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Postzustellung per E-Mail Was der elektronische Brief bringt

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Der Vorstandssprecher des Quelle: dpa

Dass sich De-Mail durchsetzt, sobald das Gesetz verabschiedet ist, davon sind Experten überzeugt. Es folgt einem Mantra: Einfachheit. De-Mail funktioniere „ohne zusätzliche Installationen, nur durch Einloggen über den Browser“, sagt Jens Dietrich, zuständiger Projektleiter im Bundesinnenministerium. Die Nutzer finden sich „in einer Umgebung wieder, die sie über die bekannten E-Mail-Portale schon gut kennen“. Indem sich die Anbieter beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) akkreditieren lassen müssen, sei die Sicherheit gewährleistet.

Die Praxis scheint den Optimisten recht zu geben. Das zeigen die ersten Versuche mit dem elektronischen Brief in Friedrichshafen am Bodensee, wo Unternehmen, Behörden und Bürger über mehrere Monate das De-Mail-System ausprobierten. Die Erfahrungen seien „sehr positiv“, sagt Projektleiter Dietrich.

Autozulieferer ZF entschied sich, Gehaltsmitteilungen an 50 ausgewählte Mitarbeiter nicht mehr per Brief, sondern per De-Mail zu ver-schicken. Dafür erhielten die Teilnehmer drei Monate lang eine eigens für das Projekt geschaffene De-Mail-Adresse. Technikaffine Youngster und ältere Kollegen testeten den Probelauf freiwillig. Ihre Beurteilung war eindeutig: 45 von 50 würden auch in Zukunft ihre Gehaltsabrechnung als elektronische Post bevorzugen und an Kollegen weiterempfehlen.

Zufriedene Nutzer, hohes Sparpotenzial.

Für das Unternehmen würde sich die Umstellung auf De-Mail auszahlen. Das Sparpotenzial sei „hoch“, sagt ZF-Projektleiter Martin Frick. Bei 37 000 Mitarbeitern in Deutschland könnte ZF mehr als 136 000 Gehaltsbriefe pro Jahr elektronisch verschicken, wenn jeder dritte Mitarbeiter mitmacht. Da könnten mehrere Zehntausend Euro zusammen kommen.

In Wirklichkeit sind elektronische Gehaltsabrechnungen jedoch nur „ein erster Anwendungsfall“, sagt Frick. Wichtiger sei die Übermittlung elektronischer Rechnungen, die mit mittelständischen Unternehmen meist noch über den klassischen Papierweg läuft. „Hier sprechen wir über ganz andere Mengen“, sagt Frick – und über ganz andere Beträge.

Die große Frage für Deutsche Post und alle anderen Anbieter lautet: Wie viel sind die Nutzer bereit, für eine De-Mail, die sie selbst verschicken, zu bezahlen. Der Online-Versicherer HUK24, der per De-Mail mit ausgewählten Kunden Antragskopien, Versicherungsbestätigungen, Rechnungen und sensible persönliche Daten austauschte, befragte die Testkunden anschließend. „Es gibt eine Zahlungsbereitschaft der Kunden“, resümiert HUK24-Vorstand Detlef Frank. Insgesamt zeigte sich, dass jeder zweite Teilnehmer für eine De-Mail, die er schreibt, bis zu 25 Prozent dessen zahlen würde, was die Deutsche Post zurzeit für einen entsprechenden Brief verlangt. Weitere 30 Prozent würden sogar bis zur Hälfte zahlen. Für ein Einschreiben mit Rückschein zum Preis von 3,85 Euro würden Nutzer der elektronischen Variante etwa einen Euro zahlen. Der Absender einer De-Mail würde dann umgehend informiert, sobald der Empfänger die Nachricht gelesen hat.

Gerade Versicherungen drängen auf schnelle Umsetzung des De-Mail-Gesetzes. Grund: Um die Vertraulichkeit zu gewährleisten, bedienen sich die Unternehmen der Assekuranz nicht selten umständlicher Wege. So bekommen Kunden des Online-Versicherers Cosmos Direkt zum Beispiel passwortgeschützte PDF-Dateien auf den Rechner, die sie dann über separat zugeschickte Passwörter öffnen können. Alternativ erhalten sie auf der Web-Seite des Unternehmens einen eigenen Account, der alle Versicherungsdaten und Policen speichert. Meist haben Kunden aber noch weitere Accounts bei anderen Versicherern, Telekommunikationsunternehmen und Finanzdienstleistern. Das alles verkompliziert die Nutzung der Online-Dienste. Optimal wäre es, wenn der Kunde all seine Daten zentral verwalten könnte – etwa auf seinem De-Mail-Konto.

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