Kosten der Orchester und Chöre, Bässe und Baritone, Regisseure und Requisiteure zu decken. Am besten kommen die Steuerzahler in Dresden weg, wo die Betriebseinnahmen 43 Prozent der Ausgaben der Semperoper einspielten. In Düsseldorf schaffte die Deutsche Oper am Rhein dagegen nur 15 Prozent. Das Staatstheater am Gärtnerplatz in München verdiente sogar nur 13 Prozent der Kosten selbst, die „Gräfin Mariza“ oder der „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ verschlangen. Opernhäuser in der Provinz geben sich mit noch viel weniger zufrieden, bestenfalls zehn Prozent.

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      Verlorene Generation

      „Wenn Sie zwei Mal im Monat mit Ihrer Frau in die hoch subventionierte Oper gehen, erhalten Sie von der Gemeinschaft höhere Transferleistungen als die meisten Hartz-IV-Empfänger“, schimpfte Götz Werner, Gründer der Drogeriemarktkette dm. Der leidenschaftliche Verfechter eines staatlich garantierten Mindesteinkommens steht außer Verdacht, Kultur gering zu schätzen: Werner ist Förderer des Festspielhauses Baden-Baden und Initiator zahlreicher Aktionen, die Lehrlinge in Theaterworkshops schleusen oder das Singen in Kindergärten vorantreiben.

      Wirtschaftlich am besten steht von den großen Häusern in Deutschland noch die Semperoper in Dresden da. Den Spitzenplatz verdanken die Sachsen drei Ursachen. Erstens verlangen sie richtig Geld für die Karten, in der Spitze 120 Euro, gegenüber lächerlichen 55 Euro in Köln. Zweitens gibt es in dem Vorzeige-Kulturbau aus DDR-Zeiten 300 Vorstellungen im Jahr, kleinere Kammerabende nicht mitgezählt. Andere Häuser sind längst nicht so produktiv. Drittens wurden die Arbeitsabläufe optimiert, Abteilungen wie die Beleuchtung und Tontechnik zusammengelegt.

      Wachsende Personalausgaben

      „Wir haben alle Bereiche auf den Prüfstand gestellt“, sagt Wolfgang Rothe, Kaufmännischer Geschäftsführer der Semperoper. „Wo es vorher fünf Mitarbeiter gab, sind es jetzt vielleicht noch drei, ohne an Qualität einzubüßen.“

      Ändert sich an den Opern in Deutschland nicht bald etwas grundlegend, dürfte sich das Missverhältnis von Einnahmen und Zuschüssen sogar noch vergrößern. Denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der gehätschelten Branche sind alles andere als rosig, auch unabhängig vom Sparzwang der öffentlichen Kassen.

      Auf der einen Seite steigen nach Schätzung von A.T. Kearney die Kosten der Häuser in den kommenden zehn Jahren vermutlich um rund ein Viertel. Treibsatz sind die unablässig wachsenden Ausgaben für Personal, die etwa 85 Prozent der Gesamtbudgets ausmachen.

      Die Deutsche Staatsoper Unter Quelle: AP

      Auf der anderen Seite drohen sich die Zuschauerränge radikal zu lichten. Martin Tröndle, Professor für Kulturbetriebslehre und Kunstforschung an der Friedrichshafener Zeppelin University, prophezeit den hiesigen Opern in ihrer heutigen Form 40 Prozent weniger Publikum innerhalb der kommenden drei Dekaden. Die jüngeren Jahrgänge schlagen einen immer weiteren Bogen um die Opernwelt, wie sie sich gegenwärtig präsentiert. Besuchten 1995 noch 43 Prozent aller 10- bis 39-Jährigen die Oper, waren es 2009 nur noch 17 Prozent.

      Zwar wächst der Anteil der älteren Menschen auf lange Sicht. Doch ob diese in reiferen Jahren auf einmal ihr Klassik-Gen entdecken, ist mehr als fraglich. „Der Hörer hält Musikgewohnheiten, die er in seiner Jugend entwickelt hat, auch im späteren Alter die Stange“, sagt Susanne Keuchel, Geschäftsführerin Zentrum für Kulturforschung in St. Augustin bei Bonn. „Wenn die Opernhäuser kein neues Publikum finden“, folgert Wissenschaftler Tröndle, „haben sie in Zukunft überhaupt keins mehr.“

      Erste Vorboten dieser Entwicklung registriert der Deutsche Bühnenverein, dem die Theater und Orchester angehören, in der vorvorigen Spielsaison. Strömten 1995/96 noch 5,1 Millionen Besucher zur „Entführung aus dem Serail“ oder „Cosí fan tutte“, waren es 2008/09 nur noch 4,4 Millionen, 14 Prozent weniger. Dadurch verringerte sich das Einspielergebnis der Häuser, also die Betriebseinnahmen ohne Zuschüsse weiter, allein 2008/09 gegenüber dem Vorjahr von 19,1 auf 18,5 Prozent. Noch reden die Standesvertreter die Dramatik klein. „Niemand kann für einen langen Zeitraum sicher vorhersagen, was die Menschen in Zukunft interessieren wird und was nicht“, sagt Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins.

      Geschäftsmodell auf dem Prüfstand

      Für Außenstehende steht jedoch fest, dass über kurz oder lang das Geschäftsmodell der Branche auf den Prüfstand muss. „Viele Stadtkämmerer bestätigen hinter vorgehaltener Hand“, sagt Wissenschaftler Tröndle, „dass die Musiktheater Legitimationsprobleme für ihre bisherige Art der Geldbeschaffung bekommen.“ Wenn ein Opernhaus immer mehr Geld brauche und immer weniger Zuschauer kämen, ahnt Ioan Holender, langjähriger Intendant der Wiener Staatsoper, „dann ist klar, dass die Politik nachfragt“.

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        Ein erster Schritt, mehr Wirtschaftlichkeit in den Betrieb zu bekommen, wäre nach Meinung von Experten die Trennung der Häuser vom öffentlichen Haushaltsrecht. Keine Frage, Oper ist aufwendig. Große Theater sind mittelständische Unternehmen, setzen gut und gerne 50 Millionen Euro pro Jahr um und beschäftigen 500 Mitarbeiter oder mehr. Trotzdem werden viele der Häuser wie eine Behörde geführt und sind an selbst erwirtschafteten Eigeneinnahmen wenig interessiert.

        Kaum funktionierende Marketingabteilungen

        „Gelänge es einem Intendanten, tatsächlich Ressourcen einzusparen, läuft er Gefahr, in der nächsten Saison weniger Subventionen zu bekommen“, sagt Vera van Hazebrouck, Direktorin des Salzburger Mozarteumorchesters. „Denn er zeigt, dass er das Geld offensichtlich nicht braucht.“

        Entsprechend wenig unternehmen die Intendanten, um Zuschauer zu werben: „Nur etwa jedes zehnte Opernhaus hat eine funktionierende Marketingabteilung“, schätzt Orchester-Vertreter Mertens. Marktforschung im Oper- und Konzertbereich etwa sei bei den meisten Häusern eine reine „Lachnummer“. Häuser wie die Deutsche Oper in Berlin, die Modemacher Wolfgang Joop für sich werben lässt, sind die Ausnahme. Aus dem Rahmen fällt auch, wie sich die Semperoper deutschlandweit präsentiert und ihre Marke als Traditionshaus pflegt.

        Eine Sonderrolle in der hiesigen Opernwelt spielt das Festspielhaus Baden-Baden. Ihm gelingt es, beim laufenden Betrieb ohne einen Cent Subventionen auszukommen. Das Erfolgsgeheimnis ist eine besondere gesellschaftsrechtliche Konstruktion sowie professionelles Management.

        Die Deichbevollmächtigten im Quelle: dpa

        Mit Blick auf Baden-Baden ist A.T. Kearney-Beraterin Witzemann deshalb überzeugt: „Viele Häuser könnten vor dem Aus bewahrt werden, wenn Kulturmacher erkennen, dass ein Kulturbetrieb auch ein Wirtschaftsunternehmen ist.“ Daraus folge, das die Intendanten lernen müssten, „Besucher als Kunden mit unterschiedlichen Bedürfnissen anzusprechen“, um die Einnahmen zu steigern.

        Ein enormes Potenzial biete zum Beispiel das Angebot von Shopping und Gastronomie rund um die Oper. Laut A.T. Kearney ließen sich damit die selbst erwirtschafteten Einnahmen um bis zu ein Drittel steigern. Brach liege in Deutschland auch das Kultursponsoring durch Unternehmen, das seit zehn Jahren unverändert bei 300 Millionen Euro pro Jahr verharre. Wie es anders geht, auch das zeigt das Beispiel Baden-Baden.

        Grundsätzliche Veränderungen am Produkt, also an der Präsentation der Oper, empfiehlt Kulturbetriebswirt Tröndle, vor allem um die Erosion bei den jungen Operngängern aufzuhalten. „Warum versuchen wir eigentlich krampfhaft, die Jugend für die Oper zu erziehen, statt die Aufführungen den Bedürfnissen der Jugend anzupassen?“, fragt Tröndle.

        Abschreckende Atmosphäre

        Viele Stoffe ließen sich etwa mit aktuellen Themen aktualisieren. Und müsse Oper immer in steriler Atmosphäre stattfinden? „Wir müssen die Oper entstauben und die Schuld nicht immer bei anderen suchen“, stichelt Tröndle gegen diejenigen, die zu wenig Musikunterricht oder die Revoluzzer der 1968er-Ära beklagen, die angeblich das Bildungsbürgertum in Deutschland zerstört hätten.

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          Kommunalpolitiker begründen die riesigen Zuschüsse oft auch damit, sie würden dadurch Gäste in die Stadt locken. Deren zusätzliche Ausgaben – für Übernachtungen oder Restaurantbesuche – würden die lokale Wirtschaft stärken und die Steuereinnahmen erhöhen. „Umwegfinanzierung“ heißt diese Hoffnung der Stadtkämmerer, sie könnten die kommunalen Ausgaben für die Oper durch Mehreinnahmen sogar übertreffen.

          Bei der Semperoper, die für viele Dresden-Besucher ein erlässlicher Höhepunkt darstellt, mag diese Rechnung in Teilen aufgehen. Größte Zweifel nährt dagegen Berlin. Zwar behauptet die Hauptstadt, jeder dritte Tagesgast komme wegen eines Theater- oder Opernbesuches, und wirbt: „Berlin ist die reichste Stadt der Welt. Zumindest an Opern.“ Überfüllt sind die drei Opern, die Berlin jährlich mehr als 112 Millionen Euro kosten, aber nicht. Die Komische Oper erzielt mit 63 Prozent die geringste Auslastung unter Deutschlands großen Häusern. Torsten Wöhlert, Sprecher der Kulturverwaltung, gibt zu: „Wenn wir heute am Reißbrett neu planen könnten, gäbe es keine drei Häuser mehr.“

          In Baden-Baden dagegen scheint die Rechnung aufzugehen: 180 000 auswärtige Opernbesucher bringen dem Kurort jährlich 46 Millionen Euro. „Durch das Festspielhaus gewinnt die Stadt an Kaufkraft und Wertschöpfung. Insbesondere die Hotellerie und Gastronomie profitieren in hohem Maße von den Ausgaben der Besucher“, schreibt die Universität St. Gallen in einer Studie. Die Schweizer attestieren dem Sangestempel sogar eine Sogwirkung: Er habe entscheidend dazu beigetragen, dass der Kunstmäzen Frieder Burda sein Museum hier gebaut und das Kulturangebot erweitert habe.

          Wie sich die anderen Opern in einem ersten Schritt reformieren ließen, hat Musikus Tröndle im Ausland abgeguckt: durch ein neues Subventionssystem. „Wir könnten einige Häuser schließen oder bei allen 20 Prozent der Zuschüsse einbehalten und diese Gelder neu verteilen“, schlägt er vor. Darauf müssten sich alle mit innovativen Ideen bewerben. „Die Holländer und Engländer machen uns das schon vor.“

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