Preisfrage: Die Ökonomie des Winzerglühweins
In den Seelen vieler Deutscher weihnachtet es: auch, weil die Weihnachtsmärkte wieder geöffnet haben. Und vom Weihnachtsmarkt nicht wegzudenken ist, na klar, der Glühwein.
Der Nürnberger Christkindlesmarkt dürfte der bekannteste Ort sein, um den Glühwein zu genießen, sicher auch der stimmungsvollste. Der größte Weihnachtsmarkt ist dort aber nicht.
In Nürnberg findet sich dafür eine erstplatzierte Firma wieder, wenn es darum geht, das Land und seine Glühweintrinker zu versorgen. Die Nürnberger Firma Gerstacker hat laut der Catella Research Group einen Marktanteil am deutschen Glühweinmarkt von etwa 90 Prozent.
Ups, trinken wir also alle denselben? Es scheint so.
0,72 €
Rotweintrauben
+
2,39 €
Kelterung, Gärung, Abfüllung, etc.
+
1,41 €
Marketing & Vertrieb
+
0,06 €
Gewürzaroma (flüssig)
=
4,58 €
Bild: Laif
Quelle: Eigene Recherche
Laut Winzerkreisen kommen die Trauben für Gerstacker-Glühwein häufig aus Spanien. Denn von Spanien aus, dem wichtigsten Fasswein-Export-Land, lassen sich die Trauben billig importieren: 46 Cent kostet der Fassweinexport pro Liter von dort aktuell. In Deutschland sind die Trauben deutlicher teurer, knapp 72 Cent zahlt der deutsche Winzer für Grundwein aus der Pfalz. Wer Wert auf Qualität legt, dem sei ein solcher Winzerglühwein empfohlen.
Das Prädikat „Winzerglühwein“ ist nämlich geschützt: Ein Winzer darf sein Heißgetränk nur Winzerglühwein nennen, wenn er die Trauben selbst erntet, verarbeitet und vertreibt. Achten Sie mal darauf bei Ihrem nächsten Weihnachtsmarktbesuch.
Eine vereinfachte Preiszusammensetzung für einen Liter Winzerglühwein zeigt unsere aktuelle Preisfrage – also die Kosten, mit denen Winzer bei der Produktion ungefähr zu rechnen haben.
Und falls Sie jetzt Lust auf Weihnachten bekommen haben, hier noch ein paar andere weihnachtliche Fakten: Der besucherstärkste Weihnachtsmarkt ist der Kölner (3,6 Mio. Besucher), gefolgt von Dortmund, Frankfurt, Stuttgart und München. Am liebsten mögen die Deutschen an Heiligabend laut Statista Würstchen mit Kartoffelsalat, gefolgt von Entenbraten und Raclette. Und der Tannenbaum, welcher sich in den Häusern und Wohnungen zu dieser Jahreszeit am häufigsten wiederfindet, ist die Nordmanntanne.
Na wunderbar!
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Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien im Dezember 2023 erstmals bei der WirtschaftsWoche. Wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.