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Presseschau vom 8.7.2008 Das Pendel schlägt zurück

Die internationale Wirtschaftspresse zeigt sich beunruhigt über die Lage von Asiens Wirtschaft und zeichnet düstere Zukunftsszenarios. All Things Digital begutachtet die Waffen in der neu belebten Übernahmeschlacht Microsoft-Yahoo. Die FAZ glaubt, dass die Zeit für den Austausch von Niedlichkeiten im Kampf von InBev um Anheuser-Busch vorbei ist. Fundstück: Australiens Bestattungsbranche macht sich lächerlich.

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Ein Blick in die internationale Wirtschaftspresse. Quelle: handelsblatt.com

"Der hohe Ölpreis könnte das bislang erfolgreiche Wirtschafts- und Handelsmodell Chinas zum Implodieren bringen", warnt der La Tribune aus Frankreich. Auf 13,9 Prozent hätten die "harten Discounter" ihren Marktanteil steigern können, allen voran die drei deutschen Wettbewerber. So verzeichne Lidl 2008 einen Marktanteil von 4,6 Prozent (2007: 4,3 Prozent), Aldi käme auf 2,4 Prozent (2,3 Prozent) und Netto auf 0,9 Prozent (0,8 Prozent). "Ein derart hohes Niveau war so nicht vorhersehbar", meint die Zeitung. Gründe für diese Entwicklung seien in der gesunkenen Kaufkraft der Franzosen und den Preisteuerungen zu suchen. "Der Erfolg von Lidl ist aber auch seiner geschickten Politik zu verdanken: Der Discounter bietet mehr und mehr Markenprodukte an, aber zu besseren Preisen als andere Supermärkte", schreibt das Blatt. Die führende Supermarktkette Leclerc habe dennoch zulegen können, von 16 auf 16,1 Prozent, die Nummer Zwei, Carrefour, musste 0,2 Prozent abgeben und verfüge jetzt über 13,3 Prozent Marktanteil.

Platz für größte spanische Low-Cost Airline

"Vueling und Clickair fusionieren", kündigt das spanische Wirtschaftsblatt Expansión den nun beschlossenen Zusammenschluss der zwei Niedrigpreis-Airlines an. Durch diese Operation werde Platz gemacht für die größte Low-Cost Fluggesellschaft Spaniens, mit einer Flotte von 45 Flugzeugen, knapp über 2.000 Angestellten, 300 Flügen pro Tag und 112 bedienten Flugruten. Das Blatt bestätigt, dass laut Vereinbarung zwischen Vueling und Clickair der gemeinsame Firmensitz Barcelona sein werde, mit der Airline Iberia als starkem Partner zur Seite. Die drei Teilhaber der neuen Fluglinie (Iberia, die Gesellschaft Nefinsa und Hemisferio, Investorengruppe der Familie Lara) hätten sich darauf verständigt, mindestens zwei Jahre lang als Aktionäre der neuen Airline zu fungieren und den Finanzierungsplan des neuen Unternehmens auszuarbeiten. Trotz der Fusion behielten die Aktien von Vueling aber ihren aktuellen Nennwert, stellt Expansión klar.

InBev zieht alle Register im Kampf um Budweiser "Die Zeit des Austauschs von Niedlichkeiten ist vorbei", meint die Frankfurter Allgemeine Zeitung zur neuen Strategie des Inbev-CEOs Carlos Brito. "Er ist entschlossen, den Widerstand von Anheuser-Busch-Chef August Busch IV mit allen Mitteln zu brechen. Der Vorstandsvorsitzende des belgischen Braukonzerns nimmt sich das feindlich gesinnte Management des Bud-Brauers vor und will es aus dem Prozess um die bislang größte Übernahme im Brauwesen entfernen." So fänden sich auf der von ihm bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereichten Vorschlagsliste neue Direktoriumsmitglieder für Anheuser-Busch, die dem Übernahmeansinnen wohlwollend gegenüberstehen. Nachvollziehbar, denn die Zeit dränge, um die taktischen Manöver der Widerständler zu stoppen. Mit der Wahl von Adolphus Busch IV treibe Brito einen Keil zwischen die Mitglieder der Familie, zudem habe er ausrangierte ehemalige Manager großer amerikanischer Unternehmen auf seine Seite gezogen. "Das ist bitter nötig. Denn in einem Kampf ums Bud als Ikone der Amerikaner kommen Emotionen hoch, die Inbev und Anheuser irreparable Schäden bescheren könnten."

Fundstück: Lächerliche Beerdigungen in Down Under

Die Herald Sun aus Melbourne ist sprachlos angesichts eines neuen Trends in der Bestattungsbranche: Statt ernsthafter, angemessener Musik spielten die australischen Bestatter immer häufiger vollkommen lächerliche Titel. Zu den Lieblingsmelodien zählten "Another One Bites the Dust" und "Time to Say Goodbye". "Wenn wir schon so ernsthaft versuchen, nicht ernsthaft zu sein, dann doch richtig, oder? Warum also nicht den Grill vor der Kirche aufstellen und diskret ein paar Holzscheite drunter schieben?" Ein paar Titel dazu liefere das Blatt gern: "Wide Open Road" sei gleichzeitig final und optimistisch, "Are You Old Enough" witzig. "Doch den ultimativen Lacher gibt es bestimmt nur mit einem Song: ?I Come from a Land Down Under?."

Für Handelsblatt.com zusammengestellt von www.ecolot.de.

Mitarbeit: Kerstin Herrn, Florian Käfer.

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