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Playboy-Legende im Interview Gunter Sachs über die Liebe mit Brigitte Bardot

Fotograf, Kunstsammler und Playboy-Legende Gunter Sachs über die Erotik seiner Bilder, Orgien mit Dalí, Liebe mit Brigitte Bardot, das Ende der Ritterlichkeit und astrologische Zwillinge.

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Gunter Sachs

WirtschaftsWoche: Herr Sachs, wollen Sie der Kunstwelt neuerdings Ihre Grammatik-Kenntnisse unter Beweis stellen?

Gunter Sachs: Warum sollte ich?

Der Titel Ihrer überaus erfolgreichen aktuellen Ausstellung in Leipzig legt den Schluss nahe: Die Kunst ist weiblich – heißt es da.

Die Idee dazu hatte Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt. Er war auf den Satz in meiner Autobiographie gestossen und hielt ihn für treffend. Und es trifft ja zu: wenn Sie ins Wörterbuch schauen, steht dort 'Kunst, (w.)', es gibt keine männlichen Musen und schliesslich kommt die wahre Kunst aus der Intuition, von der selbst wir Männer wissen, dass sie weiblich ist...

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    Die Behauptung lässt sich auch ohne vorherige Lexikon-Lektüre schnell nachvollziehen – auf Ihren Fotografien sind viele kaum bekleidete Frauenkörper zu sehen.

    Das haben Sie so gezählt. Ich kenne das Torverhältnis nicht. Ich fotografiere 'gunterbunt', was mich anspricht – und das ist nun mal Ästhetik. Frauen halte ich für das faszinierendste und schönste auf der Welt. Könnte der Iltis photographieren, hätte er wohl auch ein Iltis-Weibchen in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt. Andererseits hege ich grossen Respekt vor den Photographen die uns auch die ernsten, düsteren und schrecklichen Seiten des Daseins zeigen. Ich glaube, es braucht beides. Polarität hält die Welt im Gleichgewicht.

    Sie hätten es ja auch beim Gucken und Flirten belassen können. Woher rührt Ihr Faible für die Fotografie?

    Zunächst erlebe ich die Welt vor allem mit den Augen. Vom Sehen kam ich zum Film, mit dem ich mich schon Ende der Fünfzigerjahre beschäftigt habe. Damals kümmerte ich mich zwei Jahre um eine sehr kranke Freundin, die nach der Diagnose amerikanischer Ärzte als unheilbar galt. Eine furchtbare Zeit. Um zwischendurch auf andere Gedanken zu kommen, habe ich auf den Rat eines Freundes zur Filmkamera gegriffen. Ich wollte einen Dokumentarfilm drehen – über das kleine Fischerdorf am Genfer See, in dem wir damals lebten. So war ich nie zu weit vom Haus entfernt.

    Zwei Wochen habe ich mir von dem Kameramann Kurt Hasse das Nötige zeigen lassen, dann hab ich gleich mit 35 mm losgelegt und alles selbst gemacht – Drehbuch, Regie, Kamera, Ton, Kommentar.

    Warum sind Sie nicht dabei geblieben?

    Auf Dauer wurde mir die Filmerei zu aufwändig – eine komplizierte Formel mit vielen Variablen und Unbekannten, denen man sich beugen musste. Dazu eine Fülle von Material. Das wurde mir endgültig klar, als ich für einen Dokumentarfilm in Südafrika stundenlang auf der Lauer lag, um eine Szene mit einem sich öffnenden Nilpferdmaul zu drehen, in das ich die Titel des Filmes legen wollte. Erst kamen Moskitos, dann der Sonnenbrand, nur die Hippos tauchten nie an der richtigen Stelle auf. Da dachte ich mir: Es muss doch angenehmer sein, in einem klimatisierten Studio schöne Frauen zu photographieren. Auch Akte.

    Dabei wurden Ihre Filmen auf den Festivals von San Sebastian und Hyères mit ersten Preisen bedacht. Und für Ihren Sport-Streifen „Happening in White“ gab es 1972 sogar die Trophäe vom Internationalen Olympischen Komitee – für Ihre stilbildenden Experimente mit Superzeitlupe. Skifahrer und Surfer extrem verlangsamt aufzunehmen – wie kamen Sie ausgerechnet darauf?

    Sportfilmer wie damals Jean–Claude Killy mit seinen Drachenflug Aufnahmen , Willy Bogner und ich waren stets auf der Suche nach Neuem. Für die Effekte waren Spezialkameras nötig. Diese wurden ursprünglich zum aufspüren von Knoten im Garn in Spinnereimaschinen eingesetzt, später auch vom Militär zur Erforschung von Geschoss-Flugbahnen. Diese Kameras konnten bis zu 10 000 Bilder pro Sekunde mechanisch fahren. Üblich waren damals 240. Die neue Technik hat mich beeindruckt und ich wollte sie für meine Filmprojekte nutzen – und bekam von den wenigen existierenden Kameras zwei von Marcel Dassault, dem Besitzer der Flugzeugwerke, zur Verfügung gestellt.

    Klingt immer alles so einfach bei Ihnen ...

    Mit dem Eigentümer der Kameras habe ich regelmäßig Karten gespielt, das war also das kleinere Problem. Aber ansonsten war's eine ganz schöne Schufterei. Die Kameras waren hoch empfindlich und arbeiteten nur zwischen 18 und 20 Grad Aussentemperatur. Wir brauchten also Bunsenbrenner, um die Biester in der Kälte am Corvatsch zum Laufen zu kriegen. Und oft sind wir morgens um fünf Uhr rauf auf den Berg, um unverrichteter Dinge wieder runterzukommen. Die Sonne wollte einfach nicht scheinen. Es war der sonnenärmste Winter in St. Moritz, soweit ich mich zurück erinnern kann.

    Hat sich diese Pioniertat für Sie ausgezahlt?

     „Happening in White“ lief als Film auf den Langstreckenflügen der Lufthansa, die ihn gesponsert hatte, am Fernsehen sowie in Doppelprogrammen mit einem anderen Film in den Kinos – und hat so einiges an Geld gebracht.

    Und die Superzeitlupe nach Hollywood..

    Ja, zum ersten Mal in „Le Mans“ mit Steve McQueen. Mein Freund Siegfried Rauch, der auch in dem Film spielte, hatte mich in St. Moritz besucht und unsere ersten 'Rushes' in Superzeitlupe gesehen. Kurz darauf kam die Anfrage von der Le Mans-Produktion, unsere Kameras einsetzen zu dürfen. Marcel Dassault hatte nichts dagegen. Die Sequenzen von den Crashs der Rennwagen in extrem gedehnter Zeitlupe mutete an wie ein Morgengrauen der Filmzauberer. Von jetzt an sah man in beinahe jedem Action-Film oder Western Extremzeitlupe. Da fiel die Postkutsche wie gefroren in die Schlucht und Maffiakugeln standen fast im Raum. Etwas übertrieben, aber sowas gab's vorher nicht. All das brachte aber mehr Ehr' als Gold. Es ging mir darum, mit allem Neuen bestmöglich zu experimentieren.

    Also stimmt die Antwort auf die Frage nicht, die neulich im Kreuzworträtsel einer großen deutschen Tageszeitung gestellt wurde?

    Was wollten die denn wissen?

     „Was hat bloß Gunter Sachs gemacht, dass ihm derart das Leben lacht?“

    Was denn?

     „Geerbt“.

    (Lacht) Das nehme ich Ihnen nicht ab – auch wenn manche, scheinbar auch Sie, vielleicht so denken. Ich habe zunächst 18 Jahre mit meinem verstorbenen Bruder unsere Firma und mein Vermögen verwaltet und habe sie zu einem Zeitpunkt verkauft als die Bilanz titelte 'Fichtel & Sachs, die goldene Aktie'. Ein guter Moment. Andererseits, so groß ist mein Vermögen gar nicht – besonders aus heutiger Perspektive, in der es bald mehr Milliardäre als Millionäre gibt. Ich hatte allerdings durch den Verkauf und die gewonnene freie Zeit neue Möglichkeiten, meinen verschiedenen Interessen nachzugehen. Auch das war ein Gewinn.

    Ich hab immer versucht, aus meiner Zeit möglichst viel zu machen und habe manches sogar verdammt gut hingekriegt. Langeweile mit Unwichtigem oder Unsinnigem tot zu schlagen, das war nicht meine Sache.

    Was haben Sie denn für ein Verhältnis zum Geld?

    Ein sehr konservatives. Da halte ich es wie meine Mutter, die bis zu ihrem Tod ihr Vermögen selbst verwaltet hat. Sie hat damals sogar noch in Eigenregie Aktien an der Börse gekauft. Und zwar gar nicht schlecht. Risiko war dabei nicht ihr Ding. Ihr eiserner Grundsatz: ein Drittel Immobilien, ein Drittel Aktien, ein Drittel Obligationen. Meine eigene Anlage-Politik ist etwas anders, aber mit meinen privaten Häusern habe ich im Rückblick auf jeden Fall sehr richtig gelegen. Geld ist für mich kein Selbstzweck. Oft ist es mir auch zugeflossen, wo ich es gar nicht vermutete. Zum Beispiel in der Kunst, auch eine Form von privaten Grundstücken. Ich dachte nicht im Traum an Geld oder Gewinn. Was man will, flüchtet – und was man fürchtet, geschieht einem meist. Ein Sprichwort, aber auch eine persönliche Beobachtung.

    Dass Sie in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind, können Sie aber auch nicht behaupten. Ihr Großvater väterlicherseits war der Erfinder der Freilaufnabe und Mitbegründer von Fichtel & Sachs, Ihr Urgroßvater mütterlicherseits Adam Opel, Gründer der gleichnamigen Automarke. Und geboren wurden Sie in einem Schloss nahe Schweinfurt. Haben Sie noch Erinnerungen an die ersten Jahre?

    Vor allem an den Rittersaal. Da hab ich Bauklötze rein geworfen, die kamen immer wieder zurück. Damals dachte ich, es wären Geister. Wahrscheinlich war's der Diener. Sicher sogar, nicht dass ein falscher Eindruck bei Ihnen entsteht.

    Als Student waren Sie im Porsche unterwegs, als Familienkutsche für Sie, Ihre erste Frau und Sohn Rolf diente vorübergehend ein Mercedes 300 SL, der legendäre Flügeltürer ...

    (Lacht) Ja, ja. Davon hatten wir sogar zwei – einen mein älterer Bruder, einen ich. Und die Rechnung haben wir an meinen Vater – während er auf einer Safari war – in die Firma gehen lassen. Nach seiner Rückkehr gab es dann zunächst ein Blitz– und Donnerwetter, doch wir lenkten ihn geschickt ab, mit unserer Bewunderung des Photos seines erlegten Löwen. Er hat dann Gott sei Dank bezahlt, vermutlich weil er mit den 'Krokodilen', wie er sie nannte, selbst einmal fahren wollte.

    Haben Sie sich als junger Mann auch mal Gedanken darüber gemacht, woher das Geld der Familie kam? Fichtel & Sachs profitierte ja von der Kriegswirtschaft, Ihr Vater war ein Freund von Hermann Göring.

    Erstens denkt man zwischen drei und sieben Jahren nicht an Geld und als Jüngling sorgte ich mich mehr um das beschlagnahmte Vermögen meiner Mutter. Der Vater war weit weg. Dass Göring mit ihm bereits vor der Machtergreifung durch die Nazis befreundet war, erzählte uns die Mutter auch nicht unbedingt. Sie wurde ja vom Reich verfolgt. Später erkannte ich, dass sich Vater wenig um Politik kümmerte, sondern vor allem Augen für Fussball, Jagd und die Firma hatte. Das bestätigten mir auch viele Menschen aus Schweinfurt, die ihn damals erlebt hatten.

    Sachs mit Brigitte Bardot

    Wie war Ihr Verhältnis zu Ihrem Vater?

    Nachdem ich – schon als Dreijähriger - mit meiner Mutter in die Schweiz gekommen war, hatte ich keinen Kontakt mehr zu ihm. Mein Vater war in dieser Zeit zu einem Fremden geworden, erst mit neunzehn habe ich ihn kennengelernt. Ich empfand Respekt und Zuneigung, wie zu einem netten älteren Herren.

    Nicht selbstverständlich: Ihre Mutter ließ sich scheiden, flüchtete 1935 mit Ihnen aus Deutschland nach einem despektierlicher Interview über Ihre Scheidung, da dem Vater das Sorgerecht für Sie und Ihren Bruder zugesprochen worden war.

    Zur Flucht hatte ihr ein befreundeter Arzt geraten, direkt nachdem dieses Interview erschienen war. Sie wollte in die Schweiz, ist aber kurz nach der Liechtensteiner Grenze verhaftet worden. Meine Mutter kam in das Witwenheim Quisisana und versuchte, von dort unsere Einreise in die Schweiz zu legalisieren. Mein Bruder und ich landeten für ein paar Monate in dem Waisenhaus Plankis bei Chur.

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      Keine schöne Erfahrung ...

      Ach – als Kinder haben wir das nicht so schlimm empfunden. Für uns war das eher ein Abenteuer. Natürlich waren die Verhältnisse einfach, aber wir hatten ja noch unsere Kinderzofe dabei. Wenn die sich abends ins Bett gewuchtet hat, quietschte es immer ohrenbetäubend. Für uns ein Mordsspaß. Und nach drei Monaten konnten wir schließlich doch in der  Schweiz bleiben.

      Der Start ins Paradies ....

      Eher ein holpriger. Unsere Mutter musste die ersten Jahre ganz schön kämpfen, um uns alle durchzubringen. Ihr Vermögen war ja während des Kriegs von den Nazis gesperrt worden. Ein mit Mutter befreundeter, ausgewanderter deutscher Anwalt hatte [i]hr dann Geld geliehen, das ihr erlaubte, die Kriegsjahre in der Schweiz zu leben. Sonst wäre es schwierig geworden.

      Blieb da auch was für's Taschengeld übrig?

      Soviel wie den Waisen- und später den Internatsjungen. Das fanden wir etwas spärlich. Im Internat auf dem Rosenberg in St. Gallen fanden mein Bruder und ich aber Möglichkeiten, dies durch geschickten Handel etwas aufzustocken.

      Wie denn?

      Weil unsere Mutter um eine vitaminreiche Ernährung besorgt war, richtete sie während unserer Zeit im Internat beim Lebensmittelhändler im Ort ein Obstkonto ein. Wir durften uns also Früchte holen und Ihr wurde dafür die Rechnung geschickt. Am Anfang waren es ein paar Äpfel und Datteln. Aber schon in der dritten Woche standen auf der Rechnung: Zwei Strünke Bananen, vier Kisten Orangen, sieben Pakete Datteln, zwei Kilo Nüsse.

      Bisschen viel für zwei Knirpse.

      Haben wir auch nicht selbst gegessen – sondern in der grossen Pause verkauft, leicht unter Ladenpreis. Die Lehrer waren die besten Kunden unseres Obststandes 'Sachs & Sachs'. Nach sechs Wochen flog die Sache wieder mal mit Grossgewitter auf – und es gab leider keine Fotos eines geschossenen Löwen.

      Und Ihr Vater hat nie Geld geschickt?

      Ich glaube nicht. Selbst Geschenke, die für uns vom Vater kamen – zum Beispiel zwei Fahrräder aus einem seiner deutschen Werke – hat meine Mutter selbst gekauft. Trotzdem hat sie vor uns nie ein böses Wort über meinen Vater verloren. Und wie ich schon sagte, wirklich kennen gelernt habe ich ihn auch erst mit 19 Jahren. Ein eigenartiges Gefühl, wie ich da plötzlich vor ihm stand. Er war einige zuvor aus amerikanischer Gefangenschaft zurückgekehrt. Von dieser Zeit im Lager hat er sich dann nie mehr erholt. Er bekam Depressionen – und nahm sich im November 1958 das Leben.

      Damals der zweite Schicksalsschlag innerhalb weniger Monate – kurz vorher war Ihre erste Frau bei einem Routineeingriff im Krankenhaus verstorben. Fühlten Sie sich den neuen Aufgaben gewachsen – als Unternehmer und allein erziehender Vater?

      Das waren wirkliche Schocks. Meine Frau sollte operiert werden, um die Spätfolgen eines leichten Autounfalls zu beheben. Eigentlich keine problematische Operation. Aber bei der Narkose wurden zwei Schläuche verwechselt und sie wachte nicht mehr auf. Zum Glück hat sich meine Mutter dann rührend und mit der ihr eigenen Energie um Rolf gekümmert. Ich habe ihn meist am Wochenende besucht. Später kam er in ein Internat nach Lausanne, wo ich damals wohnte.

      Und in der Firma?

      Mein Bruder ging in den Vorstand, ich kümmerte mich um die Auslandsaktivitäten der Firma und wurde stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Bei den Tochtergesellschaften war es ähnlich.

      Praktische unternehmerische Erfahrung hatten Sie damals aber nicht als Wirtschaftsstudent ...

      Ein wenig schon. Während des Studiums habe ich mit einem Freund mal ein 'Werbealphabet' ausgeklügelt und um ein Haar der Post verkauft.

      Wie funktionierte das?

      Ich entwickelte, mit dem damals berühmten Sportreporter Rainer Günzler eine Buchstabiertafel, die die Post in allen Telefonzellen aufhängen und in die Telefonbüchern drucken sollte. Werbetreibende Unternehmen konnten die Buchstaben kaufen wie A für Aral, C für Continental oder N für Nivea – die Postreklame sollte 10 000 Mark für die genutzten Buchstaben bekommen, wir den Rest. Für die besonders begehrten Buchstaben gab es bis zu 58.000 Mark, für X und Y etc. natürlich weniger.

      Wen konnten Sie denn von dieser Idee überzeugen?

      Die erste überzeugte Firma war die Assbach Kellerei. Das war wie im Märchen. Die haben uns und sich nicht nur vormittags schon Cognac kredenzt, sondern wollten auch das A für fünf Jahre haben – für 58000 Mark jährlich. 14 Buchstaben haben wir so untergebracht – E für Esso, M für Mercedes..., N wie Nivea – nein. Der Werbeleiter sagte uns ins Gesicht, „Ihre Scheissidee ist mir keine fünf Mark achtzig wert" und draussen war'n wir. Bald wurde Vater die Kunde vom Werbe–Alphabeth hinterbracht und er stoppte die Aktion mit den Worten: "Du bist in Lausanne zum studiere, net zum buchstabiere!"

      Ihr Name steht in Deutschland wie kein Zweiter für den Begriff des Playboys. Können Sie den Vergleich eigentlich noch hören?

      Einerseits ist es natürlich seltsam, wenn man mit 75 Jahren noch als Boy bezeichnet wird und wenn ein ganzes Leben auf etwas reduziert wird, was nur wenige Jahre gedauert hat. Aber eigentlich war der amerikanische Urbegriff gar nicht negativ – im Gegenteil. Ein Playboy war damals in der internationalen Gesellschaft ein angesehener junger Mann. Eine Spezies, die es heute nicht mehr gibt. Weltenbummler, die Sprachen beherrschten und wussten, wie man Feste feiert, die meistens sehr sportlich und elegant waren und vor allem mit schönen Frauen parlieren konnten. Sie waren die bunten Wimpel auf den Hügeln der Society von Deauville bis Acapulco.

      ...und hatten genügend Geld, um sich das Dolce Far Niente leisten zu können.

      Geld brauchten sie nur so viel, um nicht aufzufallen. Neid gab es nicht. Und ums süßes Nichtstun ging's uns auch nicht. Eher um Sport, Reisen zu neuen Horizonten, die Verehrung attraktiver Frauen – und nicht zuletzt um einen Schuss Abenteuerlust. Verbotenes und Eigenwilliges hatte seinen Reiz, aber es musste mit Klasse verpackt und authentisch sein. Prinz Dado Ruspoli machte nie einen Hehl aus seiner Opiumpfeife und Enrico Miro Quesada nicht Halt vor verbotenen Duellen.

      Was machten Sie?

      Verbotene Abfahrten mit Bobschlitten auf vereisten, vom Mond beschienenen Passtraßen à la Dracula oder Motorradtouren auf meiner Münch mit halsbrecherischer Geschwindigkeit, ohne Helm, aber einer schönen Windsbraut hinter mir. Die erste Alpenüberquerung in einem Heißluftballon gelang uns zu dritt, mit einer Bruchlandung und fünf gebrochenen Rippen. Für solche Zwecke gründeten wir den Dracula Ghostrider Club in St. Moritz. Das Grundstück für das Clubhouse musste ich erst dem griechischen Reeder Niarchos abschwatzen. Das war alles andere als einfach – er entwickelte unerwarteten kaufmännischen Ehrgeiz.

      Was haben Sie dann gemacht?

      Er war damals ganz neugierig auf einen neuartigen, erotischen Massagestab und bat mich, ihm einen zu besorgen. Mein Friseur hatte so was unter dem Ladentisch. Ich wickelte den Stab in den von uns aufgesetzten Vertrag – der kam umgehend unterschrieben zurück.

      Zu den von Ihnen verehrten Frauen gehörte auch Coco Chanel. Durch die Bekanntschaft zu ihr waren Sie auch bestens über Winston Churchill informiert ....

      Ja, die beiden kannten sich. Aber die Verbindungen in die Politik – sie soll auch ein Faible für deutsche Offiziere gehabt haben – waren es nicht, was ich an ihr so faszinierend fand.

      Sondern?

      So viel Hintersinniges und witzig–ironisches über so viele Leute in so kurzer Zeit zu erzählen,  das konnte nur sie. Sie sprach ohne Punkt und Komma, während des Essens und davor und danach – und erzählte dabei auch anwendbare Lebensweisheiten.

      Was haben Sie denn gelernt?

      Kein Knopf ohne Knopfloch.

      Was soll das denn bedeuten?

      Dass gute Kleidung auf unnötigen Zierrat verzichtet. Sie hatte immer eine kleine Schere dabei und schnibbelte jeglichen, in ihren Augen überflüssigen, Zierrat einfach ab – und nicht nur an ihren Modellen. Dem Bonmot folge ich bis heute – und nicht nur in der Mode.

      Nämlich?

      Falscher Dutt lag mir nicht – und ihr Gleichnis war mir eine Bestätigung.  

      Gunter Sachs

      Haben Sie andere so geistvolle Frauen gekannt?

      Ja, zum Beispiel die französische Sängerin Juliette Gréco. Sie lebte im  Zeitgeist. Mit 18 war es ein Traum, mit 22 Bewunderung, dann Faszination – bis wir uns das erste Mal im Casino von Deauville begegneten. Später hatte sie mich einmal nach Hause eingeladen. Ich war pünktlich, wurde aber erst nach einigem Warten eingelassen. Als ich eintrat, stand ich in einem Raum, umringt von Spieluhren: Tänzer, Liebespaare, Schmetterlinge oder ein Domino, der mit einem Gänsekiel dauernd 'Je t ’aime' auf eine Pergamentrolle schrieb. Die Figuren spielten und drehten sich – und mitten drin, hin gegossen auf einer Chaiselongue, lag Juliette in einem schwarzen, rot gefütterten Kimono. Noch nie zuvor hatte mir eine Frau ein solch geistreich romantisches Rendezvous beschert.

      Sie haben damals nicht nur die Leidenschaft der Frauen genossen, sondern auch Ihre Liebe für die Kunst entdeckt. Warum?

      Für die Kunst hatte ich mich schon als Jugendlicher interessiert. Erst für Schlachtengemälde von Delacroix, später für zeitgenössische Kunst.

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        Ihre Sammlung ist legendär. Wie viel Geld haben Sie hineingesteckt?

        In den fünfzehn Jahren meiner aktiven Sammlerei nicht mehr als 800.000 Dollar. Ich kaufte nur Kunst mit meinen Gewinnen im Ecarté, ein Kartenspiel, das in Paris damals 'in' war und das auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen beruhte. Da kam mir mein Mathematikstudium zugute – und das summierte sich mit der Zeit.

        Können Sie sich noch an Ihr erstes Bild erinnern?

        Einen sehr mittelmäßigen Picasso, den ich mir in einer pompösen Galerie in der Avenue Montaigne einreden liess. Danach habe ich vor allem nach Bauchgefühl entschieden. Zum Beispiel für den informellen Maler Jean Fautrier oder die Surrealisten, dann für die französischen Nouveaux Réalistes und schliesslich für den Pop.

        So was verschafft Respekt ...

        Heute vielleicht. Damals haben mich fromme Bürger ausgelacht, wenn sie hörten, ich habe 4000 Francs für ein uni–blaues Bild von Yves Klein bezahlt.

        Wie kamen Sie mit all den Künstlern in Kontakt?

        Ich hatte eine russische Freundin, die Künstlerin war. Sie kannte die Szene. Junge und alte Künstler trafen sich meist schon mittags in der 'Coupole', einer Brasserie am Montparnasse, die für viele wie ein zweites Wohnzimmer war. Mit dem Sculpteur César habe ich dort schon nach zehn Minuten eine Freundschaft fürs Leben geschlossen. Aber auch Salvador Dalí war in der Coupole dann und wann anzutreffen. Er kam gelegentlich auch in meine Wohnung in der Avenue Foch zu Cocktails oder Dinners. Manchmal hat er mich zu verrückten 'Daliesquen' in seine Frühlingsresidenz im Hotel Meurice eingeladen.

        Wie sah das aus?

        An einem Cocktail bat er eine Dame der Gesellschaft und mich, durch drei Räume in seiner Suite gehen: Im ersten räkelte sich unter den Blicken seriöser Herren ein Model mit einer lebenden Python um den Hals. Das Vieh soll sich später in den Heizungsrohrschachten des Hotels verirrt und immer wieder Gäste erschreckt haben. Im zweiten Raum: Zunächst Schummerlicht – dann blanke Busen, Hüften, Beine, die sich ringelten und Körper, die übereinander stürzten. Der ganze Raum schien unter der Orgie zu stöhnen.

        Und im dritten Raum?

        Saß, aufrecht und distinguiert Dalís Muse Gala und trank mit einem englischen Colonel und seiner Lady Tee. Keine 30 Zentimeter Luftlinie von dem Treiben entfernt. Aber der Maestro konnte sich auch an harmloseren Dingen erfreuen.

        Nämlich?

        Eines Tages machte er auf den Montagne St. Geneviève einen Ausflug und ging in eine kleine Bäckerei. Da gab es einen Ofen, der auf beiden Seiten offen war – gegen die Backstube und den Verkaufsraum hin. Dalí war fasziniert...

        Wovon?

        ...von der Idee, ein unendlich langes Brot backen zu können. Das hiess, das fertig Gebackene vorne raus nehmen und den nächsten Teig hinten anstückeln. Zu einem 9 Meter-Baguette – bei zeitweiser Sperrung der Strasse – hat es immerhin gereicht. Das frisch Gebackene hat er sich dann auf die Schulter  gelegt und ist – vorne und hinten eskortiert von zwei tragenden Studenten – auf dem Fahrrad durch Saint Germain gefahren.

        Eigentlich kein Wunder, dass die Künstler um Sie herum schwirrten. Einen kunstsinnigen Mäzen hat jeder Künstler gern in seiner Nähe ...

        Mit den Franzosen machten wir  viel Fez und manchmal habe ich ein besonderes Werk erstanden. Ein klassischer Mäzen war ich nie – ich liebte genauso wie sie das Lachen und die Phantasie. Wir waren alle jung. Die hatten auch mehr gleichgesinnte Freunde und ausgefallene Typen in ihren Ateliers als dicke Direktoren und Mäzene, die ihre Kunst kauften. Aber einige Rothschilds schätzten sie. Die hatten's auch schon früh mit der Moderne.

        Aber Museumsdirektor in München waren Sie ja sieben Jahre. Wie kam's?

        Konstantin von Bayern wollte meine für Deutschland damals avantgardistische Sammlung in München ausstellen. Das geschah im Herbst 1967 – dann machten wir Pläne. Ende der Sechzigerjahre fiel in der Stuck Villa der Startschuss eines Projekts, das später als Modern Art Museum Munich bekannt wurde. Ich leitete es ungefähr sieben Jahre als Präsident. Wir stellten jeden Monat einen anderen jungen Künstler vor. Die Bilanz konnte sich sehen lassen: Viktor Vassarely, Georg Baselitz, Heinz Edelmann, Christo, Cy Twombly, Alexander Calder, Heinz Mack, Jean Tinguely, Roy Lichtenstein, Gotthard Graubner oder Hermann Gloeckner hingen, standen und schwebten in den Räumen des 'MAM'. Leider ist das geplante eigene Museumsgebäude letztendlich dem Amtsschimmel erlegen.

        Dann bauen Sie sich doch Ihr eigenes Museum. Ist gerade sehr schick unter potenten Sammlern.

        Ich will mich nicht gerne auf einen Sockel stellen – da fällt man leicht runter.

        Zum Galeristen haben Sie es aber gebracht.

        Und ob, in Hamburg. Die lief eigentlich ganz gut. Bis auf die Warhol-Ausstellung, 1972. Es war eine seiner umfassendsten Ausstellungen ausserhalb den USA. Die Vernissage war gerammelt voll. Warhol war eigens aus New York angereist. 60 Flaschen Schampus wurden geleert, aber nicht ein einziges Bild haben die hanseatischen Pfeffersäcke gekauft. Peinlich war das. Und mein grosses Glück.

        Warum?

        Aus lauter Verlegenheit klebte ich an die Hälfte der Bilder einen roten Punkt und sagte zu Andy: 'Sold'. Dass ich selbst der Käufer war, habe ich ihm nie verraten. Unter den Bildern war auch der berühmte 'Green Carcrash' der jetzt für, ich glaube 58 Millionen Dollar, in New York versteigert wurde. Für rund zehntausend Dollar hatte ich ihn damals als rot Bepunkteten erworben. Aber weil meine Frau die vielen Toten nicht dauernd im Esszimmer sehen wollte und ich sie gut verstand, haben wir den Cash bald wieder verkauft – für ein Vielfaches immerhin. Im übrigen kann und möchte ich mir's  einfach nicht leisten, zig Millionen Dollarnoten an die Wand zu nageln. Die Kunst gibt – und nimmt. Die goldene Regel grosser Kunsthändler hiess: 'Vendre et regretter', verkaufen und bedauern.

        Vor kurzem haben Sie ein Bild von Breughel dem Jüngeren erworben. Keine Lust mehr auf zeitgenössische Kunst?

        Das Bild ist wundervoll. Und wer weiß schon, ob die Kunst sich nicht bald  wieder mehr der alten Meistern erinnert? Oder was in ein paar Jahrzehnten von der heutigen Modernen noch bestehen wird. Der Breughel ist ein Bild was mich besonders ansprach. Im Übrigen habe ich eine Sammlung alter Meister von meinen Eltern geerbt. Diese Bilder hängen noch immer in meinen Häusern, jetzt ergänzt durch den Breughel.

        Sie haben ja auch noch sechs Bardot-Porträts von Andy Warhol. Warum wollte er die BB als Modell?

        Warum wohl? Es war eben die Bardot. Und er liebte grosse Namen.

        Hat sich BB selbst überhaupt für Kunst interessiert?

        Nicht ausnehmend. Aber sie wusste, was ihr gefällt. Das weiss heute manch Sammler nicht mehr.

        Wie haben Sie sie kennen gelernt? Die Bardot war ja damals schon eine Art französisches Nationalheiligtum.

        Den ersten Anlauf hat sie eigentlich selbst gemacht - auf einem Fahrrad. Während der Aufnahmen zu einem Film, den sie Ende der Fünfziger am Genfer See mit Jean–Luc Godard drehte. Ich hörte über einen Freund davon, fuhr zum Drehort, stieg aus dem Wagen – da bog BB zufällig auf einem Velo um die Ecke, mit einem roten Kopftuch. Sie sprach mich mit Namen an und fragte, was mich hierher verschlagen hätte. Ich zückte eine Ausrede.

        Welche?

        Ich sagte, ich solle ihr Grüße von Roger Vadim, ihrem Ex-Mann und meinem Freund Serge Marquand bestellen. Wir machten einen Spaziergang, unterhielten uns lachend über gemeinsame Freunde in St. Tropez. Wir hatten uns noch nie an der Côte getroffen, weil sie im Juli meistens drehte und das mein Monat in St. Tropez war. Ihrer Einladung, den Abend zusammen zu verbringen, konnte ich leider nicht folgen.

        Warum das denn?

        Ich war mit meinem alten polnischen Mathematiklehrer zum Abendessen verabredet, der mit dem Zug nachts in Lausanne ankam. Das konnte ich nicht absagen – er war ja schon in der Eisenbahn. Wir küssten uns zum Abschied und verabredeten ein Wiedersehen in St. Tropez – das aber erst sieben Jahre später stattfinden sollte.

        Was hat Sie an ihr so fasziniert?

        Alles: Ihr Name. Ihr Schmollmund. Ihre beiden langen Schneidezähne. Dass sie schön Gitarre spielen konnte. Und ihr Wortwitz, in dem Sie mir in Französisch natürlich weit überlegen war. Glauben Sie mir, es fiel einem nicht schwer, sich in die Bardot zu verlieben. Uns war wohl klar, dass unsere Amour nicht bis in alle Ewigkeit dauern würde. Aber jetzt war es einfach so. Sie war da – und ich war da.

        ...um für  Sie mal tausend Rosen regnen zu lassen

        Ob es tausend waren, weiss ich nicht – aber viele, viele. Die hatte ich in der Nähe von Nizza besorgt, zusammen mit der Frau von Gianni Agnelli, die die Idee magnifique fand. Ich stieg mit einem riesigen Karton in einen Linien–Hubschrauber – der damals offiziell von Nizza nach St. Tropez pendelte – gemeinsam mit einem fliegenden Holländer. Die Zeiten waren damals legerer und für BB machte der Pilot gerne eine Ausnahme. Ich erzähle dem Holländer von meinem Rosen-Regen-Plan – und er half mir sofort, die Bündel aufzuschneiden und auszuwickeln. Als wir über dem Garten waren, warfen wir runter, was runter ging, die offenen Rosen und manchmal verhaktes Seidenpapier. Der Helikopter pustete alles auseinander. Ein Himmel voller Rosen. Brigitte flüchtete sich unter einen Sonnenschirm. Anschließend nahm ich meine Koffer – die waren damals noch aus Holz – warf sie ins Meer, sprang hinterher und schwamm ans Ufer.

        Das Wasser war wohl Ihr beider Element – wenn man einmal an die berühmt gewordene nächtliche Bootsfahrt denkt?

        Könnte sein. Wenn ich daran denke, wie wir uns im Mondschein auf dem Motorboot, mit Vollgas Richtung Horizont geliebt haben und jederzeit am nächsten Felsen hätten zerschellen können, da läuft es mir heute noch romantisch den Rücken runter. Für Romantik hatte wir Sinn.

        Ihr Interesse, nicht nur am Mond, sondern auch an den Sternen ist bekannt – mit Ihrem Buch „Akte Astrologie“ waren Sie Mitte der Neunzigerjahre monatelang in den Bestsellerlisten. Warum interessiert sich einer, der Wirtschaftswissenschaften und Mathematik studiert hat, so brennend für die Astrologie?

        Weil die Sternenkunde zwar nie erwiesen war, aber auch nie widerlegt. Der unumstößliche Nachweis für das eine oder andere fehlte. Ich wollte wissen, ob das Sternzeichen tatsächlich auf das Verhalten des Menschen Einfluss hat. Die Aufmunterung und Skepsis meines Freundes Jacobi tat ein übriges.

        Was macht Sie nun so sicher, dass ein Zusammenhang besteht?

        Die Statistik. Wir haben damals über 20 Millionen Daten ausgewertet.Und schließlich wurden unsere Berechnungen Schwarz auf Weiß bestätigt, von hochrangigen Grundlagenforschern des Statistischen Bundesamtes sowie der bedeutenden Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann. Das Problem war weniger die wissenschaftliche Auswertung, sondern die Beschaffung der Millionen Daten. Vor allem darin liegt mein Verdienst.

        Wie haben sie das angestellt – das sind doch alles geschützte Daten?

        Mit Hilfe einer sehr charmanten Frau, der ehemaligen Abteilungsleiterin für Bevölkerungsstatistik beim statischen Bundesamtes der Schweiz. Frau Bumbacher verstand, dass der Datenschutz gewahrt bleibt, wenn man die Geburtsdaten der regestrierten Menschen, gleich im Amt auf Sternzeichen umrechnet. Frau Bumbacher verdankt die Erforschung der Astrologie sehr viel.

        Und was haben Sie festgestellt?

        Mit hohen statistischen Signifikanzen, dass das Sternzeichen Waage die meisten Juristen stellt,  dass Stiere übermässig viele Blechschäden verursachen oder Fische–Frauen am liebsten Skorpion–Männer heiraten, wer was studiert und welches Zeichen am häufigsten Selbstmord begeht. Neben den signifikanten und hoch signifikanten Einzelergebnissen ging es uns aber noch viel mehr um den grossen Zusammenhang.

        Nun wollen Sie ein neues Buch darüber schreiben?

        Ja, mit einem namhaften amerikanischen Naturwissenschaftler, der sich schon seit Jahren für Astrologie interessiert, aber eine grundlegende Forschung aufgrund des Datenschutzes nicht für möglich hielt. Was nun durch die Akte Astrologie nachgewiesen ist und sichtbar von öffentlichem Interesse, so sagt er, fordert die Wissenschaft heraus, weiter zu forschen. Sicher ist es auch interessant, zu wissen, welche afrikanische Mückenspezies sich untereinander paaren. Danach wird in Urwäldern und Katarakten gesucht. "Zu Recht – aber lassen Sie uns dann bitte auch der Astrologie auf den Grund gehen". Wir wollen noch viele Fragestellungen untersuchen und die Forschung zum Beispiel auch auf astrologische Zwillinge – also Menschen mit der exakt gleichen Geburtszeit – in Rastervergleichen ausweiten. Unser letztes Ziel wird sicherlich sein, das physikalische bzw. astronomische Phänomen zu ergründen, das dahinter wirkt – aber das steht noch in den Sternen.

        Nach so einem themenreichen Leben, wieso gehen Sie da nicht lieber einfach Golfen?

        Weil mir die Suche nach dem verflixten Golfschwung noch unergründlicher scheint.

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