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Pay-TV bei ProSiebenSat.1 Bezahl den Raab?

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„Durch HD+ haben die Sender gute Chancen, einen Pay-TV Strang aufzusetzen“, sagt Medienexperte Wiegand. Allerdings werde der Transformationsprozess einige Jahre dauern. Zudem wird hinter den Kulissen heftig um die neuen Einnahmen gerungen. Denn die HD-Gebühr kassieren erst einmal die Satellitenbetreiber, um ihre Kosten für die neue Technik zu decken. Nur ein Teil fließt an die Sender.

Auch im Dauerstreit mit den Kabelbetreibern kämpfen die Fernsehsender um die Kosten- und Gewinnverteilung. „In Dänemark zahlen die Kabelnetzbetreiber Geld dafür, dass sie uns ausstrahlen dürfen“, sagt ProSiebenSat1-Sprecher Geist. In Deutschland ist es andersherum.

Doch bis sich an diesen Strukturen etwas ändert kann es dauern. Um kurzfristig auf die angepeilten 30 Prozent Einnahmen neben der Werbung zu kommen, müssten also auch mehr Einzeltransaktionen bei Internet- und Videoinhalten dazukommen, sagt Medienexperte Wiegand.

Schon jetzt versuchen die Sender auch im Internet Geld zu verdienen. So kann man Sendungen von ProSieben oder Sat1 in der Regel sieben Tage nach der Ausstrahlung kostenlos im Netz sehen. Wer sie danach oder sogar schon vorab schauen möchte, muss zahlen. Die Shows von Stefan Raab kosten zwischen 0,99 und 1,49 Euro. RTL bietet spezielle Digitalkanäle wie RTLCrime für Krimifans.

Welche dieser Programme sich langfristig durchsetzten muss sich zeigen. Großen Applaus erntete in München der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht. Er sagte lapidar, wenn private Fernsehsender kein Publikum und Geschäftsmodell mehr fänden, müssten sie eben sterben. „Das ist besser, als einen toten Gaul in´s Ziel zu reiten.“   

Debatte über GEZ-Gebühr

Auch die künftige Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender ist offen. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer diskutieren derzeit eine Reform des bisherigen Gebührensystems. Im Gespräch ist dabei, die GEZ-Gebühr durch eine Haushaltsabgabe zu ersetzen. Statt bislang nach der Zahl der genutzten Geräte könnte dann jeder Haushalt pauschal eine Medienabgabe zahlen müssen. Eine Entscheidung soll noch im Laufe des Jahres fallen.

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