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Ostseepipeline Nord Stream Schröders Pipeline-Großprojekt ist fast fertig

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Headline der Presseschau: Das vor vier Jahren begonnene Reisenprojekt, das lange Zeit politisch umstritten war und insgesamt auf eine Investitionssumme über 7,4 Milliarden Euro kommt, steht kurz vor der Vollendung. Die Pipeline besteht aus zwei Strängen, jede 1224 Kilometer lang. Das ist die Strecke zwischen Vyborg, dem russischen Küstenort unweit der russisch-finnischen Grenze und Vorpommern. Von Vyborg geht eine Überlandleitung zu den riesigen, sibirischen Erdgasfeldern in Jushno Russkoje. Von Lubmin wird es eine weitere Überlandleitung in die Verteilerzentren in Niedersachsen geben. Dort, welch Zufall, regierte einst Gerhard Schröder als Ministerpräsident, bevor er ins Kanzleramt einzog.

Der erste Strang der Pipeline ist fertig. Der Zeitplan: Im Oktober 2011 fließt dort das erste Gas von Russland in die EU, sprich nach Deutschland. Ein Jahr später, im Oktober 2012, wird auch der zweite Strang fertig sein. Die Enden sind bereits von Spezialschiffen versenkt, die Mitte muss noch in den Ostseegrund herabgelassen werden. Das Ganze ist eine technische Mammutleistung: Die beiden Gasröhren bestehen aus insgesamt 202 000 betonummantelten Stahlrohren. Jedes dieser zwölf Meter langen Rohre wiegt etwa 23 Tonnen. Nach Fertigstellung wird die Pipeline jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa transportieren. Das entspricht der Menge, die ausreichend ist, um 26 Millionen europäische Haushalte jährlich zu versorgen.

An dem Betreiberkonsortium Nord Stream hält der russische Energiekonzern Gazprom 51 Prozent. Jeweils 15,5 Prozent besitzen der deutsche Chemiekonzern BASF und der Energieversorger E.On. Die Gasunternehmen Gasunie aus Holland und die französische GDF Suez halten je 9 Prozent.

Und es gibt noch einen anderen Industrie- und Arbeitsplatz-Effekt: Die meisten der Rohre werden von dem Unternehmen Europipe in Mülheim an der Ruhr gefertigt. Das frühere Mannesmann-Werk liegt an der Bahnstrecke Düsseldorf - Essen, und die kilometerlangen Waggonreihen mit den aufgeladenen nahtlosen Rohren, eine Erfindung von Mannesmann, säumen die IC-Strecke und künden vom sichtbaren Zeichen des industriellen Auftragsbooms, den die Pipeline entfacht hat. Das Mannesmannwerk gehört heute zur Hälfte zum Stahlwerk Salzgitter, die andere Hälfte liegt in den Händen der saarländischen Dillinger Hütte. Und die wiederum befindet sich zu einem Drittel im Besitz des Inders Lakshmi Mittal mit seinem luxemburgisch-französischen Stahlkonzern Arcelor Mittal.

So ist die Ostseepipeline ein europäisches Projekt, das weit mehr ist als das einträgliche Vergnügen eines deutschen Altbundeskanzlers. Wenn auch zu großen Teilen sein Verdienst.

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