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Pharma Mercks umstrittener Managerkauf

Seite 3/4

Rote Zahlen im Quartal

Matthias Zachert Quelle: Merck

Eine neue Strategie für das Pharmageschäft ist allerdings erst in Umrissen erkennbar. Bislang ist neben Kosteneffizienz und Bürokratieabbau nicht viel mehr bekannt, als dass künftig Forschung und Entwicklung wieder getrennt geführt werden. Einen Einstieg in das lukrative Geschäftsfeld Biosimilars – das sind Nachahmermedikamente zu erfolgreichen Biotech-Präparaten, etwa gegen Krebs – will Oschmann prüfen.

Wie die Strategie im Details aussehen soll, darüber werden auch die gerade eingestellten Führungskräfte mitentscheiden. Bis die Veränderungen greifen, dürften jedoch mindestens drei Jahre vergehen.

Gelingt es Oschmann bis dahin, das Pillengeschäft wieder flottzukriegen, kann er sich berechtigte Hoffnung auf die Nachfolge von Kley machen. Der hat zwar einen Fünfjahresvertrag, könnte aber, wie aus dem Unternehmen zu hören ist, auch vorzeitig Platz machen.

Auf Kleys Posten dürfte auch Matthias Zachert schielen. Der 43-jährige Merck-Finanzvorstand ist einer der Überflieger der deutschen Wirtschaft. Der gelernte Industriekaufmann und studierte Betriebswirt arbeitete für die frühere Hoechst AG und später als Finanzvorstand für den Brötchenbäcker Kamps und den Chemiekonzern Lanxess. Dort erwarb er sich den Ruf, gut mit Aktionären zu kommunizieren.

Seit Juni ersetzt Zachert bei Merck Finanzvorstand Michael Becker, der aus Altersgründen ausschied und wegen seiner ruppigen, komplizierten Art bei Analysten oft aneckte. Allerdings verunglückte Zacherts Start: Seine Kommunikation mit dem Kapitalmarkt scheint nicht gut funktioniert zu haben. Viele Analysten waren verblüfft, als Merck für das zweite Quartal 2011 statt des erwarteten Gewinns einen Quartalsverlust in Höhe von 84 Millionen Euro auswies. Im Vorjahresquartal lag der Gewinn noch bei 187 Millionen Euro.

Unangenehme Überraschung

Kley und Oschmann hatten jede Menge Einmalaufwendungen in die Bilanz gepackt – unter anderem nahm Merck eine Wertberichtigung in Höhe von 161 Millionen Euro auf eine überdimensionierte Biotech-Produktionsanlage in der Schweiz vor. Dem Kehraus bei den Führungskräften folgte nun das bilanzielle Großreinemachen. „Mit den Zahlen zum zweiten Quartal hat Merck die Markterwartungen deutlich verfehlt, der Umfang der Sonderbelastungen hat unangenehm überrascht“, urteilte Thorsten Strauß, Analyst bei der Nord/LB. Strauß stört sich zudem daran, dass auch das um Sonderaufwendungen bereinigte Ergebnis unter den Erwartungen lag.

Gleichzeitig senkte Merck seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2011. Das Unternehmen rechnet nun mit gut zehn Milliarden Euro Umsatz und einem operativen Ergebnis von etwa einer Milliarde Euro nach 1,1 Milliarden im Vorjahr.

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