Patentstreit Feilschen um Genmais

Erstmals läuft ein Patent auf eine genmanipulierte Pflanze aus. Der US-Konzern Monsanto bangt um sein Monopol. Behörden prüfen, ob er Konkurrenten benachteiligt.

Sammeln von Pollen von Quelle: dpa

Diese Premiere lässt Naturschützer schaudern und Bauern aufhorchen: In vier Jahren läuft erstmals ein Patent auf eine genmanipulierte Pflanze aus, die Roundup-Ready-Sojabohne, eine Schöpfung des US-Agrarriesen Monsanto. Von 2014 an darf auch jeder andere Hersteller das genveränderte Saatgut produzieren. Der norddeutsche Saatguthersteller KWS beispielsweise prüft schon, ob er künftig ein Nachahmerprodukt auf den Markt bringt – wie es mit Generikamedikamenten in der Pharmabranche üblich ist. Doch genau das will Monsanto offenbar verhindern, werfen Konkurrenten dem US-Konzern vor.

Quasimonopol so lange wie möglich sichern

Schon ermitteln die Behörden mehrerer US-Bundesstaaten sowie das Justizministerium des Landes, ob Monsanto versucht, die Entwicklung von Roundup-Ready-Nachahmer-Pflanzen zu torpedieren und das eigene Quasimonopol so lange wie möglich zu sichern. Denn bisher ist Roundup Ready ein sehr lukratives Geschäft. Das Gen macht die Pflanzen resistent gegen Roundup, das beliebteste Unkrautgift der USA.

Allein im vergangenen Jahr enthielten 83 Prozent aller dort angebauten Sojabohnen und 84 Prozent der Baumwollpflanzen das Gen – auch weil Monsanto an andere Saatguthersteller Lizenzen dafür vergibt. Roundup Ready dürfte das erfolgreichste Produkt der grünen Gentechnik sein.

Zwar läuft das Patent erst 2014 aus, doch Entwicklung, Test und Zulassung dauern drei bis vier Jahre. Um 2014 auf den Markt kommen zu können, müssten die Wettbewerber noch während der Patentlaufzeit einen Bestand an Pflanzen züchten. Das untersagen die Lizenzvereinbarungen, was Monsantos Patentschutz praktisch um Jahre verlängert.

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