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Pathfinder 2018 Die Drei-Wörter-Adresse – eine Idee, die die Zukunft vereinfacht

Auf der Pathfinder-Konferenz suchen 800 junge Führungskräfte nach neuen Perspektiven. Mit dabei: Ein Lokalisierungs-Start-up, das Daimler begeistert und Robotordame „Nadine“.

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Daimler-Vorstand Ola Källenius (l.), Clare Jones von what3words und Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe: Adressen für Menschen an Orten, in denen es keine Straßen gibt. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt

Berlin Am Anfang steht unser Unvermögen. Das macht Clare Jones ohne Umschweife klar, als sie die Bühne des Berliner Tempodroms betritt. Trotz Jahren technischer Innovationen seien unsere Möglichkeiten, einen genauen Standort mit Freunden zu teilen, weiterhin sehr beschränkt.

„Ich kann nicht mal den genauen Ort von einem Straßenkunstwerk in London so einfach verschicken“, sagt die Chief Commercial Officer des Start-ups what3words. Sie sei in einem kleinen Ort im Westen Großbritanniens aufgewachsen und ständig habe der Postbote Pakete bei den Nachbarn abgegeben. Und selbst im Studium in London habe der Pizzabote oft nicht den verwinkelten Weg zu ihrer Hinterhofwohnung gefunden.

Doch das Problem gehe viel weiter. „Vier Milliarden Menschen haben keine Postanschrift“, sagt Jones. Grund genug, eine Antwort zu entwickeln. Und die bietet sie mit ihrem Start-up what3words.

Das Team aus 80 Mitarbeitern teilt die Welt in drei mal drei Meter große Abschnitte ein. Mit den Verfahren lassen sich Personen oder Objekte auf der gesamten Erdoberfläche mit einer Fläche lokalisieren – sozusagen als eine vereinfachte Form des satellitengestützten GPS-Standards. Bei what3words werden den jeweiligen Geo-Koordinaten Adressen zugeordnet, die aus drei Wörtern bestehen – auch an Orten, an denen es keine Straßen gibt.

Die Idee begeistert den Autobauer Daimler. „Bis zum Jahr 2020 werden wir den Standard in allen Autos etablieren“, kündigt Forschungsvorstand Ola Källenius an. Spätestens dann sollen sich im Navigationssystem alle Adressen lediglich durch die Eingabe der drei von what3words generierten Codes bestimmen lassen. Im vergangenen Jahr war bereits der Start-up-Fonds der Deutschen Bahn bei dem Londoner Unternehmen eingestiegen.

Das ist sie. Eine dieser Ideen, die das Potenzial haben, unsere Zukunft zu vereinfachen. Genau auf der Suche nach solchen Ansätzen kommen 800 junge Talente in Berlin zusammen. Auf der Handelsblatt-Konferenz „Pathfinder“ tauschen sie sich zu den großen Herausforderungen unserer Zeit mit Künstlern, Wissenschaftlern, Spitzensportlern und Topentscheidern von Daimler, Douglas, Ergo, Techniker Krankenkasse und Vodafone aus. Der 1. Mai wird zum jährlichen Tag der Reflexion – bereits das sechste Mal in Folge.

Für Nadia Magnenat Thalmann ist beispielsweise klar, dass in der Zukunft Roboter unseren Alltag mitbestimmen werden. Zum Beweis hat die Direktorin am Institut für Medieninnovation an der Nanyang Universität in Singapur ihre Schöpfung mitgebracht: Nadine, ein Roboter, den die Wissenschaftlerin nach ihrem eigenen Vorbild geschaffen hat.

„Ich finde den Gedanken toll, dass ich Begleiter wie Nadine im Alter haben werde“, sagt sie und führt die Fähigkeiten von Nadine vor. „Nadine, bist du glücklich?“, fragt die Professorin ihre Roboterdame. „Ich bin zufrieden mit einem Leben und meiner Existenz“, antwortet Nadine nach kurzem Zögern. Als Thalmann fragt, ob Nadine denn brav sei, verschlägt es dem Roboter jedoch die Sprache. „Nadine kann noch nicht alles“, sagt Thalmann.

Aber es sei klar, dass Roboter eine immer wichtige Rolle in unserem Leben übernehmen werden, ergänzt Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, der Thalmann zu dem Vortrag eingeladen hatte. „Aber ich muss zugeben, dass ich den Anblick von Nadine schon etwas befremdlich fand“, räumt er dann ein, und deutet auf die Roboterdame, die am Rand der Bühne auf einem Stuhl sitzt.

Bis die Roboter die Welt übernehmen, wird es wohl noch einige Jahre dauern.

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