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Peking Auto Show China sorgt für Euphorie bei deutschen Autobauern

Heute hat in der chinesischen Hauptstadt die Pekinger Automesse begonnen. Die Stimmung bei den deutschen Anbietern ist geradezu ausgelassen. Die Konzerne fahren in China von einem Rekord zum nächsten und produzieren am Rande der Kapazitätsgrenzen.

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VW Passat Lingyu auf der Quelle: dpa

Winfried Vahland räumt ein, dass es in der VW-Fertigung in China in diesen Zeiten schon mal eng wird. „Wir stellen pausenlos neue Mitarbeiter ein“, sagte der Chef der Volkswagen Group China heute in Peking. Trotzdem werde in vielen Werken der Deutschen regelmäßig samstags gearbeitet. „Wir kommen mit der Produktion kaum nach“, so Vahland. Die Wolfsburger beschäftigen im Reich der Mitte inzwischen mehr als 40000 Mitarbeiter. Für Volkswagen ist China der wichtigste Markt.

Um bei den chinesischen Käufern weiter zu punkten, arbeitet der Konzern an immer neuen Modellen. In Peking stellte Vahland heute eine speziell für China leicht verlängerte Version des SUV VW Tiguan vor. Der in Shanghai produzierte Wagen soll demnächst in die Autohäuser kommen. Schon jetzt liegen bei Volkswagen 90000 Vorbestellungen vor. Das Auto werde den chinesischen SUV-Markt kräftig durcheinander wirbeln, ist sich Vahland sicher. Außerdem will VW im Juli den mit mehreren Designpreisen ausgezeichneten VW CC in China in die Autohäuser bringen.

Ladenhüter Phaeton in China begehrt

Weltpremiere hatte in Peking heute der geliftete Phaeton. Die im Westen fast unverkäufliche Luxuskarosse findet in China immer größeren Absatz. 1400 Phaetons hat VW im vergangenen Jahr im Reich der Mitte abgesetzt. Im laufenden Jahr werden es mehr als 3000 werden, ist sich Vahland sicher.

Für Volkswagen, mit einem Anteil von rund 17 Prozent Marktführer in China, ist das Reich der Mitte inzwischen der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Fast 460000 Autos haben die Wolfsburger im ersten Quartal verkauft – 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund für die kräftige Steigerung sei die Förderung der chinesischen Regierung für Kleinwagen, so Vahland. „Allerdings glaube ich inzwischen, dass es auch ohne diese Förderung mit den Absatzzahlen weiter kräftig nach oben gehen wird“, so der Deutsche.

China ist größter Automarkt der Welt

China ist inzwischen der größte Automobilmarkt der Welt. Um 45 Prozent wuchs der Absatz im vergangenen Jahr, von Krise wie im Westen keine Spur. Und mit den Verkaufszahlen dürfte es weiter bergauf gehen. Pro 1000 Einwohner gibt es in China etwa 30 Autos. Zum Vergleich: In den USA sind es 700. „Das verbunden mit dem Kaufkraftzuwachs in China wird weiter für kräftig steigende Verkaufszahlen sorgen“, sagt Helmut Surges, Autoexperte und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Management Engineers. Gleichwohl würden die Zuwächse künftig nicht mehr im hohen zweistelligen Prozentbereich liegen. Surges: „Wir kommen von einer sehr schwachen Basis.“ Anfang vergangenen Jahres waren auch in China die Verkaufszahlen wegen der Krise kurzzeitig eingebrochen.

Starke Nachfrage nach verlängerten Limousinen

Der Boom im Reich der Mitte beflügelt auch den Verkauf bei den anderen deutschen Herstellern. BMW präsentierte in Peking eine verlängerte Version des 5er-Modells. Das Auto wird im BMW-Werk im nordchinesischen Shenyang gebaut. Um die rasch steigende Nachfrage zu bedienen bauen die Münchner, die im ersten Quartal den China-Absatz um 120 Prozent steigerten, derzeit ein neues Werk in China. Die Fabrik soll 2012 die Produktion aufnehmen. Weitere Ausweitungen der Kapazitäten will Christoph Stark, Chef bei BMW in China nicht ausschließen.

Daimler werde im Juli seine speziell für China entwickelte verlängerte Version der E-Klasse in die Autohäuser bringen, sagte Konzernchef Dieter Zetsche heute in Peking. Daimler steigerte seinen Absatz in China in den ersten drei Monaten um 112 Prozent. Probleme mit den Kapazitäten haben die Stuttgarter anders als andere deutsche Hersteller noch nicht. Durch den Abzug von Chrysler nach der Trennung von den Deutschen sind im Pekinger Werk einige Hallen frei geworden.

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